Die offizielle Eröffnung des Themenwegs „Auf Herweghs Spuren“ war für den 19. April geplant, wurde aufgrund der Corona-Krise abgesagt. Frei zugänglich ist der Weg entlang des historischen Schlachtfeldes schon seit Januar. Mitarbeiter Horatio Gollin hat sich den Themenweg angeschaut, der neben vielen Informationen zu Georg Herwegh und der Revolution von 1848 auch einen schönen Ausblick über das Dorf bietet.

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Der 1817 in Stuttgart geborene Georg Herwegh zählte 1841 trotz Zensur zu den deutschen Freiheitsliteraten. Heinrich Heine nannte ihn die Eiserne Lerche, wie man von einer der Tafeln auf dem Themenweg oberhalb von Dossenbach erfährt. Der demokratische Revolutionär stellte sich nicht nur mit der Feder gegen die aristokratische Herrschaft, sondern führte auch eine Freischar unter dem Namen „Deutsche Demokratische Legion“ an, die sich den badischen Revolutionären um Friedrich Hecker anschließen wollten, um den großherzoglichen Obrigkeitsstaat zu stürzen und eine Republik zu gründen.

Flucht in Richtung Schweiz

Die Vereinigung der Streitkräfte misslang. Heckers Truppen wurden am 20. April 1848 zwischen Kandern und Steinen geschlagen. Angesichts der Situation floh Herweghs Freischar durch das Wiesental Richtung Schweiz.

Der Themenweg beginnt beim Bürgersaal in Dossenbach in Verlängerung des Wegs zum Kindergarten. Als Panoramaweg verläuft er am Hang oberhalb des Dorfes, und der Blick erstreckt sich über ganz Dossenbach mit der prominent aufragenden evangelischen Kirche und den vielen alten Bauernhäusern. Gleich nach dem Kindergarten verlässt der Pfad das Dorf. Nach rund 500 Metern führt der Weg dann fort vom Hang und schlägt vor dem Wald einen Bogen zurück zum Bürgersaal.

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Die Arbeiten am Themenweg sind im vergangenen Dezember fertiggestellt worden, und schon seit Januar ist der Weg frei begehbar. Der Ortschaftsrat hat nicht nur im Vorfeld die Einrichtung des Weges vorangetrieben, die Ortschaftsräte haben auch die fünf Informationstafeln entlang des Weges aufgestellt, berichtet Ortsvorsteher Arndt Schönauer. Die Texte stammen von ihm, Heinz Siebold und Kurt Vollmar und kommen teilweise auch aus dem Ortschaftsrat. Die Gestaltung der Schilder hat das Grafikbüro Jeannot Weißenberger aus Schopfheim übernommen, der Eichener Gartenbaubetrieb Julius Wassmer hat den Weg geschottert.

Gefecht am 27. April 1848

Das Gefecht bei Dossenbach fand am 27. April 1848 statt. Herweghs Freischar wurde von einer Kompanie des sechsten Württembergischen Regiments gestellt. Die 650 Mann starke Deutsche Demokratische Legion hatten den 130 gut ausgerüsteten Soldaten nichts entgegenzusetzen. Auf den Infotafeln wird nicht nur der Hintergrund der Revolution von 1848 und das Gefecht bei Dossenbach beschrieben, sondern auch die Flucht Herweghs, der sich bei Gefechtsausbruch auf Höhe des Holwanger Hofs befand.

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Mit Hilfe des Karsauer Gastwirts Jakob Bannwarth konnten Herwegh und seine Frau über die Rheinbrücke in Rheinfelden in die Schweiz entkommen. Während 30 Freischärler getötet und 370 schon auf dem Schlachtfeld gefangen genommen wurden, starb Herwegh 1875, knapp 30 Jahre später, in Baden-Baden.

„Der Weg hat eine schöne Lage oberhalb vom Dorf und liegt voll in der Natur, direkt am ehemaligen Schlachtfeld“, sagt Schönauer. Der Ortsvorsteher weiß, dass der Weg von den Dossenbachern gerne für kurze Spaziergänge genutzt wird. Als Rundweg ist die Distanz von etwa 1200 Metern gut und leicht zu bewältigen. Der Weg verläuft meist eben und weist nur wenige Stellen mit kurzer, mäßiger Steigung auf. Bäume, Büsche und Hecken säumen den
Panoramaweg, der auch in Zeiten von Corona eine schöne Abwechslung an der frischen Luft bietet.

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