Für Kinder bieten Spielplätze viel Raum zum Austoben, die Erwachsenen können sie auch mal in Ruhe rennen lassen, das ist zumindest die Idealvorstellung. Nachdem sie in den letzten Jahren die Plätze von Rheinfelden und Grenzach-Wyhlen ins Visier genommen haben, werfen Mitarbeiterin Leony Stabla und ihre Söhne Jakob (4) und Jonas (3) einen genauen Blick auf die drei Anlagen in der Gemeinde Schwörstadt. Heute: der Spielplatz in Niederdossenbach.

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Eine Adresse für den neuesten Spielplatz der Gemeinde gibt es nicht. Er liegt auch nicht wirklich an einer Straße, weswegen seine Lage etwas schwierig zu beschreiben ist. Fährt man von Schwörstadt auf der Dossenbacher Straße nach Niederdossenbach, sieht man den Platz schon linker Hand auf dem Feld liegen.

Am besten erreicht man ihn, wenn man nach links in die Talmattstraße abbiegt, dort irgendwo parkt und zu Fuß weiter geht. Über eine Holzbrücke geht es hinaus aufs Feld, und hier ist allein schon der Weg das Ziel, denn die Kinder sammeln Steinchen, Stöcke, Gras und Blumen, um alles im Bachtelgraben zu versenken. Danach ist der Spielplatz schon in Sichtweite.

Was sagt die Mutter?

Auf den ersten Blick war ich zugegebenermaßen etwas skeptisch, denn die Anlage erinnert zuerst schon ein bisschen an ein Gefängnis: Komplett umzäunt und etwas karg. Die Umzäunung ist durch die Nähe zur Landstraße aber natürlich durchaus nötig und gerechtfertigt, und die gepflanzten Bäume sind bisher einfach noch etwas klein, was aber nicht weiter verwunderlich ist, da der Platz erst 2017 errichtet wurde. Weitere Begrünung, um den Platz einladender wirken zu lassen, ist von Seiten der Gemeinde aber geplant, ebenso wie ein Sonnenschutz. Wir haben glücklicherweise einen bewölkten Tag erwischt, weswegen wir keine Probleme mit der starken Sonneneinstrahlung hatten.

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Ein großer Pluspunkt für einen Platz, der in der prallen Sonne liegt, ist dass die Rutsche aus Plastik ist. Sie strahlt einladend in Blau und Rot und wird bestimmt nicht so heiß, dass sie an Sommertagen nicht mehr benutzbar ist. Außerdem gibt es auf dem Spielplatz eine Nestschaukel, sowie eine Babyschaukel und eine normale Schaukel, eine Tischtennisplatte, ein Wipptier und einen Sandkasten. Alles mit einem großzügigen Fallschutz aus Kies.

Statt normalen Sitzbänken gibt es eine Picknick-Sitzgruppe, was natürlich gerade mit kleinen Kindern, die zwischendurch immer noch etwas zu essen brauchen, sehr angenehm ist. Der ganze Platz, abgesehen von der Tischtennisplatte, ist für einen Besuch mit kleineren Kindern ausgelegt, sowohl von der Auswahl der Spielgeräte als auch von der Gestaltung her.

Wie gefällt‘s den Kindern?

Beim Anblick der Rutsche waren meine beiden Jungs erst einmal etwas verwirrt. „Da gibt es ja gar keine Leiter. Wie sollen wir denn da hochkommen?“, fasste Jakob sein Erstaunen in Worte, und auch ich war ratlos, denn ich sah ebenfalls keine Leiter. Also suchte sich jedes Kind eine Seite, um zu versuchen über die Rutsche hinaufzuklettern. Zu unser aller Überraschung entpuppte sich die blaue Seite als Treppe, was wirklich nicht zu erkennen ist, wenn man aus der falschen Richtung schaut. Diese besondere Treppe ist gerade für kleine Kinder wirklich toll. Sie ist leicht zu bewältigen, und tritt das Kind mal daneben, so stürzt es nicht gleich ab, wie auf einer Leiter.

Auch die Rutsche selbst haben meine Kinder sehr positiv bewertet, denn sie ist zwar kurz, aber sie hat es in sich. Auf dem letzten Stückchen bekommen die Kinder durch die Form noch einmal extra Schwung, so dass sie nicht langsamer werden, wie auf vielen anderen Rutschen, sondern ein bisschen in die Luft fliegen. Bis die beiden den richtigen Dreh für den Absprung raushatten, purzelten sie ein paar Mal auf ihren Hintern, was sie aber am Ende sehr lustig fanden.

Der Sandkasten ist ebenfalls sehr angenehm gestaltet. Er hat einen breiten Rand, auf dem man gut sitzen kann und der Sand ist sauber und locker. Die Größe reicht allerdings höchstens für zwei bis drei Kinder. Neben dem Sand steht eine Kiste mit Sandelsachen, die anscheinend jeder benutzen darf. Das ist natürlich Luxus und ich hoffe, dass die Spielsachen noch eine Weile an Ort und Stelle bleiben. Über die restlichen Geräte gibt es nicht viel zu sagen, abgesehen von der Tatsache, dass ich die Plätze gut gewählt finde, da so wirklich kein Kind, ohne zu schauen in die schwingende Schaukel läuft.

Die Nestschaukel ist in einer Ecke platziert, die beiden anderen so, dass sich dahinter nur die Tischtennisplatte befindet, die üblicherweise von größeren Kindern benutzt wird, die schon einen Blick für solche Gefahrensituationen haben.

Wie lautet das Fazit?

Besonders für kleinere Kinder ist der junge Spielplatz wirklich schön. Für Größere gibt es aber außer der Tischtennisplatte nichts. Die Picknick-Sitzgruppe lädt zu längerem Verweilen ein, was aber an heißen Tagen eher schwierig ist, da es bisher keine Möglichkeit gibt, sich in den Schatten zurückzuziehen. Die Gefängnis-Optik ist leider wegen der Lage nötig, ist aber auch recht schnell vergessen, wenn der Besuch Spaß macht.