CDU-Fraktionschefin Ute Zeh hat überraschend zum Jahreswechsel ihr Gemeinderatsmandat niedergelegt.

Wie in der kommenden Gemeinderatssitzung öffentlich bestätigt werden soll, hat die 55-Jährige ihr Ausscheiden schriftlich beantragt und mit einer „persönlichen Entscheidung“ begründet. Ihr Nachfolger als Stadtrat wird der 35-jährige Mark Leimgruber, neuer Fraktionschef wird der bisherige Stellvertreter Jeannot Weißenberger.

Ute Zeh
Ute Zeh | Bild: Anja Bertsch

„Das Ausscheiden von Ute Zeh hat uns sehr überrascht“, berichtet Jeannot Weißenberger auf Anfrage dieser Zeitung. Die CDU war ebenso wie die Stadt sehr kurzfristig darüber informiert worden, dass Zeh ihr Mandat niederlegen will. Für ein vorzeitiges Ausscheiden eines gewählten Volksvertreters sind „gewichtige Gründe“ vorzuweisen. Für Ute Zeh allerdings kein Hindernis, sie ist seit über 30 Jahren kommunalpolitisch tätig; als „gewichtiger Grund“ gilt bereits ein Engagement von zehn Jahren. Außerdem seien es gesundheitliche Gründe, die sie zum Aufhören bewegten.

Jeannot Weißenberger
Jeannot Weißenberger | Bild: Marlies Jung Knoblich

Die CDU habe, so Jeannot Weißenberger, mit der Verkündung des Wechsels in der Fraktion eigentlich bis zur nächsten öffentlichen Gemeinderatssitzung am 25. Januar warten wollen. Da Zehs Ausscheiden nun bereits frühzeitig öffentlich wurde, bestätigt die CDU auch den Nachfolger der scheidenden Rätin: Mark Leimgruber, bereits von 2014 bis 2019 CDU-Stadtrat, wird nachrücken. Dem 35-jährigen Leimgruber war bei der Kommunalwahl 2019 nur knapp der Wiedereinzug ins Stadtparlament verwehrt geblieben. Das Ausscheiden von Ute Zeh sei zwar kein Grund zur Freude, doch „es wäre gelogen zu sagen, dass ich mich nicht auf diese Aufgabe freue“, sagt Leimgruber auf Nachfrage. Er habe vor eineinhalb Jahren kandidiert, um kommunalpolitisch Verantwortung zu übernehmen – „ich freue mich, dass ich das nun wieder machen darf“. Leimgrubers politische Schwerpunkte liegen auf der Hand: Seine beruflichen Kenntnisse als Bankkaufmann möchte der 35-Jährige auch im Gremium gewinnbringend einsetzen. „Die Finanzen werden uns in Zukunft schwer beschäftigen, das liegt mir besonders am Herzen“, sagt Leimgruber, der in der vergangenen Legislaturperiode dem Finanzausschuss angehörte.

Darüber hinaus will er sich vermehrt für die Schopfheimer Vereine einsetzen. Mark Leimgruber ist Vorsitzender des Fußballvereins Fahrnau.