Die Kindergartenbedarfsplanung zeigt, dass Schwörstadt die Versorgungsquoten für Kindergarten- und Krippenkinder nicht erfüllt.

  • Die Lage: Der Kindergarten St. Elisabeth verfügt über vier Ü-3-Gruppen mit 80 Plätzen. Die Belegzahlen steigen seit Jahren kontinuierlich. Der gemeindeeigene Kindergarten in Dossenbach bietet 50 Plätze in drei Gruppen, von denen eine für Kinder unter drei Jahren ist. Auch dort wuchs der Bedarf kontinuierlich, für die U-3-Gruppe gibt es eine Warteliste. 2019 erhielt die Kommune 8900 Euro als Zuschuss aus dem interkommunalen Kostenausgleich, da fünf auswärtige Kinder den katholischen Kindergarten besuchten. 2020 mussten 3500 Euro an andere Kommunen erstattet werden. Zum 1. März waren 124 von 130 Plätzen in Schwörstadt belegt.
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Der Vergleich der Jahre 2017 bis 2020 zeigt, dass es in den meisten Altersgruppen von null bis sechs Jahren zu einem Zuwachs gekommen ist. Das werde sich in den kommenden Jahren fortsetzen. Maßgeblich sind der Zuzug von Familien ins Baugebiet Zohlen und die Erschließung des Baugebiets Am Rhein.

  • Quoten und Bedarf: Im Alter bis drei Jahre zählte die Gemeinde zum Stichtag am 1. März 103 Kinder, wobei nur jeweils zehn Plätze in der Krippe und in der Tagespflege verfügbar sind. Dem Rechtsanspruch der Familien steht eine kommunale Versorgungsquote von nur 19,42 Prozent entgegen. Um das Ziel der Quote von 35 Prozent im U-3-Bereich zu erreichen, müsste die Kommune 33 Betreuungsplätze vorhalten.
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Zum Stichtag zählte die Kommune 142 Kinder zwischen drei und sechs Jahren, sodass der Bedarf nicht gedeckt ist. Die Gemeinde erzielt eine Versorgungsquote von 87,32 Prozent. Um dem Bedarf an Plätzen gerecht zu werden, ist die Einrichtung einer weiteren Ü-3-Gruppe mit rund 28 Kindern an der Schule im Heidenstein zum 1. September 2021 geplant. CDU-Gemeinderat Stefan Frank kritisierte, dass für die zur Verfügung stehende Fläche keine so große Gruppe genehmigt würde. Beim kostenpflichtigen Betreuungsangebot der verlässlichen Grundschule waren zum Stichtag 24 Kinder auf maximal 25 Plätzen angemeldet. Ein Ausbau ist für das Schuljahr 2020/21 nicht geplant.

  • Gebührenerhöhung: Der Gemeindetag empfiehlt die pauschale Erhöhung der Kindergartengebühren um 1,9 Prozent bei zwölf Monatsraten. Beim Kindergarten Dossenbach werden nur elf Monatsraten erhoben. Die Verwaltung schlug vor, die Gebühren für 2021 um drei Prozent (3,60 Euro) auf 121,60 Euro für elf Monatsraten zu erhöhen. Auch die Krippengebühren sollen um drei Prozent (8,60 Euro) auf 294 Euro gehoben werden. Die Beträge bleiben unter den vom Gemeindetag empfohlenen Gebühren von 130 Euro für den Kindergarten und 384 Euro für die Krippe. Die Kosten für ein zweites, drittes oder viertes Kind aus dem gleichen Haushalt werden wie bisher gestaffelt reduziert.
  • Bedarfsplan und Abrechnung: Der Gemeinderat stimmte bei einer Enthaltung der Kindergartenbedarfsplanung und der Gebührenerhöhung zu. Ein von Stefan Frank gestellter Antrag, die Gebühren in zwölf statt elf Monatsraten abzurechnen, wurde zurückgestellt, um darüber fachlich zu beraten. Zudem beschloss der Gemeinderat einstimmig eine Nutzungsordnung für den Kindergarten Dossenbach, da die Kommunalaufsicht kürzlich bei einer Prüfung kritisiert hatte, dass sie für den Kindergarten noch nicht erlassen worden ist.