Die große Weichenstellung für die wichtigsten Entwicklungen bis 2035 hat im Herbst begonnen: Nach vorheriger Diskussion und einem Gemeinderatsbeschluss waren die Einwohner zur Eröffnung eines langen Diskussionsprozesses für einen Gemeindeentwicklungsplan eingeladen.

Doch das Jahr in Schwörstadt hielt noch weitere Höhepunkte bereit, viele große Projekte wurden auf den Weg gebracht.

  • Ideen für ÖPNV, Schulen, Vereine: Bereits zur Infoveranstaltung waren gut 200 Schwörstädter und Dossenbacher gekommen. Sie sollten ihre Ideen einbringen und machten davon rege Gebrauch. Sie möchten große und kleine Probleme des Alltags, die sie seit Jahren bewegen, beseitigen oder bessere Lösungen finden. Der öffentliche Nahverkehr, die Versorgung mit Dienstleistungen, aber auch die Schulentwicklung und das Vereinsleben wurden genannt. In einer zweiten Veranstaltung, einer Werkstatt, wurden die ersten Ideen noch einmal präzisiert. Fortgesetzt wird die Diskussion im kommenden Jahr.
  • Wohngebiet am Rhein auf dem Weg: Auch die Klausurtagung des Gemeinderates im Juni gab etliche Impulse für die weitere Diskussion wichtiger Themen. Wohnungsbau ist in Schwörstadt wie in vielen anderen Orten auch eine der wichtigsten Aufgaben. In diesem Jahr konnten endlich die Planungen für das neue Wohngebiet am Rhein auf den Weg gebracht werden, den Beschluss zur Erstellung des Bebauungsplanes dafür fasste der Gemeinderat im Dezember.
  • Mehr Schutz vor Starkregen: Bis auf wenige Details fertiggestellt ist das Neubaugebiet Zohlen in Dossenbach, nahezu alle Häuser dort oben sind inzwischen bezogen. Seit langem beunruhigt sind die Niederdossenbacher Einwohner über die bisher unzureichende Wasserableitung aus der engen Schlucht oberhalb der Siedlung. 2012 hatte ein Starkregen nahezu alle Grundstücke und Häuser in Mitleidenschaft gezogen, seitdem gab es Planungen zur besseren Ableitung größerer Wassermengen. Aber erst in den letzten beiden Jahren fielen Entscheidungen für praktische Lösungen. Im Sommer begann zunächst der Ausbau der vorhandene Wasserrinne. Ein Anfang, um den Anwohnern die größte Sorge zu nehmen.
  • Deutlich höhere Friedhofsgebühren: Einen für die Einwohner ziemlich spürbaren Beschluss musste der Gemeinderat im Juni fassen, nämlich die dich recht drastische Erhöhung der Friedhofsgebühren. Über viele Jahre blieben sie unverändert. Seit wenigen Jahren achtet die Landesregierung verstärkt darauf, dass Kommunalgebühren regelmäßig an die steigenden Kosten angepasst werden, wurde das wie in Schwörstadt versäumt, lässt sich zunächst ein drastischer Sprung nicht vermeiden, doch wenn der Rat weiterhin aufmerksam ist, werden in den nächsten Jahren die Erhöhungen nicht mehr so krass sein.
  • Bahnsteige und Fahrbahnbreite: Im Juli ging es um die Bahnsteige am Haltepunkt. Immerhin 54 Regionalbahnen halten an einem Werktag dort an und schaffen günstige Verbindungen nach Basel und Waldshut.

Mit knapp 3900 Euro beteiligt sich die Gemeinde an einer Machbarkeitsstudie, um die Bahnsteige in Länge und Höhe an die künftigen Anforderungen für den Ausbau der Regio-S-Bahn anzupassen. Im Februar appellierte der Gemeinderat an die Einwohner, doch auch ohne weitere Aufforderung auf den mitunter recht engen Ortsstraßen die minimale Durchfahrtsbreite von 3,05 Metern einzuhalten. Das ist die vorgeschriebene Mindestfreiheit für Feuerwehrfahrzeuge, sollte es wirklich mal auf die Minute ankommen, ist eben keine Zeit mehr, um erst die Fahrer der falsch geparkten Autos heranzuholen. Bürgermeisterin und Gemeinderäte hoffen, dass diese Aufforderung nicht vergessen wird.

  • Der Leinenzwang soll kommen: Die Einwohner des Ortsteils Dossenbach warten auf einen Leinenzwang für Hunde. Wegen seiner reizvollen Höhenlage ist Dossenbach beliebtes Ausflugsziel, auch für Gäste mit Hunden. Die durchstreifen die doch recht lockere Siedlung und hinterlassen dann unschöne Hinterlassenschaften vor den Grundstücken. So verursachen sie zum Teil Ängste und auch Schmutz. Der Ortschaftsrat strebt deshalb eine Regelung für strengeren Leinenzwang an, dieser Antrag liegt nun im Gemeinderat, weil er nicht für Dossenbach allein entschieden werden kann. Diese Veränderung der Gemeinde-Polizeiordnung soll im nächsten Jahr kommen.
  • Mehr als 1000 Gäste: Im Juni kamen mehr als 1000 Gäste in den Festschopf Dossenbach, um die beiden Aufführungen des Projektchores zu hören. Diesmal studierte der Gesangverein mit zahlreiche Gastsängern – insgesamt waren es mehr als 100 – ein anspruchsvolles und außergewöhnliches Programm ein.

Die nahezu dreistündige Folge von Hits aus den 80er und 90er Jahren riss die Zuhörer von nah und fern mit, sowohl wegen des Gesangs als auch wegen der vielseitigen Gestaltung des Programmes. (eim)