Es hat sich etwas verschoben bei den Feuerwehren, das ist auch in Schwörstadt zu spüren. Die technischen Hilfeleistungen machen mittlerweile den größten Teil der Einsätze aus. In Schwörstadt lag der Anteil der Brandbekämpfungen im vergangen Jahr bei 17,6 Prozent und die der der Hilfeleistungen bei 82,4 Prozent. Kommandant Daniel Ebi erläuterte bei der Hauptversammlung der Feuerwehrabteilung Schwörstadt Einzelheiten.

Bemerkenswert sei, dass es nur vier Einsätze im ersten Halbjahr gab, dafür aber 13 im zweiten Halbjahr. Allein im Dezember rückte die Feuerwehr zweimal zu Hilfeleistungen nach schweren Verkehrsunfällen auf der Bundesstraße 34 aus. In Zusammenarbeit mit anderen Feuerwehren waren die Schwörstädter an der Rettung von zehn Menschen beteiligt. Am spektakulärsten, so Ebi, seien wohl die beiden Rheinrettungen gewesen. Einmal wurden zwei Personen aus dem Fluss geholt. Ob eine genannte dritte Person ebenfalls in Wassernot geraten war, ist fraglich. Bis heute wurde sie nicht gefunden.

Mangel an Kameraden

Derzeit gehören der Abteilung Schwörstadt 30 Kameraden an, das sind zwei weniger als im Vorjahr. Der Rückgang ist unter anderem durch Versetzung in die Altersabteilung und durch Wegzug aus dem Ort entstanden. Die Einsatzabteilung ist damit so gering besetzt wie zuletzt 2005. Deshalb ergriff auch der stellvertretende Kommandant Simon Schmid in der Diskussion das Wort und forderte alle Einwohner, die über eine Feuerwehr-Ausbildung verfügen, dazu auf, wieder aktiv zu werden. „Wir verstehen ja, dass junge Leute beim Verlassen des Ortes zu Ausbildung oder Studium auch aus der Feuerwehr ausscheiden, aber wenn sie zurückkehren, sollten sie doch bitte ihre frühere Qualifikation wieder einbringen und in die Feuerwehr eintreten“, mahnte er. „Schließlich gilt es, damit Leistungen für das Allgemeinwohl zu erbringen.“ Auch müsse die Funktionsfähigkeit der Feuerwehr langfristig als nunmehr umfassende Rettungs- und Hilfsorganisation im Ort gesichert werden – gleichzeitig dürften die Belastungen für einzelne nicht zu groß werden.

Gute Kameradschaft

Kommandant Ebi hatte bereits in seinem Bericht einen herzliche Dank an die Familien ausgesprochen, die sowohl durch aktive Hilfe als auch verständnisvolle Begleitung der Feuerwehrleute maßgeblich zur Gewährleistung des Gemeinwohls beitrügen. Alle Kameraden sollten bei möglichst vielen Gelegenheiten für den Dienst werben, sagte er. Ein Argument dafür seien auch die gute Kameradschaft und die gegenseitige Hilfsbereitschaft, die weit über Einsätze und Übungen hinausreiche.

Dankeschön

Dass die Feuerwehr viel mehr als Brandbekämpfung und Hilfeleistungen erledige und sich vielfach als Partner der Einwohner erweise, bestätigte auch Frank Lückfeldt, Stellvertreter der Bürgermeisterin. Er dankte dafür, dass die Kameraden mit Fahrdiensten bei Veranstaltungen der Gemeinde und mit der Regulierung des Parkverkehrs bei Festen der Vereine tatkräftige Hilfe leisteten. Ebi erinnerte noch daran, dass etliche Kameraden seit Langem zuverlässig Aufgaben in der Feuerwehr erfüllten und wandte sich besonders an Kassierer Paul Burkart. Er führt seit nunmehr 46 Jahren die Kameradschaftskasse, auch im vergangenen Jahr wieder ohne Beanstandung durch die Kassenprüfer.