Seit gut zwei Jahren arbeiten die Helfer vor Ort in Schwörstadt. Die Gruppe aus Frauen und Männern aus dem Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes fand sich im Herbst 2019 zusammen, um in Notfällen als Erste dort einzutreffen, wo Hilfe benötigt wird. Seither haben die Helfer 55 Einsätze absolviert.

Schwörstadt ist von den nächsten Rettungsstationen ein Stück weit entfernt, ob aus Rheinfelden, Lörrach oder Bad Säckingen, Notfallfahrzeuge sind von dort aus einige Zeit unterwegs. Für solche Situationen gibt es überall in Deutschland Helfer vor Ort. Nun kam die Gruppe in den Räumen des DRK Schwörstadt zusammen, um Bilanz zu ziehen und sich auf das kommende Jahr vorzubereiten.

Fast alle Mitglieder der Helfergruppe sind zur kurzen Beratung gekommen. Zwei Jahre erfolgreicher Arbeit liegen hinter ihnen.
Fast alle Mitglieder der Helfergruppe sind zur kurzen Beratung gekommen. Zwei Jahre erfolgreicher Arbeit liegen hinter ihnen. | Bild: Rolf Reißmann

In Notfällen wird die Gruppe gleichzeitig mit dem Notarzt alarmiert, mit Hilfe einer App stimmen sie sich untereinander ab, wer sofort los eilt. Zumeist treffen sie schon drei oder vier Minuten danach am Notfallort ein. Martin Weigel leitet die Helfergruppe in Schwörstadt. „Einmal ist es die räumliche Nähe, die uns schnell sein lässt. Außerdem kommen uns die gute Orts- und Personenkenntnis zugute“, sagte er. Schließlich passiere es immer wieder, dass Menschen bei der Notfallmeldung vor lauter Aufregung wichtige Angaben verwechseln, es würden Hausnummern falsch genannt oder andere Angaben fehlerhaft genannt. Das ist verständlich, aber den Rettern bringt dies mitunter Zeitverlust.

Die Helfer vor Ort sehen es als wichtigste Aufgabe, schnell organisatorische Hilfe zu geben und den Notarzt schnell heranzuleiten. Dazu gehört die Öffnung der Türen, Wege im Treppenhaus oder in der Wohnung frei zu räumen, eventuell Aufzüge für die Retter frei zu halten. Aber auch die fachliche Qualifikation lässt die Helfer vor Ort zu wichtigen Partnern für die Notärzte werden. Zwar ist medizinische Hilfe nicht ihre vorrangige Aufgabe, doch mit ihrer Notfalltasche sind sie in der Lage, zu reanimieren oder starke Blutungen abzubinden. Mit Messungen von Blutdruck und Sauerstoffgehalt leisten sie wichtige Vorarbeit für das wenige Minuten später eintreffende Rettungsteam.

Seit der Gründung der Gruppe wurden 55 Einsätze erfolgreich absolviert, nur achtmal konnte nicht geholfen werden, weil sich zum Zeitpunkt des Alarms kein Helfer im Ort aufhielt. „Allein unsere Anwesenheit beruhigt schon Angehörige oder Nachbarn, die den Notfall melden“, beschrieb Weigel. Die Angehörigen seien oft ziemlich aufgewühlt: „Wenn einer von uns da ist, wissen sie, dass gleich Notarzt und Rettungswagen eintreffen werden und wir gemeinsam bis dahin weitere Vorbereitungen treffen können.“

Darüber hinaus übernehmen die Helfer vor Ort noch eine weitere wichtige Unterstützung: Sie leisten die erforderliche Nachsorge. Wird die medizinisch versorgte Person ins Krankenhaus gebracht, bleiben mitunter Kinder oder hilflose Angehörige zurück, die ebenfalls Unterstützung benötigen. Oder in der Wohnung leben Tiere, die versorgt werden müssen. Selbst den Verschluss einer Wohnung bei Alleinstehenden übernehmen die Helfer vor Ort.

Während der kurzen Zusammenkunft dieser Tage berichtete Weigel davon, wie gut die Arbeit der Helfer vor Ort bei den Betroffenen ankomme. Die Einsätze würden rein ehrenamtlich und in der Freizeit der Mitglieder bestritten, betonte er. Die Notfalltaschen seien derzeit noch etwas praller gefüllt, denn es gehöre derzeit auch die Corona-Schutzausrüstung dazu.