Frau Emmenecker, Frau Roniger, seit wann gibt es die IG Kindergarten Dossenbach?

Emmenecker: Die Gründung der IG war am 12. Dezember 2018, aber davor gab es schon mehrere Monate Vorlauf. Verschiedenen Eltern war unabhängig voneinander aufgefallen, dass es zum Sommer 2019 ziemlich knapp mit den Kindergartenplätzen in Dossenbach werden dürfte. Drei Elternpaare haben sich zusammen gesetzt und überlegt, was man unternehmen könnte. Wir haben ein Flugblatt im Dorf verteilt und kurzerhand eine Whatsapp-Gruppe gegründet.

Wie wurde das von den Eltern mit Kindern in der Altersgruppe aufgenommen?

Roniger: Als wir die Flugblätter verteilt und die Eltern gefragt haben, ob sie uns unterstützen wollen, gab es keinen, der uns die Tür vor der Nase zugeschlagen hat. Von den Eltern waren alle sehr froh, dass es jemanden gibt, der etwas unternimmt.

Welche Ziele verfolgt die IG?

Roniger: Unser erstes Ziel ist, dass alle Kinder, die auf unserer Liste sind, auch einen Kindergartenplatz bekommen. Es ging uns nicht nur um unsere Kinder. Am Anfang hatten wir 20 Kinder auf der Liste, dann wurden es immer mehr. Unser Ziel war, dass eine Lösung gefunden wird, alle Kinder unterzubringen.

Sie haben eine Liste angesprochen. Was hat es damit auf sich?

Emmenecker: Anfangs haben wir hauptsächlich Daten für eine Bedarfsliste gesammelt: Welche Kinder das dritte Lebensjahr vollenden und einen Platz brauchen, und ob es schon Zusagen an Eltern gab. Die Kommunikation der Verwaltung mit den Eltern war nicht optimal, deswegen haben wir die Initiative ergriffen.

Das heißt, die Kommunikation hat sich verbessert?

Emmenecker: Das war auch eins unserer Ziele, dass die Informationen schneller zu den Eltern kommen. Das hat den positiven Effekt, dass die Verwaltung einen klaren Ansprechpartner hat und führt zu einer besserer Akzeptanz bei den Eltern. Wir sind die Schnittstelle zwischen den Eltern und der Gemeinde, was die Gemeinde auch entlastet.

Roniger: Das Problem war auch, das alle Eltern mit ihren Fragen immer zur Kindergartenleitung sind und die Leiterin Elke Schmidt auch nicht viel sagen konnte oder durfte. Manche Eltern waren ihr gegenüber wenig verständnisvoll, obwohl sie immer sehr offen und hilfsbereit war, wofür wir ihr sehr dankbar sind. Mit der Interessengemeinschaft haben wir auch an Vor-Ort-Terminen in den neuen Räumen teilgenommen und konnten so den Eltern sagen, was genau passiert.

Wie funktioniert der Austausch mit den Eltern?

Emmenecker: Wir haben zwei Kommunikationswege: Unsere Whatsapp-Gruppe und monatliche Mitgliedertreffen. In der IG sind wir 20 Mitglieder, in der Whatsapp-Gruppe sind es wesentlich mehr, da sind auch welche, deren Kinder noch sehr klein sind.

Welche Aktionen hat die IG noch unternommen?

Emmenecker: Wir haben auch unsere praktische Hilfe angeboten, etwa beim Ausbau von den Räumen. Im Ortschaftsratssaal, der zum 1. September als Kindergarten hergerichtet und der früher schon ein Kindergarten war, haben wir beim Streichen geholfen.

Wie geht es mit der IG weiter, wenn die neuen Kindergartenplätze zur Verfügung stehen?

Emmenecker: Die IG ist nicht mehr nur auf Dossenbach beschränkt, sondern wir kümmern uns jetzt auch um den Kindergarten in Schwörstadt oder die Betreuungssituation generell, auch unter Dreijähriger. Darüber hinaus ist es unser Ziel, die Förderung in Kita, Kindergarten und Grundschule zu verbinden. IG-Vorstandsmitglied Claudia Bühler und ich haben uns daher in den Vorstand des Schulfördervereins wählen lassen. Nancy und ich sind auch Elternbeiräte im Kindergarten Dossenbach.

Roniger: Mit der IG sind wir in Dossenbach auch beim Thema Spielplatz dabei, wo uns die Verwaltung in die Neugestaltung einbeziehen will, was wir sehr zu schätzen wissen.

Fragen: Horatio Gollin
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