Eigentlich sollte eine Information zur Wiedervernetzung der Landschaft am Hochrhein am Beginn der Gemeinderatssitzung stehen, doch da die Referentin kurzfristig erkrankte, musste dieses Thema abgesetzt und verschoben werden. Aber auch ohne diesen Punkt hatte das Gremium genug zu tun.

Schneller Beschluss für Ortsverbindungsstraße

Schnell beschlossen war die Auftragsverbgabe zur Sanierung der Ortsverbindungsstraße von Dossenbach in Richtung Hollwangen, da geht es um die Instandsetzung von 300 Metern. Die Mittel dafür sind Überhänge aus dem Jahr 2017. Für die bereits in zurückliegenden Sitzungen behandelte Sanierung der Schultoiletten erhielt die Verwaltung die Berechtigung, selbständig Bauleistungen bis zu den vorgesehenen 83 000 Euro zu vergeben.

Präzise konnte der Umfang noch nicht benannt werden, weil erst in den nächsten Tagen geklärt werden muss, welche Arbeiten der Werkhof in Eigenleistung übernehmen kann. Auch die in der vergangenen Sitzung von Eltern angebotene Mitwirkung, um Kosten zu sparen, muss erst auf die versicherungsrechtliche Möglichkeit geprüft werden.

Befallene Bäume aus dem Gemeindewald entfernt

Wichtigstes Thema wurde demzufolge der Wirtschaftsplan für den Gemeindewald im kommenden Jahr, Revierförster Thomas Hirner informierte zunächst über die gegenwärtigen Probleme durch den Borkenkäferbefall. Sowohl Stürme als auch die lange Trockenheit im Sommer förderten die Ausbreitung des Schädlings. Inzwischen sei es gelungen, alle befallenen Bäume aus dem Gemeindewald heraus zu fahren.

Käferausbreitung 2019 hängt vom Winter ab

Wie stark die Käfer im nächsten Jahr auftreten, kann jetzt nicht abgeschätzt werden, weil viele Insekten bereits in den Baumkronen überwintern. Je nachdem, wie stark der Winter auftritt, fällt dann ihre Ausbreitung im kommenden Frühjahr aus. Leider sei in den angrenzenden Privatwäldern die Beseitigung von Schadholz nicht so konsequent erfolgt, so dass von dort aus auch wieder Käfer zuwandern könnten.

Betriebsplan sieht einen Erlös von knapp 5000 Euro vor

Hirner kritisierte dies mit der Bemerkung „Eigentum verpflichtet auch zum Schutz des Nachbarn“. Als recht günstig werden sich im kommenden Jahr die Einnahmen auswirken, die über Ausgleichsmaßnahmen erlangt werden, vor allem für den Bau der Deodorierungsanlage an der Ferngasleitung. „Damit können wir sowohl die Jungbestandspflege auf 8,9 Hektar ausführen als auch weitere 81 000 Euro unmittelbar für den Waldschutz einsetzen“, erklärte der Förster. Der Betriebsplan sieht einen Erlös von 4758 Euro vor, ob dies so zu erreichen ist, hängt vom Wetterverlauf und der Preisentwicklung für Hölzer ab.

7100 Setzlinge für die Neuaufforstung

Für die Neuaufforstung sollen 7100 Setzlinge gepflanzt werde, darunter dominiert die Eiche. Dies sei ein wichtiger Teil zur ökologischen Aufwertung des Gemeindewaldes. Hirner empfahl den Gemeinderäten, weitere Ausgleichsmaßnahmen unbedingt aufzugreifen, sie könnten alle umgesetzt werden, zum Beispiel die Umgestaltung der Nadelholz-Monokulturen in Mischwald. Flächen für weitere Ausgleichsmaßnahmen sind ausreichend vorhanden. So steht immer noch die Realisierung der Ausgleichsmaßnahmen für den Bau des Einkaufszentrums an, der bisher verschoben wurde, weil die Planung nicht mit der Realität übereinstimmte.

Hirner empfiehlt Förderung von Holzschnitzelheizungen

Hirner empfahl auch, den Bau von Holzschnitzelheizungen zu fördern. Die Reviere Rheinfelden und Schwörstadt seien die größten Produzenten von Hackschnitzelholz am Hochrhein, aber da es hier kaum Bedarf dafür gebe, werden die Hackschnitzel wieder in fernere Regionen verkauft. Die Gemeinderäte stimmten dem Forstbetriebsplan für 2019 einstimmig zu.