Frau Trautwein-Domschat, die Ortskernsanierung von Schwörstadt steht in den Startlöchern. Bis 2030, so der engagierte Plan, soll das Projekt abgeschlossen sein. Was steht aber zunächst in diesem Jahr an?

Dieses Jahr treten wir in die konkreten Planungen ein. Die Gemeinde konnte das Grundstück, auf dem sich der Autohändler befindet, an der Bundesstraße erwerben. Da könnte sich im Jahr 2023 als Erstes etwas tun. Unsere Gemeinde braucht Wohnraum – hier ist das Stichwort Nachverdichtung. Drei weitere Eigentümer haben ebenfalls schon signalisiert, mit der Gemeinde zu kooperieren. Neben der Schaffung von Wohnraum stehen auch energetische Aufwertungen, beispielsweise durch das Installieren einer neuen Heizung oder einer Photovoltaikanlage, im Fokus. Auch für diese Maßnahmen können die Eigentümer von Fördermitteln profitieren. Es wird in den nächsten Jahren aber auch um eine Verbesserung der Infrastruktur gehen. Barrierefreie Wege und Zugänge werden in Zukunft immer wichtiger. Über das künftige Aussehen des neuen Ortskerns darf man noch fantasieren – die Bürger sind ausdrücklich aufgefordert, sich dabei zu beteiligen.

Der neue Ortskern ist nur eine Aufgabe, die auf Schwörstadt zukommt. Sie haben mal von Schwörstadt als einem Ort der kleinen Schritte gesprochen. Welche kleinen Schritte wird die Kommune in diesem Jahr noch gehen?

Wir werden Mammut-Projekte abschnittweise in kleinen Schritten bewältigen – das erfordert ein hohes logistisches Zusammenspiel.

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Können Sie einige dieser sogenannten kleinen Schritte nennen?

Wir werden beispielsweise die Infrastruktur ertüchtigen. Dazu zählt die Nahwärmeversorgung im Neubaugebiet, die Ertüchtigung der Straßenlaternen mit LED und das Breitband kommt, was zusammen mit der Erneuerung der Wasser- und Abwasserleitungen passieren wird. Und zum Thema Ossenbergentwässerung – da werden noch in diesem Jahr die Bagger rollen.

Das sind eine Menge baulicher Projekte – was wird sich in Schwörstadt 2022 noch tun, wenn wir die schweren Maschinen außer Acht lassen?

Am 4. Januar wurde der neue kommunale Kindergarten in dem Grundschulgebäude in Schwörstadt bezogen. Mit dem so entstandenen Kinderbildungszentrum sollen das Erziehungsprogramm des Kindergartens und das Bildungsprogramm der Schule inhaltlich und baulich gemeinsam genutzt werden. Wir sind zudem dran, das Zertifikat Naturparkschule zu erlangen. Auch der Kindergarten soll einen Bezug zur Natur bekommen. Wir sind keine Industriegemeinde – die Natur passt zu uns.

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Nach der ersten Corona-Welle im August 2020 hatten Sie noch geäußert, dass Schwörstadt verhältnismäßig glimpflich davongekommen ist. Wie sehen Sie die Situation heute?

Corona hat viele Prozesse verlangsamt oder kam uns gar dazwischen. So hatten wir zum Beispiel mal einen Mittagstisch für Senioren geplant. Den kulturellen Bereich hat es natürlich auch sehr hart getroffen und damit auch das Gemeindeleben. Auf zwei Veranstaltungen im Sommer können sich die Schwörstädter aber jetzt schon freuen: Der Gesangverein Dossenbach feiert im Sommer sein 50-jähriges Bestehen und der Musikverein Schwörstadt begeht seien 125. Geburtstag.

Stichwort Sommer: Da erfrischen sich viele Schwörstädter gerne im Freibad. In der vergangenen Saison konnte der Betrieb nur unter großen Kraftanstrengungen aufrecht erhalten werden. Die technische Ausstattung des Bades ist so überaltert, dass sich kaum noch Ersatzteile für Reparaturen finden lassen. Wird es 2022 eine Freibadsaison in Schwörstadt geben?

Da steht ein großes Fragezeichen. Die Technik ist das eine – ein weiteres Problem ist aber, dass es an Personal für den Badebetrieb mangelt. Und wir haben in der Verwaltung niemanden, der sich mit dem Thema vollumfänglich befassen könnte. Auch Kioskbetreiber findet man nicht. Die Kommune kann das Bad nicht betreiben. Damit es aber für einen externen Betreiber attraktiv wäre, müsste man rund sechs Millionen Euro für eine Renovierung und Ausbau investieren. Aus meiner Sicht sollte man das Bad nicht schließen – es ist nicht nur für die Kinder zum Schwimmenlernen wichtig.

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Was wünschen Sie sich für die Gemeinde für das Jahr 2022?

Ich wünsche mir für Schwörstadt, dass wir mit den geplanten Projekten vorankommen. Aber auch, dass wir alle die Gemeinschaft wieder mehr pflegen können und Corona sich endlich dem Ende neigt.