Schwörstadt (ibö) Den Zaun am Rhein, der Freibadbesuchern den direkten Zugang zum Wasser versperrt, halten für viele ein Unding. Dass Vorschriften der Gemeinde keine andere Wahl lassen, als auf Nummer sicher zu gehen, bringt nicht nur Manfred Henle als Schörstädter Bürger auf die Barrikaden. Viele können und wollen nicht verstehen, warum bestehende Treppen, Sprungbrett, Duschen und Rettungsringe verschwinden mussten. Der Ist-Zustand hat auch schon Eigeninitiativen nach sich gezogen (siehe Foto), die sich dann mit einer Leiter über die Bürokratie hinwegsetzen.

Manfred Henle, seit dem Zaunstreit Aktivist für den freien Zugang zum Fluss, lässt bei diesem Thema auch weiterhin nicht locker. Für den Samstag ruft er zu einem Protestschwimmen im Rhein auf und hat dies Bürgermeisterin Christine Trautwein-Domschat mitgeteilt. In seinem Schreiben erklärt Henle, dass er ein Inserat schalte, um öffentlichen Druck aufzubauen. Er möchte erreichen, dass ein Baden im Fluss wieder möglich ist. Mindestens ein durchlässiger Zaun zum Rhein müsse sein. Die Maximalforderung lautet, dass der Zaun für zumindest einen Teil der Liegewiese beseitigt wird, damit es wieder einen freien Zugang zum Rhein gibt mit sicheren Zu- und Ausstiegsmöglichkeiten. „Auch für nicht mehr voll mobile Personen“, sagt er.

Dies lasse sich laut Henle erfüllen, wenn dazu eine strikte Trennung des Schwimmbads und des Eingangs nach dem Eintritt und eine Übergangsmöglichkeit zur südlich gelegenen Badestelle eingerichtet würd. Dann lasse sich das Bürgerrecht zum Baden im Rhein auf eigene Verantwortung gewährleisten. Der Betreiber des Bades habe dadurch keine Nachteile, da mit einer solchen Lösung viele der bisherigen Besucher wieder als Kunden gewonnen werden könnten, jetzt aber einfach frustriert fernblieben.

Henle geht davon aus, dass sich mit dieser Lösung die behördlichen Forderung, den bezahlten Badebereich von der außenliegenden Badestelle umsetzen lässt und verweist auf einen Vertrag von 1934, der ein Baderecht im Rhein verbriefe.

Protestschwimmen: Start fürs Protestschwimmen ist am Samstag, 14. Juli, 17 Uhr, am ehemaligen Einstieg.