Winterdienst ist mehr als Schnee schippen und Straßen räumen. Laut Simon Schmidt, Gründer der gleichnamigen Firma für Garten- und Anlagenpflege in Schwörstadt, hat Winterdienst viel mit Verantwortung zu tun. Um dieser gerecht zu werden und für den Ernstfall abgesichert zu sein, hat er in ein hochmodernes System für seine Streuwagen investiert, das Boden- und Lufttemperatur misst und die Menge an abgegebenem Streusalz selbst bestimmt. Laut Schmidt ist sein Unternehmen das einzige am Hochrhein, das über ein solches System verfügt.

Job bringt viel Verantwortung

Schmidt betreut mit seinen zwölf fest angestellten Mitarbeitern und Aushilfskräften etwa 15 Industrieanlagen, Einkaufsmärkte und Firmen in Rheinfelden, Bad Säckingen, Wehr und Schopfheim. In Rheinfelden betreut er zum Beispiel die Autobahnzollanlage sowie 50 Gebäude der städtischen Wohnbau. „Wir tragen in unserem Job sehr viel Verantwortung, zum einen gegenüber der Umwelt, denn wir müssen darauf achten, nicht zu viel Salz zu streuen“, erläutert der 35-Jährige. „Zum anderen gegenüber den Menschen, die durch Schnee und Glätte gefährdet werden könnten.“

Messung der Boden- und Lufttemperatur

Das neue System soll Schmidt und seinen Mitarbeitern dabei helfen, diesen Anforderungen gerecht zu werden. Seit Anfang des Jahres sind die zwölf Streu- und Räumfahrzeuge des Unternehmens mit GPS ausgestattet sowie mit Sensoren, die die Boden- und Lufttemperatur messen und anhand dessen die Menge des Salzes, das gestreut werden soll, vorgeben.

Ein Räumfahrzeug ist in Rheinfelden im Einsatz.
Ein Räumfahrzeug ist in Rheinfelden im Einsatz. | Bild: Firma Schmidt

Weiterer Aspekt: Absicherung des Unternehmens

Dieses System soll nicht allein dazu dienen, dass der Umwelt zuliebe nur so viel Salz gestreut wird, wie es wirklich nötig ist – ein weiterer Aspekt ist die Absicherung des Unternehmens. „Wenn etwas passiert, etwa eine alte Dame auf einem von uns geräumten Areal stürzt, können wir uns anhand der gesammelten Daten vor Gericht rechtfertigen“, erläutert Simon Schmidt. Anhand der GSP-Daten, die an eine externe Firma weitergeleitet werden, kann nachgewiesen werden, das der Räumdienst zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort war und dort auch gestreut hat. „Wir hatten zwar zum Glück noch nie einen derartigen Fall, aber man muss sich absichern“, so Schmidt.

150 Tonnen Streusalz an verschiedenen Orten

Der 35-Jährige ist gelernter Forstwirt und hat sich mit mehreren Fortbildungen zur Garten und Grünpflege weitergebildet. Einige Jahre hat er den Winterdienst und Anlagenbau im Nebenerwerb betrieben, seit sechs Jahren führt er die Firma im Vollerwerb. Obwohl aktuell kein bis wenig Schnee im Einzugsgebiet von Schmidt liegt, sei das Unternehmen voll ausgelastet. „Gerade haben wir vor allem mit Glätte zu tun“, erläutert Schmidt. Insgesamt hat er 150 Tonnen Streusalz an verschiedenen Standorten eingelagert.

Beobachtung der Wettervorhersagen

Wann und wo sein Einsatz gebraucht wird, muss Schmidt übrigens selbst einschätzen können. Dafür verfolgt er ständig die Wettervorhersagen. „Es kann natürlich sein, dass man auch mal mitten in der Nacht raus muss, dafür haben wir immer Mitarbeiter in Bereitschaft.“

Verantwortungsvoll mit Fahrzeugen umgehen

Ein paar mehr Mitarbeiter würde er sich noch wünschen, aber auch er spüre den allerorts bemängelten Fachkräftemangel deutlich. Was die Ausbildung seiner Angestellten angeht, ist Schmidt jedoch nicht festgelegt. „Wir bilden eigentlich alle Mitarbeiter selbst weiter, wichtig ist, dass sie flexibel sind und verantwortungsvoll mit den Fahrzeugen umgehen können“, sagt er.