Viele Gastronomen in Schopfheim werden nicht schon am Samstag sofort öffnen. Die Gründe dafür sind der viel zu kurze Vorlauf und die Auflagen, über die sich Schopfheimer Wirte „verwundert die Augen reiben“, weil sie für manchen gar nicht nicht umsetzbar seien. Das schreibt die Wirtestadt Schopfheim – ein Zusammenschluss Schopfheimer Gastronomen – am Donnerstag in einer Pressemittelung.

„Es wird für viele Kollegen eine große Herausforderung sein, ihren Betrieb in der Kürze der Zeit wieder hochzufahren, zumal die benötigten Verordnungen noch nicht vorliegen. Je nach Größe und Sorgfalt der umzusetzenden Maßnahmen kann dies noch mehre Tage dauern. Zum Teil fehlt es jetzt auch an genügend Personal, das in den letzten Monaten in andere Branchen und ins Ausland abgewandert ist.“ Die Schopfheimer Gastronomen „bitten darum um Verständnis, dass unsere Gäste sich zum Teil noch etwas gedulden müssen, bis wir wieder für sie da sind“.

Laut neuer Verordnung soll es bereits ab kommenden Samstag wieder möglich sein, Gäste im Innen- und Außenbereich bewirten zu dürfen. Allerdings werde das – so die Wirtestadt – „im vergangenen Jahr noch bewährte erfolgreiche Hygienekonzept nun komplett neu definiert“. Demnach haben Gäste, die bereits zwei Mal geimpft sind freien Zugang mit gültigem Impfausweis.

Viele Wirte schauen „frustriert Richtung Schweiz“

Gleiches gilt für Gäste mit bereits überstandener Infektion, die nicht länger als sechs Monate her ist. Alle anderen Gäste (auch Kinder) indes brauchen einen tagesaktuellen Testnachweis. Tests werden aktuell aber nur von Montag bis Samstag in Schopfheim gratis angeboten (DRK und Hirsch-Apotheke).

Die Überprüfung und Dokumentation obliege dem Gastwirt, der auch seine Gäste selbst testen kann. Bedingung: eine Coronatest-Schulung mit Zertifikat und zugelassenen Schnelltests. Diese Tests müssen vor Betreten der Gaststätte gemacht werden und negativ sein. Die Kosten pro Test beziffert die Wirtestadt auf fünf Euro pro Person. Danach müsse sich noch jeder Gast zur Nachverfolgung registrieren.

Allerdings: Genauere Angaben zur Anzahl der Gäste, Abstandsregelung, bauliche Trennungen, Inzidenzwert bei Öffnung und Schließung und so weiter wolle die Landesregierung einen Tag vor dem geplanten Öffnungsstart veröffentlichen.

„Viele Gastwirte können diese Auflagen aus personellen, logistischen und vor allem wirtschaftlichen Gründen nicht umsetzten. Die allgemeine Lage ist sehr angespannt“, heißt es in der Pressemitteilung. Immer mehr Wirte würden „frustriert Richtung Schweiz schauen“, wo man seit Wochen erfolgreich ohne großen Aufwand die Gastronomie wieder schrittweise geöffnet habe, trotz deutlich höherer Inzidenzwerte.