„Es entstand etwas Großartiges“, sagte Peter Mauthe bei der Jahreshauptversammlung der Fasnachtsgesellschaft Zell (FGZ) am Sonntag im „Löwen“ in Bezug auf die kreativen Aktionen, die bei der vergangenen Fasnacht als Ersatz für die ausgefallenen Veranstaltungen auf die Beine gestellt wurden. Und mit Blick auf die kommende Fasnacht sagte der FGZ-Präsident: „Wir werden Einschränkungen hinnehmen, aber wir werden keine Umzüge absagen müssen.“ Veranstaltungen in den Sälen könnten voraussichtlich unter den 2G-Regeln stattfinden.

„Wir sind keine Hellseher“, sagte FGZ-Präsident Peter Mauthe auf die Frage, wie es mit der kommenden Fasnacht aussieht. Aber er und sein Team seien sicher – nicht zuletzt wegen des Versprechens der Landesregierung, Fasnacht würde nicht noch einmal ausfallen –, dass es am 13. November einen Freilichtauftakt nach Maß mit Verkündung des Mottos und am 8. Januar 2022 den 11.11. mit Präsentation des Hürus geben werde. Wenn diese Veranstaltung im Rahmen der geltenden Bestimmungen über die Bühne gehe, seien „die folgenden Veranstaltungen in den Sälen voraussichtlich unter den 2G-Regeln auch kein Problem mehr“, so Mauthe, der in Sachen Straßenfasnacht noch ein dickes Fragezeichen sieht. „Ich werde mich jetzt nicht hinstellen und sagen: Wir werden Fasnacht wie früher machen können. Wir werden Einschränkungen hinnehmen, aber wir werden keine Umzüge absagen müssen“, zeigte er sich überzeugt. Nicht zuletzt Thomas Kaiser als Stellvertreter des Bürgermeisters wird das mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen haben. Er verband seine Grußworte mit der Hoffnung, dass die Berichte des Präsidiums im kommenden Jahr wieder so ausfallen, wie man es in den vielen Jahren zuvor gewohnt gewesen sei.

Vor einem Jahr rührte Mauthe im Kaffeesatz, als er fast trotzig ankündigte, dass wegen der Pandemie zwar so gut wie alle der gewohnten Fasnachtsveranstaltungen ausfallen werden, man aber, „wenn es soweit ist, in Zell merken wird, dass Fasnacht ist.“ Und bei der Jahreshauptversammlung am Sonntag stellte der Chef der Fasnachtsgesellschaft mit großer Genugtuung fest: „Ich denke, wir haben Wort gehalten.“ Das dachte die Zeller Narrenrunde wohl auch. Denn alle konnten, so Mauthe, online einen Film genießen, der „unzählige Male geteilt und tausendfach gelikt“ worden ist.

Auch sonst lief in der fünften Jahreszeit „fast“ alles wie am Schnürchen. Plaketten und Fasnachtszeitungen fanden reißenden Absatz, virtuell war einiges geboten und die Umzugswagen ersetzten toll dekorierte Schaufenster im Städtli zwar nicht eins zu eins, aber doch ansprechend und erfolgreich. „Die Zeller Fasnacht war in diesen Zeiten in den sozialen Medien überaus präsent“, war Mauthe nach zahlreichen Rückmeldungen erfreut. Für die genannten Aktionen und ein Fahrzeugkonvoi im Häs, Umzüge mit Playmobil oder Legowagen sowie Fasnachtsmusik in den Zeller Straßen habe es „sehr große positive Wahrnehmung“ gegeben.

Doch Mauthe erwähnte auch ein Problem: „Es waren am Fasnachtssonntag wohl ein bisschen viel Leute im Städtli unterwegs“, erinnerte er mit Blick auf Corona an die Situation, die zu einem Polizeieinsatz und Ermittlungen führte, die einer gewissen Brisanz nicht entbehrten, jedoch keine folgenschweren Konsequenzen für die Beteiligten hatten. „Ganz wichtig dabei war für uns, dass es nach der Fasnacht in Zell keine erhöhten Infektionszahlen gab, die auf diesen Sonntag zurückzuführen gewesen wären“, betonte der Präsident.

Zusammenfassend dürfe man feststellen, „dass wir mit unserer Art und Weise, Fasnacht in der Pandemie zu machen, unter Berücksichtigung der stark einschneidenden Corona-Bedingungen den hohen Ansprüchen unserer Fasnacht gerecht geworden sind“, sagte Mauthe, der seinen Gefolgsleuten ebenso herzlich für ihr Engagement dankte wie der Stadt mit Bürgermeister Peter Palme, der auch zur FGZ stand, als es etwas rauer wurde. Und er gab zu Protokoll: „Ich bin stolz, Präsident dieser Fasnachtsgesellschaft zu sein.“ Ein Präsident übrigens, der – „weil das vergangene Jahr finanziell gar nicht so schlecht lief“ – Finanzspritzen fürs Fasnachtshus und fürs „Sorgenkind Fasnachtsbrunnen“ ankündigte. Letzterer konnte durch die tatkräftige Unterstützung des Bürgervereins saniert werden.