Die A 98.5 ist auch in Schwörstadt derzeit eines der Hauptthemen. Der Gemeinderat fordert in einer Stellungnahme den zügigen Weiterbau. Was den Lärmschutz angeht, möchte das Gremium noch mehr erreichen, außerdem lehnt es den Verlust landwirtschaftlicher Flächen wird ab.

Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Mittwoch die Stellungnahme Schwörstadts zum Planfeststellungsverfahren des verkürzten Streckenabschnitts A 98.5 erarbeitet. Mit Sorge betrachten die Räte, dass der Abschnitt A 98.4 mit der Abfahrt Minseln 2021 in Betrieb gehen wird und daraus eine weitere Verkehrsbelastung für Schwörstadt entstehen könnte.

  • Zügiger Weiterbau als Ziel: Die Gemeinde stimmt dem Bau der A 98 vollumfänglich zu und fordert im Anschluss an den Abschnitt A 98.5 eine zügige Weiterplanung des Abschnitts A 98.6. Zudem fordert die Gemeinde, dass der Vorhabenträger aufzeigt, wie die Verkehrswirksamkeit hergestellt werden kann“, trug Bürgermeisterin Christine Trautwein-Domschat mit Verweis auf die Bedeutung eines Planfeststellungsbeschlusses für den Abschnitt A 98.6 vor. Auf Forderung von Ratsmitgliedern wurde in der Stellungnahme auch festgehalten, dass ohne weitere Verzögerung mit dem Bau des Abschnitts A 98.5 begonnen werden solle, um künftig Verzögerungen zu vermeiden.
    „Wir nehmen das auf, aber es darf keine Autobahn gebaut werden, die im Nirwana endet“, verwies Trautwein-Domschat auf eine fehlende Abfahrt für den verkürzten Abschnitt.
  • Park- und WC-Anlage: Der Gemeinderat fordert weiterhin, dass sichergestellt werde, dass die Drainageleitungen zur Entwässerung des Ossenbergs im Bereich der geplanten Erddeponie beim Bau der Autobahn sowie der Einrichtung der Park- und WC-Anlage nicht beschädigt würden. Auch solle geprüft werden, ob das Kanalnetz die erforderlichen Kapazitäten hat, um das Abwasser der Anlage aufzunehmen, da es bei starken Regenfällen schon jetzt zu Engpässen käme. Aus Sicht der Feuerwehr sollte zudem die Zufahrtsstraße zur Anlage ausgebaut werden, um bei Einsätzen Zeit zu sparen.
  • Landwirtschaftliche Flächen: Das Gremium lehnt es ab, dass im Bereich der Anlage nutzbare landwirtschaftliche Flächen in Ausgleichsflächen für den Wald umgewandelt werden sollen. „Positiv ist, dass die Brühe nicht mehr so dreckig ist, die dann runterkommt“, befand Gemeinderätin Irene Knauber mit Blick auf die Schulstraße. „Negativ ist, dass wir nicht sehr viele landwirtschaftliche Flächen haben.“ Wolfram Müller-Rau, Leiter der gemeinsamen Dienststelle Flurneuordnung der Landkreise Lörrach und Waldshut, erklärte, dass theoretisch die Fläche so aufgeschüttet werden könnte, dass künftig Landwirtschaft möglich sei. Er führte aus, dass auf dem Stück bis Wehr insgesamt 30 Hektar landwirtschaftliche Flächen verloren gingen, daher könnte es eine Flurbereinigung brauchen.
  • Lärmschutzmaßnahmen: Da der Trassenverlauf geändert worden sei, würden die Schallschutzberechnungen nicht mehr stimmen und müssten überprüft werden, heißt es in der Stellungnahme. Der Gemeinderat fordert beiderseits der Bächtelebrücke aktive Lärmschutzmaßnahmen und technisch optimierte Fahrbahnübergänge an den Brückenverbindungen, da die Brücke in den Bereichen der Wohnbebauung Rebgartenstraße in Schwörstadt und der Talmattstraße in Niederdossenbach liegt. Auch für die Park- und WC-Anlage fordert der Rat Lärmschutz, da sich eine Schallausbreitung in Richtung Niederdossenbach ergebe. Zudem brauche es Schallschutz für die Höfe im im Bereich Hollwangen.
  • Einstimmiger Beschluss: „Der Bund sollte sich unsere Topographie nochmal zu eigen machen“, befand Trautwein-Domschat. Harald Ebner (CDU) meinte, dass in der Stellungnahme deutlich werden müsste, dass der Planung zugestimmt werden solle und sich der Gemeinderat immer für eine Bergtrasse ausgesprochen hatte. „Die Taltrasse ist für uns ungünstig, weil dann müssen die nach dem Dorf sofort runter“, so Ebner. Trautwein-Domschat stimmte ihm zu, meinte aber, dass man sich einer alternativen Trasse nicht verschließe dürfe, solange diese keine Schlechterstellung für Schwörstadt bedeute. Das Gremium hat die Stellungnahme einstimmig verabschiedet.