Der gefühlt ewig andauernde Sommer 2018, der meteorologisch, astronomisch und phänologisch gesehen eigentlich schon längst vorüber ist, erstreckt sich nach dem „Altweibersommer“ und dem darauf folgenden „Goldenen Oktober“ jetzt sogar bis in die Mitte des Oktobers hinein. Und genau diesem „Goldenen Oktober“ mit zwei weiteren Sommertagen am 12. und 13. des Monats (ab 25°C) ist ein weiterer Rekord zu verdanken.

110 Sommertage: Das ist Rekord

Nachdem wir dieses Jahr schon das wärmste Sommerhalbjahr seit Aufzeichnungsbeginn hatten, verzeichneten wir jetzt auch noch einen neuen Rekord für die Anzahl der Jahres-Sommertage. Mit 110 Sommertagen (Norm 1981 bis 2010: 51,4 Tage) wurde der alte Rekord des Jahrhundert-Hitzejahres 2003 um einen Tag übertroffen. Aber was hat es denn auf sich mit dem „Goldenen Oktober“?

Bunt gefärbte Blätterpracht

Unter diesem Begriff versteht man im deutschsprachigen Raum eine Schönwetterperiode im zweiten Oktoberdrittel (10. bis 20. Oktober). Diese Schönwetterperiode wird im wesentlichen durch eine kräftige, insbesondere gelbe Blattverfärbung bestimmt. Scheint dann die Sonne besonders bei Sonnenauf- und Sonnenuntergang in die bunt gefärbte Blätterpracht, leuchten dann die Laubwälder in warmen, gold-gelben Farbtönen.

Stabiles Hoch über Mittel- und Osteuropa

Ursache für die länger andauernde sonnige Witterung ist ein stabiles Hoch über Mittel- oder Osteuropa. Für diese Jahreszeit sind dann große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht typisch. Aufgrund der zunehmenden Nachtlänge kann die Luft in Bodennähe stärker auskühlen. Boden- oder gar Nachtfrost können dann auftreten.

Oft können wir uns im Oktober auch noch an Sommertagen (ab 25°C) erfreuen, seit Aufzeichnungsbeginn 1997 gab es folgende Rekorde: Den spätesten Sommertag eines Jahres hatten wir mit 25,5°C am 28. Oktober 2013. Die höchste Oktobertemperatur verzeichneten wir am 7. Oktober 2009 mit 29,0°C.

Temperaturen gehen leicht zurück

Ein Paradebeispiel ist das Jahr 2011, als wir nahtlos vom „Altweibersommer“ zum „Goldenen Oktober“ über gingen und danach sogar noch einen November mit Rekord-Sonnenscheindauer und Rekord-Trockenheit bekamen. Auch der Oktober 2014 steht bis jetzt noch in den Schwörstädter Analen als wärmster Oktober seit 1966. Laut Deutschem Wetterdienst war es bundesweit der drittwärmste Oktober seit Messbeginn 1881.

An den kommenden Tagen gehen die Temperaturen leicht zurück, aber bei Tagestemperaturen von über 20°C liegen wir immer noch sehr deutlich über den jahreszeitüblichen Temperaturen. So wie es aktuell aussieht, müssen wir auch diese Woche auf den dringend benötigten Regen verzichten.