Schwörstadt – Im Gemeinderat am Mittwochabend war die Berme am Rheinschwimmbad beherrschendes Thema. Was eine Berme ist? Laut Duden bezeichnet man damit den Absatz einer Böschung. In Schwörstadt versteht man darunter eine schmale Plattform aus Beton, die unmittelbar am Rheinufer der Gasnarbe vorlagert eine Art ebene Gehfläche am Beginn des Gewässers ist.

Jahrzehntelang nutzten Rheinschwimmer die Berme für die ersten Schritte ins Wasser, manche saßen drauf und ließen die Beine im Wasser baumeln, andere, die schon im Fluss waren, hielten sich daran kurz fest.

Zur Klärung der seit einigen Jahren eingeschränkten Bademöglichkeit im Rhein hatte die Verwaltung zwei Vorlagen eingebracht. Zunächst ging es darum, ob die Gemeinde einen Taucher beauftragt, um den Zustand der Berme und des Ufers darunter genau feststellen zu lassen. Gebaut wurde diese Plattform wohl im Jahr 1979 von der Gemeinde. Doch wem sie gehört, ist bisher nicht eindeutig geklärt.

Bürgermeisterin Christine Trautwein-Domschat erläuterte, dass erst in Kenntnis des wahren Zustandes ein Gutachter die Gesamtsituation beurteilen könnte. Dann hätte die Gemeinde eine klare Grundlage, um zu entscheiden, ob sie den Uferstreifen kauft. Falls die Gemeinde Eigentümer des Uferstreifens werde, wäre sie auch für den Uferschutz zuständig.

„Deshalb ist es wichtig, dass wir erfahren, in welchem Zustand sich die Berme und der Hang darunter wirklich befinden,“ erklärte die Bürgermeisterin. Das Kraftwerk kontrolliert in unregelmäßigen Abständen ohnehin das Ufer mit Tauchgängen. Die jeweiligen Abschnitte werden zufällig ausgewählt, doch um der Gemeinde Informationen über das Ufer vor den Freibad zukommen zu lassen, wurde vor wenigen Wochen dieser Abschnitt dafür auswählt. Leider war an diesem Tag das Wasser sehr trüb, so dass der Taucher keine Details erkennen konnte. Aber der Zustand scheint nicht durchweg gut zu sein, der Taucher stellte mindestens eine armlange Auskolkung im Hang fest.

Doris Schütz wollte wissen, was denn passiere, wenn die Gemeinde überhaupt nichts in dieser Angelegenheit unternehme. Dann werde sich die jetzige Situation nicht ändern, war die mehrheitliche Meinung. Harald Ebner befürchtete, dass im Falle eines Abbruchs der Berme auch ein erheblicher Uferstreifen weggeschwemmt würde. „Wer ist dann für die Ufersicherung zuständig? Wir, das Land als jetziger Grundstückseigentümer oder das Kraftwerk?“, dachte Ebner weiter. Daraus folgte auch sein Antrag, derzeit keinen Tauchereinsatz von der Gemeinde aus zu veranlassen, stattdessen abzuwarten, wie das Kraftwerk den Zustand des Ufers beurteilt. Mit einer Enthaltung stimmten die Gemeinderäte zu.

Damit wurde auch gleich die Voraussetzung für die zweite Vorlage geschaffen, die den baldigen Kauf des Uferstreifens ausdrücklich ablehnte. Frank Lückfeldt sah möglicherweise erhebliche Lasten auf die Gemeinde zukommen, falls sie Eigentümer würde. Christine Trautwein-Domschat erläuterte noch, dass für den Uferstreifen ein Kaufpreis vorliege, vom Regierungspräsidium aber noch keine Festlegung, ob die Berme Bestandteil davon ist oder gesondert berechnet würde. Dann allerdings würden die Vermessungskosten – weil die Berme im Wasser liegt – um einen erheblichen Betrag ansteigen und der Gemeinde zu Lasten fallen. Der Antrag, sich derzeit nicht um einen Kauf des Uferstreifens entlang des Zauns vom Freibad zu bemühen, wurde einstimmig angenommen.

Zwischendrin bestand die Gefahr, dass die Diskussion um den Uferstreifen erneut in die Breite gehen könnte. Stephan Frank beklagte, dass für die vorgesehene Ufergestaltung an den seitlichen Begrenzungen des Freibades noch keine Planungen vorliegen. Er wollte dort gerne Handläufe und andere Begünstigungen für den Ein- und Ausstieg anbringen. Doch genau dies würde die zugelassene Gestaltung überschreiten. „Im Rahmen des Jedermannsrechtes können dort alle Interessierten in den Fluss und wieder heraussteigen, aber ohne Hilfsmittel. Diese anzubringen, ist der Gemeinde untersagt“, erklärte die Bürgermeisterin.

Damit beantwortete sie auch die Frage von Manfred Henle, die dieser zu Beginn der Sitzung einbrachte. Weitere Fragen von ihm zum Umgang mit der Berme erhielten bereits in der Diskussion ein Antwort. Dass die Wiederherstellung der einstigen Ein- und Ausstiege nicht mehr möglich ist, war schon mehrfach im Gemeinderat erklärt worden. Mit der Einbeziehung der Ufergestaltung in den neuen Rheinuferweg extended kann die Gemeine dafür Fördermittel erhalten, doch dafür ist eben etwas Geduld erforderlich.