Wenn es um den Wassersport im Allgemeinen und den Kanusport mit all seinen sportlichen Bereichen im Speziellen geht, dann ist der Wassersportverein (WSV) „Rheinstrom“ Schwörstadt eine Adresse, an der man am Hochrhein und am Oberrhein kaum vorbeikommt. Einen guten Ruf hat der WSV schon vor Jahren erworben, wenn Wassersportler des Vereins Erfolge auf nationaler wie internationaler Ebene erzielt haben. In den vergangenen Jahren rückten die beliebten Rheinstromtage mit den Drachenbootrennen sowie die Stand-Up-Paddling-Wettbewerbe in den Fokus der Öffentlichkeit. Aufgrund der Corona-Pandemie musste diese Veranstaltung in diesem Jahr jedoch abgesagt werden.

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Dennoch sind die Drachenbootrennen nach wie vor überaus beliebt und auch der WSV verfügt über ein solches Boot, das noch immer gerne eingesetzt wird, wenn auch eher in heimischen Gefilden. Wie der Vorsitzende Dirk Käsinger berichtet, nimmt der Verein an internationalen Rennen nicht mehr teil. Zu groß sei der Aufwand, und auch die Kosten seien immens, um im internationalen „Drachenboot-Zirkus“ mit dabei sein zu können.

Die Interessen des Vereins haben sich daher auch etwas verlagert. So erleben aktuell die sportlichen Bereiche Outrigger und Stand-Up-Paddling (SUP) einen großen Zuspruch, ein Trend, der sich schon seit Längerem abzeichnet. In beiden sportlichen Bereichen engagiert sich der WSV auch an Wettkämpfen in Deutschland und in der Schweiz. Zu den bekanntesten zählt der jährlich stattfindende „Lightcom Cup“, der vom eigenen Verein ausgetragen wird und bei dem einzelne Kanuten sowie ganze Teams gegeneinander antreten. Wann der „Lightcom-Cup“ in diesem Jahr stattfindet, ist wegen der Corona-Pandemie ungewiss.

Im Gegensatz zum Drachenbootsport bietet das Outrigger-Kanu-Fahren intensivere Trainingsmöglichkeiten, wie der Abteilungsleiter Outrigger, Hubert Schlageter, erklärt. Dies liege vor allem an den wechselseitigen Paddelschlägen, während die Sportler beim Drachenbootfahren lediglich einseitige Paddelschläge ausführen. Wie das Rudern sei auch das Fahren mit Outrigger-Booten in Einer-, Doppel-, Vierer-und in Sechser-Booten möglich. Die Boote zeichnen sich durch eine schmale Rumpfstruktur (37 Zentimeter breit) und einen zusätzlichen Ausleger aus.

Hoch im Kurs steht auch das SUP, das sich auch in Corona-Zeiten sehr gut eignet, wie Tobias Marten, Spartenleiter SUP, berichtet. Die Sportart zeichne sich vor allem durch die Komponenten Koordination, Balance, Kraft und Ausdauer aus. Darüber hinaus könne man bei dieser Sportart auch die Natur genießen, indem man sie sehr „gechillt“ praktiziere. Wie groß die Nachfrage nach Kursen ist, zeigt sich auch in diesen Tagen, wenn potenzielle Stand-Up-Paddler beim WSV ihre ersten Versuche auf dem Rhein machen.

Eine weiterhin wichtige Säule im sportlichen Angebot des WSV ist der Kanu-Rennsport, dem sich vor allem zahlreiche junge Bootssportler widmen. Beeindruckend ist dabei das behutsame Heranführen der Trainer von jungen Wassersportlern bei den regelmäßigen Trainingseinheiten.

Deutschlandweit hat der WSV auch während der Wendezeit im Jahr 1989 von sich reden gemacht. Damals spendete er dem ESV Dresden einige Boote, nachdem dort ein Bootshaus mitsamt den Kanus einem Feuer zum Opfer fiel. Dass daraus bis heute freundschaftliche Bande bestehen blieben, beweist dieser Tage der Besuch von Birgit Dunko und Eggbert Ewald aus Dresden, beide begeisterte Kanusportler. Sie nutzten die Gelegenheit, um in Schwörstadt mit einem Outrigger-Kanu bei idealen Bedingungen auf dem Rhein einige Runden zu drehen.

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