Vor zwei Wochen hatte der Gemeinderat seine Entscheidung zum Umbau des Bahnhaltepunkts im Zuge der Elektrifizierung vertagt, am Montag wurde nun beschlossen. Mit einer Gegenstimme votierte das Gremium dafür, 50 000 Euro für den Anteil an den Planungskosten bereitzustellen.

Bahnsteige auf Schienenoberkante anheben

Im Rahmen des Ausbaus und der Elektrifizierung der Hochrheinstrecke sollen alle Stationen ertüchtigt werden, damit künftig Züge in Doppeltraktion anhalten können, dazu ist eine Bahnsteiglänge von 150 Metern erforderlich. In Schwörstadt erreichen derzeit beide Bahnsteige dieses Maß nicht. Außerdem sollen alle Bahnsteige auf 55 Zentimeter über Schienenoberkante angehoben werden, damit ein stufenfreier Fahrgastwechsel möglich ist.

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Fachleute von DB Netz beantworten Fragen

Seit ihrer vergangenen Sitzung erhielten die Gemeinderäte weitere Informationen, die ihnen damals noch fehlten. Auch am Montag waren mit Michael Felber und Dirk Krumpietz zwei Fachleute von DB Netz in der Sitzung zu Gast, um Fragen zu beantworten.

Vollständiger barrierefreier Ausbau ließe Kosten steigen

Alle Gemeinden entlang der Strecke sind aufgefordert, sich an den Planungskosten für die Veränderungen der Bahnsteige zu beteiligen. In Schwörstadt erhielt die Beratung besondere Brisanz, weil vollständiger barrierefreier Ausbau entsprechend den geltenden Normen erheblicher baulicher Veränderungen bedürfte, damit würden nicht nur die Baukosten sondern auch die vorherigen Planungskosten, damit der Anteil der Gemeinde erheblich ansteigen. Allerdings besteht eine rechtliche Ausnahme. Stationen, auf denen weniger als 100 Personen pro Tag ein- und aussteigen, müssen nicht vollständig barrierefrei ausgebaut werden.

Entwurf für mögliche Zugänge

Somit müssten die schon jetzt vorhandenen Rampen in ihrer Neigung nicht verändert, sondern nur wegen der höheren Bahnsteige verlängert werden. Stephan Frank hatte zu Beginn der Sitzung allen Gemeinderäten noch einen Entwurf für mögliche Zugänge vorgelegt, um vollständige Barrierefreiheit zu erreichen. „Allerdings wären die Kosten für einen solchen Ausbau vollständig von der Gemeinde zu tragen, das gelte für die Planungskosten und den gesamten über das jetzt vorhandene Maß hinausgehenden Bauaufwand“, erklärte Bürgermeisterin Christine Trautwein-Domschat. Michael Felber bekräftigte nochmals, dass die Gemeinden nur mit Anteilen an den Planungskosten, nicht aber mit Baukosten belastet werden, wenn der jetzt vorgesehene Rahmen eingehalten wird.

Bis zu zehn Kilometer sind zumutbar

Für die zwar nicht normgerechten, aber eben doch stufenfreien Rampen werde es keine Verschlechterungen, eher leichte Verbesserungen geben. Harald Ebner stellte die Frage in den Raum, wie viele Personen eigentlich diese Rampen derzeit nicht bewältigen könnten. Für alle jene, die auf flachere Zugänge zum Bahnsteig angewiesen sind, stehen die Stationen Rheinfelden und Brennet zur Verfügung, beide werden entsprechend ausgebaut. Die Vorschriften bewerten einen Anfahrtsweg bis zu zehn Kilometern als zumutbar. „Eine Zwischenlösung gibt es nicht“, meinte Felber, „ein bissel barrierefrei geht nicht.

Kostengünstiger Kompromiss

Da die Anlagen in Schwörstadt zunächst Bestandsschutz haben, kann man hier diesen kostengünstige Kompromiss eingehen.“ Dies überzeugte auch die Gemeinderäte, mit einer Gegenstimme entschieden sie sich für die Beteiligung an den Planungskosten. Die etwa 50 000 Euro müssen im nächsten Haushaltsplan veranschlagt werden.