Nach dem gefühlt ewigen Sommer befinden wir uns aktuell in einem sehr schönen und sonnigen Altweibersommer. Es zeichnet sich ab, dass der September 2018 nach 1947 und 2016 der drittwärmste seit Aufzeichnungsbeginn vor über 150 Jahren wird.

Sternenklar und ordentlich kalt

Aber in den sternenklaren Nächten wird es ordentlich kalt, so gab’s in Schwörstadt am Dienstagmorgen, 25. September, mit 3,8°C die tiefste Temperatur seit dem 11. April. Bis zum Monatsende ist kleidungstechnisch der Zwiebel-Look angesagt, denn auf einen fast schon winterlich kühlen Morgen folgt ein angenehm warmer Mittag. Als Altweibersommer bezeichnet man übrigens eine Wettersingularität, die von Mitte September bis Anfang Oktober auftritt.

Häufig gibt's den ersten Bodenfrost

Die Tage sind mild und sonnig, in den Nächten kühlt es jedoch empfindlich ab. In den Morgenstunden bildet sich oft Nebel oder Tau, der sich durch die noch ausreichend starke Sonneneinstrahlung meist vormittags auflöst. Oft gibt es in dieser Zeit auch den ersten Bodenfrost der Jahreszeit. Nach der Statistik kommt diese Schönwetterphase im Herbst zu rund 70 Prozent vor. Sie ist also eine der zuverlässigsten Wetterregeln im Jahresverlauf.

Namensgeber sind vermutlich Baldachinspinnen

Der Name könnte eine Anspielung auf die Spinnweben der Baldachinspinnen sein. Diese knüpfen (altdeutsch weiben) ihre zarten Fäden und lassen sie im Herbst durch die Luft segeln. In den klaren Nächten des Septembers benetzt der Morgentau die Spinnweben, sodass diese in der Morgensonne glitzern und an langes, silbergraues Haar älterer Frauen erinnern. In den letzten 22 Jahren hatten wir nur sechs Jahre keinen Altweibersommer und das letztmals 2008, 2013 und 2017.