Mit der Kür von Ralf Stobbe zum Fischerkönig 2018 endete in der Nacht zum Sonntag das Königsfischen, das zwischen dem Kraftwerk Rhyburg-Möhlin und dem Fischerhaus am Sendbachweiher veranstaltet wurde. Das Königsfischen folgt nach dem Anfischen im Juni und dem Abfischen im September ganz bestimmten Regeln. Diese haben mit der Freigabe bestimmter Fischarten, der Wassertemperatur des Rheins aber auch mit rechtlichen Regelungen zu tun, so der Vorsitzende des Fischervereins, Rainer Mertel.

Wassertemperaturen zu hoch

Bei hohen Wassertemperaturen würden vor allem Friedfische wie Karpfen, Schleien, Hechte aber auch Aale besser beißen. Mit knapp 26 Grad war es denen aber dann doch etwas zu warm, sodass Mertel kaum größere Fänge erwartete – und er sollte Recht behalten.

Entsprechend frustriert zeigten sich daher die meisten Teilnehmer, denn bis spät in die Nacht wollten die Fische einfach nicht beißen. Ferdinand Eijgel etwa versuchte alles und so habe er auch verschiedene Köder ausprobiert, doch es folgte nicht ein einziger Biss.

Anderen Fischern war das Anglerglück indes hold und so fingen einige von Ihnen bereits in den ersten Stunden des nächtlichen Königsfischens einige Döbel, Barben und auch einen Aal, der für kurze Zeit zum Fischen im Rhein freigegeben wurde.

Schwarzmeergrundel als Plage

Ein kleines, wenn auch sehr bescheidenes Anglerglück war dem Vorsitzenden des Fischervereins, Rainer Mertel beschieden. Er fing am Ufer des Rheins am Fischerhaus des Sendbachweihers eine einzige Schwarzmeergrundel, eine Fischart, der von allen Fischern am Hochrhein als Plage empfunden wird und die in besonderer Weise die Artenvielfalt im Rhein bedroht.

Auch er bemühte sein Anglerglück mit verschiedenen Ködern wie den sogenannten Boilies, teigartigen Kugeln, die sich über längere Zeit im Wasser halten und die gegebenenfalls auch in unterschiedlicher Geschmacksrichtung und in unterschiedlichen Duftnoten im Handel angeboten werden.

Sauberkeit des Rheins nimmt zu

Doch auch ihm gelang es nicht, neben der Schwarzmeergrundel einen nennenswerten Fang zu erzielen. Einig waren sich alle Teilnehmer des Königsfischens in der Einschätzung, dass es immer schwieriger wird, im Rhein Fische zu fangen. Dies hänge mit unterschiedlichen Faktoren zusammen, so auch mit der Verschlammung des Untergrundes, den Schwänen, die oftmals auch Fischlaich zerstören und sogar mit der Sauberkeit des Rheins, die eine immer bessere Qualität einnehme. Die Kormorane, die als Fischräuber auch in größeren schwärmen ausgemacht sind, würden ein Übriges dazu beitragen, dass das herbeigesehnte Anglerglück immer seltener wird.

Nur wenigen hatten Anglerglück

Für die Fischer des Fischervereins Schwörstadt, die dann doch noch Glück hatten und überhaupt etwas fangen konnten, war das Königsfischen derweil ein willkommener Anlass, um sich auszutauschen, gemeinsam zu fischen und dem Hobby in freier Natur zu frönen. Dass dabei auch die ein oder andere Anekdote, die eher dem Angler-Latein zuzuordnen war, ausgetauscht wurde, war ebenso selbstverständlich wie ein gemeinsames Essen um Mitternacht im gemütlichen Fischerhaus.

Zum Fischerkönig wurde Ralf Stobbe gekürt. Er fing beim Königsfischen einen 1,2 Kilogramm schweren Aal. Auf den zweiten Platz gelangte Volker Lauke. Ihm ging ein 1,07 Kilogramm schwerer Döbel an den Haken. Dritter wurde Robert Homberger. Ihm bescherte das Anglerglück beim Königsfischen 2018 eine 1,01 Kilogramm schwere Barbe.