Schwörstadt – Beim Sport kommt es zu neuen Kontakten zwischen den Partnergemeinden Schwörstadt und Aillevillers-et-Lyaumont im französischen Departement Haute-Saône. Im Juli kamen eine Herrenmannschaft und zwei Jugendmannschaften aus Frankreich zum freundschaftlichen Fußballspielen nach Schwörstadt.

Ende Juli nahmen an den vier Tagen des Ford Östringer Jugendcups des Sportvereins Schwörstadt (SVS) auf dem Bolzplatz gegenüber dem Festschopf rund 300 Kinder teil. Schon am Donnerstag beim Turnierauftakt spielten 50 bis 60 D-Junioren in mehreren Mannschaften gegeneinander, ebenso viele E-Junioren am Freitag. Samstags und sonntags waren jeweils 100 Kinder der anderen Jugendabteilungen auf dem Platz. Allein bei den Bambini der G-Jugend waren zehn Mannschaften gemeldet. Die jungen Kicker kamen aus dem Landkreis und darüber hinaus. Es spielten Mannschaften aus Dogern, Herten, Murg und Wehr. Zudem hatten sich auch zwei Mannschaften aus der französischen Partnergemeinde Aillevillers-et-Lyaumont angemeldet. Die Teilnahme der französischen Teams hatte Mario Probst, der stellvertretende Jugendleiter beim SVS, in die Wege geleitet.

Er hatte die Union Sportive d‘Aillevillers schon im vergangenen Jahr auf Facebook angeschrieben und zum Turnier eingeladen. „Vergangenes Jahr hat es aber nicht geklappt. Sie wollten kommen, haben aber am letzten Tag vor dem Turnier noch abgesagt“, erzählt Probst. Diesmal hat es geklappt.

Gabriel Mignot von der Union organisierte nicht nur die zwei Jugendmannschaften, sondern auch eine Herrenmannschaft, die schon eine Woche vor dem Jugendcup zu einem Freundschaftsspiel nach Schwörstadt kam. Der Städtepartnerschaft steht der 26-Jährige Probst positiv gegenüber, auch wenn er noch nicht selbst in der Partnergemeinde war und sich nur an ein Zeltlager der Franzosen vor 15 Jahren erinnern kann.

Da wurden Kanufahrten und Wanderungen unternommen. Einen Schüleraustausch gab es nie, glaubt er. „Der Gewinn ist, dass man neue Leute und eine andere Kultur kennenlernt. Es ist schön, wenn man über den Tellerrand hinaus schaut“, meint Probst. Auch Vereinskollegen hätten schon gesagt, dass es schade ist, dass sie noch nie in Aillevillers waren. „In anderen Städten funktioniert das auch, aber es muss von beiden Seiten ausgehen“, sagt Probst und erklärt, dass die Franzosen sich schon fast entschuldigend äußerten, dass sie auch gerne nach Aillevillers einladen würden, aber so eine Veranstaltung nicht bieten könnten.

Der Jugendcup bedeutet auch einen ordentlichen Kraftakt, da es alleine an den vier Tage 90 Helferschichten zu besetzen gilt. Helfer verkaufen Burger, Chicken Nuggets und von den Eltern der Kicker gespendete Kuchen. Es gibt eine Tombola. Einen Teil der Einnahmen gibt der SV Schwörstadt dem Förderverein der Schule am Heidenstein weiter. Und in den Tagen zuvor bauen Vereinsmitglieder die Arena aus Banden und fahrbaren Tribünen mit Sitzplätzen auf dem Bolzplatz auf. „Die Kinder freuen sich, wenn sie zur Hymne der Champions League ins Stadion einlaufen können. Das Erlebnis möchten wir ihnen bieten“, sagt Probst.

Die Fahrt von Aillevillers in der Bourgogne-Franche-Comté nach Schwörstadt dauert rund zwei Stunden und die französischen Jugendmannschaften blieben nur für das Turnier ihrer jeweiligen Altersklasse, bevor sie wieder nach Hause fuhren. Eine Woche vorher waren zum Freundschaftsspiel rund 20 Franzosen, aktive Spieler und Zuschauer, gekommen. Die Herrenmannschaft blieb nach dem Fußballspiel noch zum gemeinsamen Essen im Sportheim.

Das Spiel hatte das Schwörstädter Team mit 5:3 Toren für sich entschieden. „Wir haben schon eine Gegeneinladung bekommen, dass wir als Herrenmannschaft kommen sollen“, erzählt Probst. Und von Mignot hat er noch eine Nachricht bekommen, dass der Jugendcup mit seiner Atmosphäre und dem Fairplay bei Eltern und Kindern richtig gut ankam.