Auch die zweite Beratung zum Thema Trinkwassernetz im Schwörstädter Gemeinderat endete mit einer Vertagung. Nun soll er im Oktober über die Betriebsführung zur Wasserversorgung weiter beraten. Dabei hatte die Verwaltung auf die Dringlichkeit einer Entscheidung hingewiesen.

Der Bauhofleiter und Wasserwart wechselt zum Jahresende in Altersteilzeit. Weil der Nachfolger nicht über die Qualifikation verfügt, bleibt die Netzbetreuung vakant. Deshalb schlug die Verwaltung vor, die Betriebsführung an ein Unternehmen zu vergeben. Außerdem solle eine strategische Neuausrichtung des rund 30 Kilometer langen Netzes erfolgen und der turnusmäßige Zählerwechsel besser koordiniert werden. Schließlich sind auch weder ausreichende Materialvorhaltung für Störungen noch die laufende Weiterbildung für die Gemeinde möglich.

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Das Ergebnis der Ausschreibung lehnten die Schwörstädter Gemeinderäte Mitte Juli ab, auch die Sondersitzung am vergangenen Donnerstag führte zu keinem Beschluss. In der Diskussion stellte sich heraus, dass etliche Gemeinderäte doch die Betriebsführung durch die Gemeinde der Vergabe an eine Fachfirma vorziehen würden. Matthias Kipf schlug vor, benachbarte Orte mit eigenständiger Betriebsführung zu fragen, ob für eine Übergangszeit fachliche Hilfe gewährleistet werden könne. Dem stimmten die Gemeinderäte mehrheitlich zu.

Entscheidung mit weitreichenden Folgen

Frank Lückfeldt drängte darauf, eine detailliertere Kostenaufstellung für Störeinsätze zu erhalten. Doris Schütz wies darauf hin, dass eine weitreichende Entscheidung mit Folgen für die Bürger zu treffen sei, allerdings betrachteten alle diskutierenden Gemeinderäte nur die Kosten, über die Qualität einer professionellen Betriebsführung durch ein Spezialunternehmen wurde nicht gesprochen.

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Genau dies war der Verwaltung wichtig, sie strebt eine langfristig sichere Betreuung dieser grundlegenden Daseinsvorsorge an. So könnte bei eigenständiger Betriebsführung die Vertretung des Wasserwartes nicht gesichert werden. Dann müssten alle Kosten für die vorgeschriebenen Weiterbildungen selbst getragen werden.

Diskussion verhärtet

Der Appell Harald Ebners, weniger über Stundenzahl als über die Gesamtleistung zu sprechen, verhallte jedoch. Thomas Schneider fragte, ob es möglich sei, nach zwei Jahren Vergabe an eine externe Firma wieder zur eigenständigen Betriebsführung zurückzukommen. Auffällig war, dass die Gemeinderäte die Begründungen der Verwaltung für die Vergabe nahezu vollständig ablehnten, überhaupt erschien die ausschließlich auf wirtschaftliche Positionen ausgerichtete Diskussion sehr verhärtet.

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Daher fand der Vorschlag der Bürgermeisterin für eine Beratungspause Zustimmung. „Uns geht es um langfristige Netzentwicklung bei Versorgungssicherheit“, begründete Christine Trautwein-Domschat den Beschlussvorschlag. Sabine Gampp, Geschäftsführerin der Planungsfirma Betaplan, erhielt den Auftrag zur weiteren Kostenberechnung für Störungsvarianten. Auf den Zeitdruck hinweisend, bat die Bürgermeisterin darum, den Wechsel des Bauhofleiters in die Altersteilzeit abzusichern, damit dessen Lebensplanung nicht zerstört werde, auch wenn damit eine Vakanz für die Netzbetreuung entsteht.

Verwaltung spürt Misstrauen

Die Gemeinderäte beschlossen, Details zu beraten und dann endgültig zu entscheiden, möglicherweise auch für einen anderen Anbieter als den kostengünstigsten oder für die eigene Betriebsführung. Die Bürgermeisterin und weitere Mitarbeiterinnen bewerteten die zum Teil massiven Angriffe als Misstrauen gegenüber der Verwaltung.