Für die Einwohner unbemerkt gingen die Vorarbeiten für das neue Wohngebiet am Rhein in den vergangenen Monaten weiter voran. Arno Linder von der Gesellschaft für kommunale Baulanderschließung informierte in der jüngsten Gemeinderatssitzung über kleine Korrekturen bei der Festlegung der Bauflächen.

Fußgängertunnel umbauen

So wies das Regierungspräsidium darauf hin, dass am Rheinufer ein Streifen von 50 Metern konsequent frei zu halten ist. In Auftrag gegeben werden nun die Gutachten zum Lärm-, Arten- und Bodenschutz. Auch eine Kampfmitteluntersuchung wird erfolgen. Von den Gemeinderäten mit Spannung erwartet wurden die Erkenntnisse zum Bau einer neuen Bahnunterführung, dort wo heute ein schmaler Fußgängertunnel unter den Gleisen von der Hebelstraße aus in Richtung Sportanlage führt. Für eine breite Unterführung, die auch für Autos nutzbar sein könnte, müsste die Hebelstraße bereits ab dem Gebäude Breslauer Straße 21 abgesenkt werden.

Experte hält die Variante kaum für möglich

Die Rampen nördlich und südlich des Bahndammes würden jeweils 100 Meter lang sein. An beiden Seiten wären Stützmauern von 70 Metern Länge erforderlich. Damit würde auch der südliche Teil der Hebelstraße, der parallel zur Bahn verläuft, eine Sackgasse. Aus diesen Gründen und auch wegen der enorm langen Planungszeiten für Eisenbahnunterführungen hält Linder diese Variante für kaum möglich. Bereits zuvor hatten zwei Verkehrsingenieurinnen die Ergebnisse ihrer Untersuchung zu den Zufahrten zum künftigen Wohngebiet dargelegt.

Bahnübergang Rheinstraße trägt die Hauptlast

Der Bahnübergang Rheinstraße wird die Hauptlast aufnehmen müssen. Um die Zufahrt auf den recht engen Straßen durch das bestehende Wohngebiet zu erleichtern, sind auf jeden Fall Parkverbote an engen Stellen notwendig. „Am sinnvollsten wäre wohl die Einbahnstraßenregelung die für Zu- und Abfahrt zum Bahnübergang, gewissermaßen als Ringverkehr organisiert“, meinte Elisa Sefrin vom BIT-Ingenieurbüro aus Öhringen. „Lastwagen werden es in jedem Fall schwer haben, die engen Kurven zu bewältigen, ihre Durchfahrt ist aber gerade noch möglich.“

Unproblematisch werden die Knotenstellen an der B 34 für ein- und ausfahrende Autos sein. Harald Ebner wunderte sich, dass die beiden Ingenieurinnen zwar die Zufahrt durch die schmale Unterführung an der Rheinbadstraße mit allen Einschränkungen untersuchten, die Route über den Bahnübergang Eisenbahnstraße aber außer Acht ließen. Gerade diese Strecke sollte aufgewertet werden.

Kein Lösungsvorschlag für den Radverkehr

Noch kein Lösungsvorschlag liegt für die Gestaltung des Radverkehrs auf der Eisenbahnstraße vor. Bürgermeisterin Christine Trautwein-Domschat wies auf die erforderliche Planung des Baustellenverkehrs hin, den die beiden Ingenieurinnen aber nicht untersucht haben. Nach Fertigstellung des Baugebietes am Rhein wird für beide Teile mit rund 1000 Zu- und Abfahrten am Tag zu rechnen sein. Arno Linder nannte mögliche Termine für den Bauverlauf. Wenn keine unerwarteten Hindernisse auftreten, könnte im Januar die Offenlage der Planung erfolgen, im Herbst 2019 Bauleistungen vergeben und Ende des nächsten Jahres mit dem Bau begonnen werden.

Keine rechtliche Grundlage für hohen Anforderungen

Um Bauplanungen ging es auch bei den Brandschutzmaßnahmen in der Festhalle und dem Festschopf Schwörstadt. Architekt Tillmann Frank stellte Lösungsmöglichkeiten zur Abtrennung der Küchenanlagen vor. Jedoch konzentrierte sich die Diskussion nicht auf die technische Durchführung, sondern auf Differenzen zum Gutachten. Darin sind für die Forderungen keine gesetzlichen Grundlagen genannt.

Mehrere Gemeinderäte, die sich mit diesen Vorhaben befassten, fanden keine rechtliche Grundlagen für die doch hohen Anforderungen aus dem Gutachten. Harald Ebner beantragte deshalb, die derzeitigen Arbeiten für weitere Einbauten zunächst einzustellen und den Vereinen bei der Hallennutzung das zuzulassen, was rechtlich möglich ist. Unbedingt sollte der Gutachter kurzfristig in den Gemeinderat eingeladen werden, um ihn direkt zu den rechtlichen Grundlagen seine Forderungen zu befragen. Dem Antrag stimmten alle Räte zu.