Schwörstadt – Zwischen Schwörstadt und Rickenbach liegen nur knapp 20 Kilometer, kein Wunder also, dass die beiden Musikvereine seit Jahren enge Beziehungen pflegen. Wieder einmal gestalteten sie am Samstagabend gemeinsam ein Doppelkonzert.

Zwar kam die Einladung aus Schwörstadt etwas knapp, aber die Rickenbacher kamen gern und dennoch diesmal schweren Herzens. Ist doch erst vor zwei Wochen ihr Ehrenvorsitzender Josef Schlachter plötzlich verstorben. Deshalb auch gab es in ihrem Programmteil eine Änderung. Das Rickenbacher Orchester eröffnete den Abend, allesamt schwarz gekleidet. Was sie boten, war abwechslungsreich und gekonnt gespielt.

Unter den fünf Kompositionen fiel der „Trumpet Blues“ besonders auf. Vier Trompeter begeisterten mit fulminantem Spiel die etwa 200 Zuhörer, wenig später sorgten die Schlagzeuger Roland Neugebauer und Florian Wagner mit einem fast acht Minuten langem Doppelsolo für Begeisterung. In perfektem Zuspiel führten sie die Vielfalt dieser Instrumentenkombination vor. Selbstverständlich also, dass sich Christian Ebner, Vorsitzender des Musikvereins Schwörstadt, herzlich für das Gastspiel der Rickenbacher bedankte, wohl wissend, dass ihnen angesichts der Trauer dieser Abend nicht leicht gefallen war.

Die Gastgeber übernahmen den zweiten Teil des Konzerts. Wieder einmal hatte Dirigent Tobias Zwicky mit den Musikern ein sehr anspruchsvolles Programm einstudiert. Die sechssätzige Komposition „Windows of the world“ forderte das Orchester vielfältig. Bei den Zuhörern erzeugte die Musik für die Erdteile typische Bilder, vielleicht etwas klischeehaft. Interessant aber, in welcher Vielfalt die einzelnen Register eingesetzt wurden. Spürbar ist, dass Tobias Zwicky das Orchester in den Jahren seiner Leitung zu deutlich modernerem und vielfältigerem Spiel anregte, ebenso bleibt es für die Gäste unübersehbar, dass Dirigent und Orchester bestens miteinander auskommen.

Dass die Konzertbesucher auch Zuschauer wurden, lag wohl maßgeblich am Blickfang auf der Bühne, einem vorwiegend in gelb gehaltenen Blütengebinde aus Frühlingsblumen. Jeanette und Matthias Kipf hatten dies eigenhändig zusammengestellt, eine sehr gelungene Bereicherung des Abends.

Zum Programmteil des Schwörstädter Musikvereins gehörte auch die Ehrung von Sonja Ebner. Seit nunmehr 25 Jahren spielt sie aktiv im Orchester mit, außerdem bildet sie seit vielen Jahren Nachwuchs aus. Mit damals zehn Jahren wurde die Flötistin ins Aktivorchester aufgenommen.