Noch einmal stand der plötzliche Rücktritt von Gemeinderat Stephan Frank auf der Tagesordnung des Gremiums. Der Grund: Für die Verwaltung widerspricht der von ihm genannte Grund der Gemeindeordnung. Der Rücktritt kann also nicht akzeptiert werden. Auf die Bitte an ihn in der jüngsten Sitzung, wieder am Ratstisch Platz zu nehmen, verließ er allerdings den Saal.

Stephan Frank hatte im Januar wie berichtet während einer Gemeinderatssitzung seinen sofortigen Rücktritt vom Amt erklärt, weil er die Einrichtung von Kindergartenräumen in der Schule in der mehrheitlich beschlossenen Lösung „als Architekt und Gemeinderat nicht mittragen“ mochte. Unmittelbar nach dieser wohl vorbereiteten Erklärung hatte er damals den Saal verlassen. Nach der rechtlichen Prüfung befasste sich der Gemeinderat in der Vorwoche erneut damit. Die Verwaltung legte dabei dar, dass die Begründung Franks für seinen sofortigen Rücktritt nicht akzeptiert werden kann, weil sie der Gemeindeordnung widerspreche. Mögliche, zu akzeptierende Gründe für einen Rücktritt wären zum Beispiel anhaltende Erkrankungen, die zehnjährige Zugehörigkeit zum Gremium oder das Lebensalter über 62 Jahre.

In der Aussprache informierte Harald Ebner denn auch darüber, dass die gesamte CDU-Fraktion von diesem unangekündigten Rücktritt überrascht gewesen sei. Ebner bat Stephan Frank, doch sein Lebensalter in die Begründung für den Rücktritt aufzunehmen, damit dieser akzeptiert werden könne. Andererseits kritisierte Ebner auch, dass Frank mittlerweile zu einzelnen Themen bei Behörden vorstellig werde und dabei offen Kritik an den Ratskollegen und der Verwaltung anbringe. „Auch die Äußerung, dass er nur das Beste für die Gemeinde will, aber die anderen Räte dies nicht unterstützen, ist ein offener Affront gegen die Gemeinderäte insgesamt,“ sah Ebner Stefan Franks Verhalten kritisch.

Frank Lückfeldt (Freie Wähler) würdigte die ideenreiche Mitarbeit Franks, bestätigte aber auch, dass die Planung für den Kindergarten ausgewogen war. „Schade dass Du gehst, Deine Stimme war uns wichtig“, wandte er sich an Frank. Doris Schütz (CDU) griff das Thema später nochmals in ihrer Haushaltsrede auf. Angesichts der sehr engen Haushaltslage der Gemeinde sei nicht nachvollziehbar, dass Frank eine neue Planung für diese Investition einreichte, die Mehrkosten von grob 250.000 Euro nach sich gezogen hätten. Ebenso unverständlich sei, darauf zu beharren, nur mit dem Aufwand sei ein gut funktionierender Kindergarten einzurichten.

Entsprechend der Gemeindeordnung bestätigte der Gemeinderat, dass der von Stefan Frank genannte Rücktrittsgrund nicht der Gesetzeslage entspricht und somit nicht anerkannt werden kann. Als Bürgermeisterin Christine Trautwein-Domschat daraufhin Stephan Frank bat, wieder am Ratstisch Platz zu nehmen, verließ dieser den Saal. Trautwein-Domschat muss nun ein Zwangsgeld gegen ihn erlassen, wenn er seine Aufgaben pflichtwidrig nicht mehr erfüllen möchte. Wie alle Gemeinderäte hat sich auch Stephan Frank in der ersten Sitzung nach der Wahl dazu verpflichtet, Gesetze und Rechtsvorschriften einzuhalten, dazu gehört eben auch die Gemeindeordnung.