Trotz mancher Turbulenzen in den zurückliegenden Wochen kam die Vorbereitung für das Baugebiet am Rhein in Schwörstadt doch voran. In der jüngsten Gemeinderatssitzung hat Arno Linder von der Gesellschaft für kommunale Baulanderschließung nochmals einen Überblick über den Stand der Grundstücksverkäufe gegeben.

Unzufrieden mit geringem Kaufpreis

Speziell wegen dieses Tagesordnungspunkts waren zahlreiche Zuhörer in die Festhalle gekommen. Etliche Grundstückseigentümer hatten gezögert, andere zunächst verwehrt, ihre Flächen für diesen Zweck zu verkaufen. Sie forderten dazu die Verringerung der Abzugsflächen. Wenn Baugelände von Privateigentümern aufgekauft wird, erfolgt stets ein Flächenabzug, der sich auf den Gesamtpreis auswirkt. Und zwar werden die Anteile jener Flächen herausgerechnet, die für die künftige öffentliche Nutzung, also Straßen und Gehwege etwa, benötigt werden. Dafür waren zunächst 37 Prozent angesetzt. Auf Drängen der bisherigen Eigentümer wurden die Flächen zur Allgemeinnutzung verringert.

Schmalere Straßen

So sollen nunmehr statt kombinierter Geh- und Radwege mit 2,50 Meter Breite nur Gehwege von 1,50 Meter Breite angelegt werden, weil im Gebiet ein solch geringes Verkehrsaufkommen zu erwarten ist, dass Radfahrer die Straße gefahrlos nutzen können. Auch entfallen die speziell ausgewiesenen Parkflächen, weil sicherlich nur wenige Besucher am Straßenrand parken können. Ebenso wird die bereits bestehende Rheinbadstraße – wenn auch in geringerer Breite als künftig – nicht in den Abzug eingerechnet. Damit wird die Abzugsfläche niedriger als vorgesehen.

Die Altlasten

Ein anderes Anliegen der Grundstückseigentümer war die Kostendeckelung für die Beseitigung von Altlasten, weil sich auch dies auf den Preis auswirkt. Arno Linder erklärte dazu: „Bisher wurden elf Schürfungen durchgeführt, um die Ausmaße und die Qualität der Ablagerungen einzugrenzen, überwiegend handelt es sich um Ziegel, Asphalt, Blechteile, Stofffolien und Kohlen bis in zwei Meter Tiefe.“ Aushub könne nach entsprechender Bearbeitung für den Straßenbau an gleicher Stelle wieder unter den künftigen Fahrbahnen eingesetzt werden, hieß es.

Die Kosten

Anders sieht es bei den Massen aus, die auf künftigen Bauflächen liegen, diese müssten anderweitig entsorgt werden. Betroffen ist eine Fläche von rund 600 Quadratmetern. Etwa 600 Kubikmeter Erdreich müssen ausgehoben und abtransportiert werden. Der Aufwand dafür liegt bei etwa 35.000 Euro, inklusive Mehrwertsteuer.

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In der vorangegangenen Sitzung hatte Gemeinderätin Doris Schütz beantragt, eben diese beiden Punkte nochmals mit dem aktuellen Stand zu erläutern. Der Gemeinderat unterbrach seine Sitzung, um den anwesenden Einwohnern Gelegenheit zur Mitsprache zu geben. Dabei äußerten diese ihre Zufriedenheit über die jetzt angebotenen Lösungen und fragten nach, warum es diese nicht bereits im Oktober gegeben habe. Da hätten sie sich von der Verwaltung etwas mehr Flexibilität gewünscht. Mit diesen Informationen sei das Verfahren gelaufen und die Vereinbarungen auf gutem Weg zur Unterschrift, meinten die Grundstückseigentümer.