Der Schwörstädter Gemeinderat verkürzt seine Sommerpause mit einer außerplanmäßigen Sitzung Ende des Monats. Dafür hat er sich in der Vorwoche entschieden. Grund dafür ist die Arbeitsvergabe zur technischen Betriebsführung der Wasserversorgung.

Zu viel Arbeit

Die Verwaltung hatte die grundsätzlichen Regelungen der Wasserversorgung berechnet. Das Leitungsnetz ist 30 Kilometer lang und hat 770 Anschlüsse. Pro Jahr entnehmen die 2600 Einwohner und die Gewerbebetriebe rund 137.000 Kubikmeter Trinkwasser. Bisher betreuten der Werkhofleiter und ein weiterer Mitarbeiter das Netz. Bürgermeisterin Christine Trautwein-Domschat begründete die Vergabe der Betriebsführung vor allem mit den wachsenden Anforderungen, die die Gemeindemitarbeiter nicht mehr bewältigen können.

Die Anforderungen

So sehen die Rechtsvorschriften ständige Weiterbildung für hygienische Vorschriften im Trinkwassernetz vor. Außerdem kann die Gemeinde die Materialvorhaltung zu Sicherung des Netzes und schnelle Reparatur bei Schäden nicht gewährleisten. „Mit solcher Einzelbetreuung ist die Netzerhaltung deutlich teuer, als wenn das von einem spezialisierten Unternehmen ausgeführt wird“, so die Bürgermeisterin. Die Verwaltung hatte die Betriebsführung unter drei Unternehmen ausgeschrieben und die Vergabe an den günstigsten Bieter Energiedienst vorgeschlagen. Das Unternehmen verfügt über Erfahrung und ist durch die räumliche Nähe auf schnelle Einsätze vorbereitet. Von den Gemeinderäten kam Widerstand.

Die Ablehnung

Zunächst aus rein förmlichem Grund, da die Verwaltung die Zahlen von Energiedienst erst am Nachmittag vor der Sitzung erhielt, konnten die Werte nur als Tischvorlage eingebracht werden. Daran störten sich Gemeinderäte. Mit gut 42.000 Euro pro Jahr liegen die Kosten unter den 60.000 Euro, die im Eigenbetrieb Wasserversorgung für die Netzbetreuung eingeplant waren.

Weitere Bedenken

Auch gab es Kritik daran, dass die Leistungen des Bauhofleiters als Wasserwart nicht ausreichend dokumentiert worden seien, es kamen Zweifel auf, ob mit der Vergabe die eigene Handlungsfähigkeit für das Wassernetz erhalten bleibe und ob nicht eine noch wirtschaftlichere Variante gefunden werden könnte. Schließlich formulierte Gemeinderat Ralf Stobbe den grundsätzlichen Einwand der Gemeinderäte: „Wir fühlen uns unter Druck gesetzt, unmittelbar nach Vorlage der Zahlen eine Entscheidung zu treffen.“

Die Vertagung

Eine mehrmonatige Verschiebung der Vergabe ist nicht möglich, denn der Bauhofleiter geht im Spätherbst in den Ruhestand, dann wäre kein Mitarbeiter mit Kenntnissen zum Wassernetz vorhanden. Außerdem steigen die rechtlichen Anforderungen. So ist für die Netzbetreuung ein qualifizierter Wassermeister zu bestellen, den die Gemeinde nicht anstellen kann. Deshalb beschlossen die Gemeinderäte eine außerplanmäßige Sitzung am 29. Juli.