Wie notwendig Verkehrsentlastung für die Bewohner ist, lässt sich tagtäglich in der Ortsdurchfahrt erleben: Teilweise reihen sich Lastwagen und Autos Stoßstange in beiden Richtungen. Der Weiterbau der A 98 im Abschnitt fünf brennt somit auf den Nägeln.

Rathauschefin sieht Voraussetzungen

Für Bürgermeisterin Christine Trautwein-Domschat stellen sich angesichts der zuletzt vom Regierungspräsidium Freiburg abgegebenen Kommentare Grundsatzfragen. Für die Juristin ist wichtig, dass eine rechtssichere Planung besteht, die Voraussetzung dafür sieht sie. Wenn es aber immer wieder heiße, dass die Planung im Abschnitt fünf bis Schwörstadt nicht verkehrswirksam werde, weil der Abschnitt sechs der Autobahnplanung strittig ist, müsste ihrer Meinung nach, genauer hingeschaut werden, was Sache ist.

Nicht auf Wehr und Bad Säckingen warten

Für Schwörstadt gebe es keinen Grund, abzuwarten bis die Interessenlage von Wehr und Bad Säckingen zu Tal- oder Bergtrasse geklärt sei, erklärt die Bürgermeisterin. Ihr Vorschlag, um den Ort durch den Autobahnbau zu entlasten, orientiert sich pragmatisch an den geografischen Gegebenheiten sowie den planerischen Voraussetzungen.

Verkeherswirksamkeit herstellen

Weil der Kreuzungspunkt der beiden Trassenverläufe (Tal und Berg) in Höhe des Sportplatzes Brennet im Abschnitt sechs liege, schlägt sie vor, den Abschnitt im Verfahren bis zu diesem Knackpunkt zu verkürzen. Dann lasse sich die Verkehrswirksamkeit herstellen. Die ausstehenden Bewertungen zu den Heilquellen in Bad Säckingen ließen sich dann im weiteren Verlauf klären, meint sie.

Kreuzungspunkt Brennet steht zur Debatte

Damit ergeben sich aus der Sicht von Trautwein-Domschat mehrere Vorteile. Sie arbeitet seit Anfang des Jahres in einer kommunalen Partnerschaft von kommunalpolitischen Vertretern aus den Landkreisen Lörrach und Waldshut an der Trasse mit und gibt sich überzeugt in der Sache: „Wir wollen alle diese A 98." Einen sachlichen Grund dafür, dass Schwörstadt weiter in der Warteschleife hänge, gebe es nicht, denn der Abschnitt könnte verkehrswirksam durchgeplant werden. Voraussetzung dafür: Den Abschnitt fünf bis zum Kreuzungspunkt Brennet verlängern, oder den Abschnitt sechs entsprechend zu verkürzen oder in eine A und B einteilen. „Wir müssen die Heilquellenklärung nicht abwarten“, betont Trautwein-Domschat.

Tal- oder Bergtrasse: Das spielt keine Rolle

Unter dieser Voraussetzung spiele es auch keine Rolle, ob für Schwörstadt die Tal- oder die Bergtrasse zum Zuge kommen, denn beide Varianten münden am Sportplatz Brennet zunächst in einen Punkt. Trautwein-Domschat plädiert für ein sachliches weiterarbeiten und verweist darauf, dass die Bergtrasse oberhalb Schwörstadts seit 2007 in mehreren Punkten durchgeprüft sei: technisch, finanziell und unter dem Aspekt der Zumutbarkeit in einem FFH-Gebiet. Dort gilt ein Autobahnbau zwar grundsätzlich als verboten, allerdings gibt es eine Ausnahme im Absatz 3 im Bundesnaturschutzgesetz. Voraussetzung dafür ist, dass es „keine andere zumutbare Alternative gibt“.

Planung und Bau beim Bund als finanziell gesichert zu betrachten

Wie dies für die Taltrasse zutrifft, ist noch zu prüfen. Trautwein-Domschat erklärt dazu, dass mit Stand 2011 feststehe, dass diese technisch machbar und finanzierbar sei, ob sie sich auch als zumutbar im Sinne des Naturschutzgesetzes erweise, sei aber noch offen.

Ob die Taltrasse zumutbarer als eine Untertunnelung des FFH-Gebiets zu bewerten ist, bei der die heimische Wirtschaft profitieren könne, wie etwa der Tunnelbauer Herrenknecht bei Lahr, stelle sich dabei ebenso als Frage wie, warum mit Kosten argumentiert werde, wo doch Planung und Bau beim Bund finanziell als gesichert zu betrachten seien.