Der Stillstand kam, wie überall in Südbaden, auch in Schwörstadt kurz nach der Fasnacht. Dossenbach hatte gerade noch die Chance, einmal kurz närrisch nach Ägypten zu reisen. In der fröhlichen Stimmung ahnten die Besucher des Balls nicht, dass dies für lange Zeit das letzte große Vergnügen gewesen sein sollte – passiert ist allerdings trotz vieler Absagen seither einiges.

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Vor der Fasnacht waren viele Einwohner den Einladungen zu den beiden Neujahrsempfängen in Schwörstadt und Dossenbach gefolgt. Im oberen Ortsteil nutzte dabei Helmut Hälker die Gelegenheit, um sein Hilfsprojekt „Wald schafft Zukunft“ vorzustellen. Im Rahmen dieses Projektes gestaltete er auch Projektwochen an der Grundschule Schwörstadt. Mitte März begann die Zeit der vielen Ausfälle: Feuerwehrversammlung, Konzerte, Ferienprogramm, Kinderfußballturnier und vieles andere gab es in diesem Jahr nicht.

Kinder fanden besondere Beachtung

Der Nachwuchs stand mehrfach im Jahr im Blickpunkt des Gemeinderates. Für den 1. März kommenden Jahres, den Stichtag zur Berechnung des Bedarfs für die Kinderbetreuung, werden 472 Mädchen und Jungen unter 14 Jahren erwartet.

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Dementsprechend wurde in den zurückliegenden Monaten der Ausbau mehrerer Räume in der Grundschule Schwörstadt zum Kindergarten vorangetrieben. Bisher besuchen 114 Kinder die beiden Tagesstätten in Schwörstadt und Dossenbach, weitere zehn Kinder unter drei Jahren finden bei Tagesmüttern Betreuung. Für die Kindertagesstätten erhielt die Gemeinde in diesem Jahr Zuschüsse von Bund und Land in Höhe von mehr als 252.000 Euro.

Entwicklungskonzept beschlossen

Die wohl weitreichendste Entscheidung traf der Gemeinderat im Mai mit dem Beschluss des Entwicklungskonzeptes bis 2035. Darin sind die wichtigsten Leitlinien für alle Lebensbereiche umrissen. Vorausgegangen war ein über viele Monate andauernder Dialog mit den Einwohnern, deren Vorschläge waren erwünscht, viele davon wurden eingearbeitet.

Das gesamte Investitionsvolumen von mehr als elf Millionen Euro soll im Verlauf von vier Etappen für neue Projekte bereitgestellt werden. Auf die vorderen Positionen für diesen Plan stellten die Einwohner die Kinderbetreuung, ebenso die Verbesserung des öffentliche Verkehrs, die Förderung des Ehrenamtes und den Ausbau der Sportanlagen.

Wohnungsbauvorhaben stockt kurz

Ebenfalls aus den Vorjahren mitgebracht nach 2020 wurde die Planung für das neue Wohngebiet „Am Rhein“. Eigentlich sollte in diesem Herbst das endgültige Planverfahren eingeleitet werden, doch einige der bisherigen Eigentümer verkaufen ihre Flächen nicht. Trotz eindringlicher Begründungen des Gemeinderates für den Verkauf der Flächen blieben drei Eigentümer bei ihrer Ablehnung.

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Für die Gemeinde allerdings ist der Bau des neuen Wohngebietes ein nahezu überlebenswichtiges Vorhaben. Schließlich soll nicht nur Abwanderung aufgehalten, sondern vor allem Zuzug gefördert werden. Nur mit wachsender Einwohnerzahl steigen die Zuweisungen, die erforderlich sind, um die Infrastruktur zu halten und auszubauen. Inzwischen aber, so bestätigte Bürgermeisterin Christine Trautwein-Domschat, sind Überlegungen vorangeschritten, das neue Wohngebiet unter Ausschluss der verweigerten Grundstücke zu errichten.

Tempo 30 auf der Bundesstraße

Auch mit Wohnqualität zu tun hat die im Herbst durchgesetzte Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit auf der Bundesstraße 34. Der im Vorjahr beschlossene Lärmschutzplan sieht diese Einschränkung für Autofahrer vor. Damit verringert sich für die Anwohner die Geräuschkulisse des Straßenverkehrs.

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Allerdings erfolgte die Beschilderung durch die Verkehrsbehörde nicht gerade konsequent, noch fehlen einige Schilder, sodass auf der gesamten Länge der B 34 im Ort noch einige „50er-Lücken“ bestehen.