Schopfheim – Schimmel war nicht das Einzige, aber das mit Abstand größte Problem in einer der beiden Obdachlosenunterkünfte am Dammweg. Daher wurde das Gebäude im Frühjahr geräumt. Unklar war seitdem, wie es weitergeht. Jetzt hat sich die Stadt für eine Sanierung entschieden. Die soll zwar erst nächstes Jahr erfolgen. Derzeit hat die Stadt aber auch weniger Menschen unterzubringen als in jüngerer Vergangenheit.

Zur Erinnerung: Über den Jahreswechsel 2020/201 hatte sich in der Obdachlosenunterkunft 8b ein Problem zugespitzt, das von den Bewohnern zuvor schon länger beklagt worden war. So hatten sie auf deutlichen Schimmelpilzbefall in teils schwarz verfärbten Wänden hingewiesen – aber auch auf andere Missstände wie ausgehängte Fenster, aufgequollene Fußböden und zerschlagene Waschbecken.

Vor allem wegen des Schimmelbefalls war die Stadtverwaltung Ende 2020 aktiv geworden. Ein Fachbüro war beauftragt, die Sache zu untersuchen. Für die Übergangszeit wurden Sporenfilter aufgestellt, die allerdings zusätzliche Differenzen auslösten. So wurden sie von den acht Bewohnern nicht wie vorgesehen durchgängig in Betrieb gehalten, weil diese der Meinung waren, dass die Geräte die Sporen nur verteilt hätten und deswegen mehrere Bewohner erkrankt seien.

Die Untersuchungen des Fachbüros kamen dann Anfang Januar zum Ergebnis, dass der schwarze Schimmel tatsächlich gesundheitsgefährdend sei. Daraufhin entschied die Stadt, die Obdachlosenunterkunft Dammweg 8b zu räumen – was bis April geschehen ist. Keinen Handlungsbedarf indes gab es bei der Unterkunft Dammweg 8a, „da es da keine großen Probleme gab“, wie der städtische Pressesprecher Marcus Krispin auf Nachfrage mitteilt. Dies gilt nicht nur für das Thema Schimmel, sondern auch für den allgemeinen Zustand.

Die Frage war nun, wie es mit der geräumten Unterkunft weitergeht. Sanieren? Abreißen? Im Januar hatten Gebäudemanagerin Martina Milarch und Bürgermeister Dirk Harscher einen Abriss für fast unumgänglich gehalten – allerdings stand damals eine genauere Untersuchung noch aus. Nun ist zwischenzeitlich eine Entscheidung getroffen worden. „Der Dammweg 8b wird 2022 soweit saniert, dass es wieder bewohnbar sein wird“, teilt Krispin mit.

Bei dieser Zeitplanung dürfte der Stadt entgegenkommen, dass sie derzeit weniger Menschen unterzubringen hat als in den beiden Vorjahren. Waren es 2019 im Verlauf des Jahres insgesamt 46 Personen, die in den beiden Unterkünften Dammweg 8a und 8b untergebracht worden waren, zählte die Stadt im Jahr 2020 noch 33 Menschen. In diesem Jahr nun sank die Zahl auf bislang 17 Personen. Weitere zehn Menschen sind derzeit in Wohnungen untergebracht. Insgesamt hat die Stadt in diesem Jahr drei Wohnungen als Ersatz für die Unterkunft Dammweg 8b angemietet.