Zur Gemeinderatssitzung am Mittwoch waren besonders viele Zuhörer gekommen, die meisten interessierten sich für die Information zur Entwicklung der Kindertagesstätten. Grund dafür ist die seit Monaten bestehende massive Nachfrage zur Kinderbetreuung. In Schwörstadt stehen 17, in Dossenbach 15 Namen auf den Wartelisten. Bürgermeisterin Christine Trautwein-Domschat gab zunächst den neuesten Sachverhalt zum Kindergarten Schwörstadt bekannt.

Im Untergeschoss ist nichts mehr möglich

Leider kann der Vorschlag, im Untergeschoss des Gebäudes in der Rheinstraße Räumlichkeiten für eine weitere Gruppe einzurichten, aus baulichen Gründen nicht umgesetzt werden, auch weil keine Behindertengerechtigkeit hergestellt werden kann.

Kirche denkt über Möglichkeit im Pfarrhaus nach

Allerdings ist die katholische Kirchengemeinde als Betreiber darum bemüht, eventuell im Pfarrhaus die Möglichkeit dafür zu schaffen. Längerfristig gelöst werden kann das Problem aber nur mit größerem Raumangebot. Einen Neubau auf dem Spielplatz zu errichten, ist zwar möglich, würde aber durch langfristige Genehmigungsverfahren viel Zeit in Anspruch nehmen.

Raumzellen bieten eine schnellere Lösung

Eine schnellere Lösung bietet dagegen das Aufstellen von Raumzellen. Der Bürgermeisterin liegt dazu das Angebot einer Firma vor, die speziell für diesen Bedarf ausgestattete Container vermietet. Für zwei Jahre beträgt der Preis 62 000 Euro. In diesem Zusammenhang wies die Bürgermeisterin darauf hin, dass die Gemeinde den Kindergarten Schwörstadt jährlich mit über 400 000 Euro bezuschusst. Eine andere Variante wäre ein Waldkindergarten.

Auch Waldkindergarten in Betracht gezogen

Die dafür notwendige Infrastruktur wäre relativ kurzfristig zu besorgen. Ob das der Gemeinde gehörende Grundstück am Wald dafür geeignet ist, müsste erst noch geprüft werden. „Ich bezweifle aber auch, dass wir kurzfristig 25 Familien finden, die ihre Kinder in einem Waldkindergarten unterbringen möchten“, sagte Trautwein-Domschat. „Denn das ist ein Allwetterkindergarten, das heißt, die Mädchen und Jungen sind das gesamte Jahr über im Wald.“

Probleme gibt's ebenfalls in Dossenbach

Der Dossenbacher Ostvorsteher Arndt Schönauer wies noch darauf hin, dass auch für Schwörstadt unbedingt die baldige Einrichtung einer U 3-Gruppe vorgesehen werden muss, denn die unter Dreijährigen können nicht mehr alle im Ortsteil Dossenbach unterkommen. Auch dort fehlt es an Betreuungsplätzen. Ein Neubau neben dem Bestandsgebäude in Dossenbach würde ebenso lange dauern wie in Schwörstadt, außerdem sollte nicht unmittelbar angebaut werden, denn sonst müsste auch im jetzigen Kindergarten der gesamte Brandschutz aufwändig umgerüstet werden.

Gruppenzuordnung müsste geändert werden

So bietet sich für Dossenbach ebenfalls eine Containerlösung an. Diese wären relativ schnell zu beschaffen, das sie vorinstalliert sind. Sie müssen nur an die Ver- und Entsorgungsleitungen angeschlossen werden. Allerdings sind die Raumzellen nicht mit Fußbodenheizung ausgestattet, was für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren aber erforderlich ist. Doch dann ließe sich die Gruppenzuordnung verändern.

Bürgermeisterin pocht auf Dauerlösungen

Für Dauerlösungen führte Christine Trautwein-Domschat noch eine weitere Idee an. So konnte sie mit einer anderen Kommune vereinbaren, von dort das vorhandene Projekt für einen Neubau zu kaufen, das würde Schwörstadt von lange Planungszeiten entlasten. Außerdem ließen sich Festbauten in Modulbauweise ausführen, damit könnten sowohl langwierige Ausschreibungen vermieden und die Kosten auf mehrere Jahre verteilt werden. Bereits bei der Bürgerfragestunde am Beginn der Sitzung hatten sich mehrere Eltern nach der Entwicklung der Kindertagesstätten erkundigt. Für manche Familie sei eine nicht mögliche Kinderbetreuung schon existenzbedrohend, war zu hören.