Über Wildcamper auf dem Parkplatz beim Schwimmbad ist unter Anwohnern des nahen Wohngebiets Schlattholz Ärger aufgeflammt. Die Bürger stören sich weniger daran, dass dort in letzter Zeit öfters ein Wohnmobil offenbar zu Wohnzwecken abgestellt wurde, als vielmehr an den Hinterlassenschaften und auch am Verhalten der Bewohner des Mobils.

Zu den Hinterlassenschaften zählen auch Batterien.
Zu den Hinterlassenschaften zählen auch Batterien. | Bild: privat

Entdeckten doch die Anwohner in dem angrenzenden Wäldchen schon entsorgte Autobatterien sowie Müll und einen Bretterverschlag, der offenbar als Lager dient. Und scheinbar wird der Hain auch als Toilette genutzt. Nebenbei wird offenbar mit Holz geheizt, die Anwohner klagen über Rauchbelästigungen. Und auch Abwasser werde einfach so aus dem Tank abgelassen. Inzwischen ist der Parkplatz wieder leer, der schwarze Mercedes-Laster mit Wohn-Aufbau ist weg. Das sei aber ganz normal, ärgert sich ein Anwohner. „Das Wohnmobil wird dann mal ein paar Tage weggefahren und damit hat es sich“, heißt es in einem Schreiben, das der BZ vorliegt. Am vergangenen Dienstagabend stand der Wagen noch dort, es brannte Licht. Auf das Verhalten ansprechen dürfe man die Bewohner allerdings nicht, „sonst wird man bedroht und im Dunklen verfolgt“, behaupten die Anwohner. „Das Ganze stinkt uns gewaltig.“

Polizei und Stadtverwaltung kennen das Problem bereits, haben jedoch nur begrenzte Möglichkeiten. Denn das Wäldchen ist ein Privatgrundstück und auch das Wohnmobil stehe wohl mindestens zur Hälfte nicht auf dem städtischen Parkplatz, sondern auf privater Fläche, erklärt Anke Bühler, stellvertretende Ordnungsamtschefin. „Man muss differenzieren. Das kleine Grundstück mit dem Wäldchen ist privat, der Parkplatz gehört uns.“

Der Grundstückseigentümer sei informiert und wisse auch erst seit Kurzem, dass sein Grundstück als Campinggrund und das Wäldchen als Ablageort genutzt werden – wahrscheinlich eine unangenehme Überraschung. Schließlich bleibe, so Bühler, am Eigentümer die Entsorgung der Hinterlassenschaften hängen. Die Batterien, so Bühler, seien inzwischen entsorgt. Die Holzverschläge sind aber noch da, die Anwohner sind sicher, dass das Wohnmobil „über kurz oder lang wieder auftauchen wird“.

Parken ist auf dem Parkplatz beim Schwimmbad unbegrenzt und kostenlos erlaubt. Allerdings nicht zu Wohnzwecken. „Man darf nicht campieren“, sagt Anke Bühler. „Laut Gesetz darf man eine Nacht im Fahrzeug verbringen, zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit.“ Wenn aber jemand über längere Zeit an einem solchen Ort in seinem Fahrzeug wohnt, gilt das als verbotenes Wildcampen. „Wir sind da dran und die Polizei ist auch informiert“, sagt Bühler. Der Parkplatz wird nun überprüft. „Es ist halt nicht immer einfach, das nachzuweisen“, sagt die stellvertretende Ordnungsamtsleiterin. Jedenfalls liege der Polizei nun eine Anzeige vor.

Ob sich der Wohnmobil-Besitzer davon freilich abhalten lässt wiederzukommen, ist indes nicht klar. „Der Herr nimmt sich sehr viel raus und findet das alles sehr normal“, heißt es seitens der Anwohner.