In diesem Jahr fand das Musikfest in Dossenbach etwas später als in den Vorjahren statt, die Terminplanung bei den Gastorchestern ließ es nicht anders zu, aber so war es ja auch gut. Zum Auftakt gab es am Samstag wieder die „Brassnight“, bereits zum fünften Mal.

Als sich gegen 19 Uhr die Hallentür öffnete, gab es nun wahrlich noch keinen Massenansturm, aber bereits eine halbe Stunde später setzte die Band „Blasmusikfieber“ einen sehr lautstarken Lockruf. Die 20 jungen Musiker aus dem oberen Wiesental boten gut 90 Minuten lang ein Feuerwerk durch das breite Feld der Blasmusik. Angekündigt hatten sie sich als Orchester für böhmisch-mährische Blasmusik und begannen deshalb auch mit dem Egerländer Musikantenmarsch.

Blasmusikfieber, die Band aus dem Kreis Lörrach, führte vor, wie mit zeitgemäßer Interpretation junge Spieler und Zuhörer begeistert werden.
Blasmusikfieber, die Band aus dem Kreis Lörrach, führte vor, wie mit zeitgemäßer Interpretation junge Spieler und Zuhörer begeistert werden. | Bild: Rolf Reißmann

Doch sehr schnell bewiesen sie, wie breit ihr Repertoire ist, Rock und Pop griffen sie auf, auch Nenas berühmte 100 Luftballions boten sie dar. Dazu kamen mehrere solistische Einlagen, so auf dem Flügelhorn, auf zwei Klarinetten und auf der Tuba. Verblüffend, wie selbstverständlich diese jungen Musiker – der älteste ist gerade mal Anfang 30 – zwischen den Genres umher hüpften, wie sie es verstanden, klassische Blasmusik so darzubieten, dass junge Zuhörer daran Gefallen finden. Und das war die zweite überraschende Beobachtung des Abends, etwa die Hälfte der Besucher war ebenfalls sehr jung. So ist es wohl weniger wichtig was, sondern wie es dargeboten wird.

Freundliche und mitreißende Moderation stimmte die Gäste auf die Titel ein. Der Musikverein Dossenbach als Veranstalter des Musikfestes hatte auch technisch bestens vorgesorgt, jedes Instrument war mit einem Mikrofon versehen, die Beschallung sehr gut ausgewogen, nicht übersteuert, Sprache gut verständlich. Nach 90 Minuten hatten die Wiesentäler Blasmusiker den Festschopf zum Kochen gebracht, das Publikum war begeistert. „Wir habe ganz bewusst für den Auftakt eine Band aus der Umgebung ausgewählt,“ erklärte Gerd Bolanz, Vorsitzender des Musikvereins Dossenbach. „Wir kennen ‚Blasmusikfieber‚ bereits seit einiger Zeit und wussten, dass sie uns einen grandiosen Auftakt gestalten.“

Polka, Marsch und Walzer kommen auch bei jungem Publikum gut an, wenn sie nur flott interpretiert werden, diese tolle Auftritt bewies es. Als nächste Band kamen die „Musikatzen“ auf die Bühne. Das bayerische Blasorchester spielte bereits im vergangen Jahr. Dabei hat es ihnen das Dossenbacher Publikum wohl angetan, denn sie nahmen die weite Anreise aus Mühldorf am Inn gerne in Kauf, um erneut bei der „Brassnight“ mitzuspielen. In ihrem zehnten Jahr sei sie eine für sie sehr angenehme Wiederholung. Dabei erfüllten sie ihr Motto wild, frech und etwas anders ganz und gar. Schließlich setzten dann die „Brassbuebe“ aus Wehr am späten Abend den temperamentvollen Schlusspunkt, sie hatten engen Bezug zum Gastgeber, denn drei Musiker aus dem Musikverein Dossenbach spielten in der Band aus dem Nachbarort auch mit. Das Musikfest in Dossenbach war durchweg ein Erfolg, denn auch der Sonntag wurde zum gelungenen Festtag. Die Musikvereine Wieslet, Schwörstadt und Müllheim-Feldberg traten nacheinander auf.

Schließlich setzte der Gesangverein Dossenbach mit einem sehr zeitgemäßen Programm den Schlusspunkt – den Formationen des Chores gelang es erneut, unterhaltsame Gesangsmusik zu gestalten. Hunderte Gäste aus Dossenbach und der weiten Umgebung erfreuten sich. Für die Vereinsmitglieder war es allerdings erneut ein Kraftakt, alle mussten mit anpacken bei der Bewirtung der Gäste. Doch, die gute Stimmung bewies, dass auch dieses Musikfest allen wieder viel Freude bereitete.