Keiner will ihn wirklich auf den Weiden. Letztlich stimmte der Gemeinderat Fröhnd aber dennoch dem Aufstellen eines speziellen Wolfszaunes auf den Allmendweiden der Gemeinde zu, denn nur dann kann ein Nutztierhalter im Falle eines Falles Entschädigung für ein gerissenes Tier erhalten.

Der Abstimmung im Gemeinderat am Mittwochabend war eine nichtöffentliche Diskussion im Anschluss an die Februar-Sitzung vorausgegangen. Deren Tenor fasste Fröhnds Bürgermeister Michael Engesser in einer Resolution zusammen, die er den neun Gemeinderäten sowie den zwei Dutzend Zuhörern im Gemeindesaal vortrug. „Grundsätzlich geht es darum, Nutztiere vor dem Wolf zu schützen“, erklärte Engesser.

Das Land stelle Mittel für Schutzmaßnahmen in Millionenhöhe bereit. „Nimmt man sie nicht in Anspruch, gibt es keine Entschädigung.“ Der Bürgermeister machte die kritische Einstellung des Gemeinderates deutlich: „Die Wiederansiedlung des Wolfes halten wir nicht für gut.“ Und weiter: „Die Offenhaltung der Landschaft wird durch den Wolfszaun erschwert.“ Es könne nicht gewollt sein, Weidberge mit Wolfszäunen zuzusetzen. „Außerdem kostet die Maßnahme Geld, das woanders fehlt. Dann formulierte Michael Engesser noch drastischer: „Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Wolfsrudel in Zukunft den Menschen angreifen.“ Bei Steinen ist erst vor wenigen Tagen ein totes Schaf gefunden worden. Bislang ist noch unklar, ob es von einem Hund oder einem Wolf getötet wurde.

Die Gemeinderäte unterstützen unisono den Bürgermeister. Durch einen Wolfszaun würden Nutztiere „abgesperrt“, hieß es. Der Wolf renne außen am Zaun auf und ab und bringe eine Herde in Panik, meinte ein anderer. Die Wiederansiedlung des Wolfes sei nicht nur ein Problem für die Nutztierhalter, „sondern ein gesamtgesellschaftliches Problem“, hieß es weiter im Gremium. Der Wolfszaun stelle ein Hindernis für Wanderer und Moutainbiker dar. Er sei ein notwendiges Übel.

Damit wurde zur Abstimmung über eine Vereinbarung mit den Bewirtschaftern kommunaler Weiden übergeleitet. Beschlossen wurde schließlich vom Gemeinderat einstimmig, dass den Pächtern von gemeindeeigenen Weiden gestattet wird, Wolfszäune aufzustellen. Wege für die Allgemeinheit müssen aber offen gehalten werden. Außerdem müssen Wildwechsel, Verkehrssicherheit und Naturschutzbestimmungen beachtet werden.