So gut wie unter Dach und Fach ist die Einlösung eines Versprechens, das die Wohnbau Lörrach vor 15 Jahren bei der Fusion mit der ehemaligen Städtischen Wohnbau Schopfheim gab: den Schopfheimer Bestand auf Vordermann bringen. Demnächst wird das letzte noch ausstehende Quartier saniert. Der Blick von Wohnbau-Geschäftsführer Thomas Nostadt geht daher bereits in die Zukunft: In Schopfheim wäre „eine neue große Bauaufgabe schön“.

Das Lus-Quartier

„Das ist die totale Idylle hier, und das wird sie erst recht sein, wenn hier alles saniert ist“: Wohnbau-Geschäftsführer Thomas Nostadt gerät beim Rundgang durch das kleine Quartier, das die Wohnbau-Häuser in Gündenhausen beim Zusammentreffen von Lusweg und Blauenstraße bilden , ein wenig ins Schwärmen. 51 Wohnungen, verteilt auf mehrere Häuser unterschiedlichen Alters – die ältesten sind in den 1950er Jahren gebaut worden, das jüngste 1997 – sind hier im Besitz des Unternehmens. Die Ruhe, die Nähe zum Schlierbach und zum S-Bahn-Halt – die Lage habe viele Vorzüge. Aber auch die bauliche Qualität sei bemerkenswert, wie Marco Glockner, Technischer Leiter der Wohnbau Lörrach, erläutert. Auch würden viele Grundrisse „heute noch sehr gut funktionieren“. Gerade bei den Häusern, die in den 1950er Jahren entstanden sind, sei das eine erfreuliche Erkenntnis, denn „das ist bei den Wohnungen aus dieser Zeit nicht immer so.“

Thomas Nostadt
Thomas Nostadt | Bild: Martina David-Wenk

Das Quartier ist das letzte aus dem Bestand der ehemaligen Städtischen Wohnbau Schopfheim (SWS), das noch nicht auf Vordermann gebracht ist. Als sich die Wohnbau die Frage gestellt habe, was genau sie damit machen soll, sei die Antwort klar gewesen: Alles habe für einen Erhalt der älteren Gebäude gesprochen.

Marco Glockner
Marco Glockner | Bild: privat

Nun wird jedes Haus je nach Zustand auf Vordermann – was teils größere Eingriffe erfordern wird bei den etwas älteren Häusern, teils weniger. Bei dem jüngsten Haus etwa (Lusweg 105) „geht es allein um die Heizungsfrage“, erklärt Glockner. Vorgesehen ist, alle Wohnbau-Häuser an ein Nahwärmenetz anzuschließen. Wärme und heißes Wasser wird ein neues, erdgasbetriebenes Blockheizkraftwerk liefern. Rund 5,5 Millionen Euro wird die Wohnbau in dieses Vorhaben investieren, hinterher sollen alle Wohnungen auf zeitgemäßem Stand sein, von den Bädern über Leitungen und Rohrstränge bis zu den Balkonen und Fenstern. „Auch die Qualität der Außenanlagen werden wir noch stärker herausarbeiten“, so Glockner. Und nicht zuletzt sollen durch Umbauten im Dachspeicherbereich sechs zusätzliche Wohnungen entstehen. Umgesetzt werden soll das Vorhaben in Etappen. Los geht es jetzt im Frühjahr mit dem ältesten Gebäude Lusweg 95.

Sanierungs-Gesamtüberblick

Die Sanierung der Wohnungen im Lus ist einer der letzten Schritte auf dem Weg, den Schopfheimer Hausbestand vollständig zu modernisieren. Dies hatte die Wohnbau Lörrach zugesagt, als 2007 die Fusion mit der Städtischen Wohnbau Schopfheim beschlossen wurde – was laut dem damals amtierenden Bürgermeister Christof Nitz „die beste Entscheidung des Gemeinderats überhaupt“ war, wie dieser in den Folgejahren immer wieder betonte. Tatsächlich hätte die Städtische Wohnbau Schopfheim nie und nimmer das leisten können, was die Wohnbau Lörrach seitdem vollbracht hat – darin besteht große Einigkeit und daran gab es auch nie einen Zweifel. Zu arg war die SWS finanziell angeschlagen. Daher war die Wohnbau Lörrach auch schon seit 2000 damit beauftragt worden, den Geschäftsbetrieb zu übernehmen – was dazu führte, dass sich die SWS nach und nach berappelte. Die Fusion im Jahr 2007 war denn auch nur eine logische Konsequenz. Die Zusammenarbeit funktionierte von Anfang an bestens – das bekommt Nostadt seitdem auch immer wieder im Schopfheimer Gemeinderat zu hören.

Auch Nostadt selbst bewertet im Rückblick die Fusion rundum positiv. Die Wohnbau habe sich von Beginn an der Anliegen der Mieter und dem Zustand des Hausbestandes angenommen. Dieser sei heute allerdings nicht mehr „eins zu eins der gleiche wie damals“, erläutert Nostadt. Das eine oder andere sei verkauft worden, dafür hat die Wohnbau bekanntlich ein neues, modernes Quartier im Eisweisweiher gebaut.

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In Schopfheim sind aktuell 503 Wohnungen im Eigentum der Wohnbau. Davon sind 438 Wohnungen modernisiert worden oder – wie das erwähnte Gebäude im Lusweg 105 – in „zeitgemäßem Zustand“. 273 Wohnungen wurden bislang saniert. Das Lus miteingerechnet, haben laut Nostadt noch 65 Wohnungen unmittelbaren Sanierungsbedarf. Wenn dieses Quartier auf neuestem Stand ist, sind es noch 33, verteilt auf die Roggenbachstraße und die Blauenstraße. „Und auch die werden wir in rund drei Jahren in Ordnung gebracht haben“, so Nostadt. Dieses Mammut-Sanierungsprogramm schlägt sich auch in eindrücklichen Zahlen nieder: 18,3 Millionen Euro wurden in Wohnungssanierungen investiert, seit die Wohnbau Lörrach in Schopfheim tätig ist. Dazu kommen weitere sechs Millionen Euro für laufende Instandhaltungen – und jetzt obendrauf die 5,5 Millionen Euro für das Lus. In der Summe mehr als 30 Millionen Euro, „die wir in den Bestand gesteckt haben.“ Gleichzeitig seien Mieterhöhungen stets bewusst „sehr human erfolgt.“ Im Schnitt liege die Wohnbau-Miete in Schopfheim bei sechs Euro pro Quadratmeter – das Neubauprojekt Eisweiher ausgenommen.

Ausblick

Zwar verwaltet die Wohnbau Lörrach „ein schönes Schopfheim-Paket“, wie Nostadt es beschreibt. Zu den Wohnungen, die in ihrem Besitz sind, kommen noch 130 Mietwohnungen hinzu, die die Wohnbau im Auftrag anderer Eigentümer verwaltet. Damit ist denn auch klar, „dass es immer was zu tun gibt“. Dennoch hätte Nostadt nichts dagegen, wenn das Schopfheimer Paket noch etwas größer würde. „Jetzt wäre perspektivisch eine weitere große Bauaufgabe schön“. Damit sei aber weniger das Mehrfamilienhaus gemeint – „da kommen andere eher in Frage.“ Nostadt denkt da mehr an „ein neues Gebiet wie das Neubaugebiet Eisweiher – wo auch immer in der Stadt das sein kann.“ Es dürfte gerne ein Projekt „mit 50 Wohnungen oder auch 100 sein. Es wäre auf jeden Fall schön, wenn wir so den Bestand noch aufstocken und erweitern könnten.“ Letztlich allerdings sei es Sache der Stadt, ob sich da etwas finde „und ob sie sich dann an uns wendet.“