Der Wald leidet unter Trockenheit und Hitze. Käferholz überschwemmt den Markt, die Preise sind eingebrochen. Für Jahre ist nicht mit Gewinnen zu rechnen. Der klimastabile Waldumbau wird teuer. Einen Überblick über die Probleme des Waldes gegeben hat Bernhard Schirmer, Leiter des Forstbezirks Kandern-Schopfheim, im Schwörstädter Gemeinderat, der einstimmig dem Forstbetriebsplan 2021 zustimmte.

Schirmer stellte dar, dass die Temperatur seit schon 30 Jahren über dem Mittelwert liegt. Zudem fehle dem Wald pro Quadratmeter 500 Liter Niederschlag: „Der Waldboden ist tiefgründig ausgetrocknet“, sagte er. Die Bäume hätten kaum Abwehrkräfte gegen Schädlinge.

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Die Sägewerke arbeiteten an der Kapazitätsgrenze. Es falle mehr Holz an, als verarbeitet werden kann und werde trotz des Tiefpreises viel nach Asien exportiert. 2009 betrug der Verkaufspreis für einen Festmeter (Fm) Fichtenholz noch 65 Euro, zwischenzeitlich stieg er sogar, aktuell liegt er jedoch nur noch bei 30 Euro. Es würde nicht einmal mehr zwischen gutem Fichtenholz und Käferholz unterschieden. Insgesamt ist es ein Defizitgeschäft für den Forst. Dabei müsse gegen Borkenkäfer gekämpft und mehr Aufwand für Verkehrssicherung betrieben werden, was höhere Kosten verursacht.

Klimastabiler Waldumbau

Im Gemeindewald wurden 2020 bislang 900 Festmeter Holz geschlagen. Der Schwerpunkt lag dabei auf zufälliger Nutzung, also beim Schadholz, wodurch Kahlflächen entstehen und über Jahre brach liegen werden. Gepflanzt werden weniger Fichten und Buchen, dafür mehr Douglasien, Eichen und andere Baumarten. „Der Klimawandel ist brutal bis katastrophal angekommen“, meinte Schirmer. Es brauche auch staatliche Unterstützung für den klimastabilen Waldumbau.

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Für das kommende Jahr ist der Hieb von 910 Festmeter geplant. Käferholz soll aufgearbeitet, planmäßiger Nadelholzeinschlag weitgehend vermieden und stattdessen in Laubholzbestände ausgewichen werden. Auf 1,5 Hektar (ha) soll die Kulturvorbereitung stattfinden, auf 11 ha die Kultursicherung und auf 4,3 ha die Jungbestandspflege. 2400 Bäumen würden gepflanzt. Für 2021 rechnete Schirmer mit einem Defizit von 10 400 Euro.

Forstrevierleiter Thomas Hirner kündigte auf 4,5 ha eine Eichen-Erstaufforstung im Gewann Ramsberg als Ausgleichsmaßnahme für den Bau der A 98 an. Zudem werden vom 16. bis 28. November zur Verkehrssicherung an der K 6353 zwischen Schwörstadt und Schopfheim Bäume gefällt und dafür dort die Straßen gesperrt. Eine Umleitung ist über Wehr geplant.