In kleinerem Rahmen als eigentlich vorgesehen diskutierten die Schwörstädter Gemeinderäte in der jüngsten Sitzung über den erarbeiteten Gemeindeentwicklungsplan. Corona ließ für den ursprünglich vorgesehenen Bürgertreff zur Beschlussfassung keinen Raum. Dennoch: Die abschließenden Präsentation der seit zwei Jahren erarbeiteten Handlungsrichtlinie für die nächsten 15 Jahre stellte die Bedeutung schon heraus.

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Martina Hinrichs, Leiterin der Stabsstelle für Strukturpolitik im Landratsamt, hatte der damals noch neu im Amt stehenden Bürgermeisterin den Hinweis auf die Erfordernis eines solchen Planes gegeben, um künftig zielgerichtet an Fördermittel zu gelangen. Als Begleiterin des Prozesses sei sie sehr erfreut darüber, wie in Schwörstadt Gemeinderat, Verwaltung und Bürger gemeinsam an der Erarbeitung des Planes mitwirkten.

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„Der Landkreis strebt stets den Mix aller Aufgabenbereiche an, also Gewerbe, Versorgung, Wohnen und Mobilität sollen ebenso berücksichtigt werden wie Kultur, Sport und Ehrenamt“, sagte sie. „All das ist hier gut bedacht.“ Noch haben nicht alle Gemeinden im Kreis solche Zielstellungen beschlossen, vor allem wenige kleine Orte schafften das bisher noch nicht. Geleitet hatte den Prozess die Immobilien Kommunalentwicklung der Landesbank Baden-Württemberg. Berit Ötinger erinnerte an die Auftaktveranstaltung und die Projektwerkstatt im Herbst 2018. Die Einwohner wurden mitgenommen und seien gerne mitgekommen, meinte sie. Deshalb bewerte sie den vorliegenden Plan als wirklich gemeinschaftlich erarbeitete Zielstellung.

Mehr als 100 Seiten

Weit über 100 Seiten umfasst der Gemeindeentwicklungsplan bis 2035. Festgelegt sind darin zehn Schlüsselprojekte. Ihre Reihenfolge ergab sich nach Bewertung durch Einwohner und Gemeinderat. An der Spitze stehen die Stärkung des Ehrenamtes und die Sicherstellung der Kinderbetreuung.

Es folgen Naherholung und Tourismus auf den Rheinwiesen, Aufwertung und Ergänzung der Sportinfrastruktur, das künftige Wohngebiet „Am Rhein“ und die Ausweisung eines Sanierungsgebietes. Schließlich wurden die Schaffung eines Ortszentrums, die Gewerbeflächenentwicklung und die Aufwertung der Ortsdurchfahrt festgelegt. Und, obwohl von Schwörstadt nicht zu beeinflussen, als Entwicklungsfaktor steht eben auch der Bau der Autobahn. Für jeden Bereich sind nunmehr Ausgangslage, Zielstellung und Zuständigkeiten klar fixiert.

In der Aussprache wies Doris Schütz darauf hin, dass gerade die CDU-Fraktion seit vielen Jahren die Erstellung eines solche Planes gefordert habe. „Für unseren Ort ist es außerordentlich wichtig, die Einwohnerzahl möglichst zu erhöhen, zumindest aber nicht sinken zu lassen“, beschrieb sie die Situation. „Dies hat enorme Auswirkung auf die Finanzkraft, deshalb müssen wir alle Fördertöpfe für uns erschließen.“ Nunmehr bestehe die Chance, sowohl vom Land als auch von der Europäischen Union Fördermittel zu erhalten.

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Stephan Frank (CDU) hob die Ergänzungsfähigkeit des Planes hervor und fügte den Brecht-Gedanken an: „Ein Plan ist teuer, doch ohne Plan ist es noch teurer“. Die Beschlussfassung erfolgte einstimmig.