Die Handwerker in der neuen Mehrzweckhalle legen den Turbo ein: An allen Ecken und Enden wird diese Woche noch gewerkelt. Im Innenbereich fehlt aber lediglich noch der Feinschliff, sodass der Einweihungsfeier am Samstag nichts im Wege steht. Zur Einweihung des Millionen-Bauprojekts im Gemeindeverwaltungsverband (GVV) Schönau haben sich Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer und Landrätin Marion Dammann angekündigt. Die Presse durfte bereits am Montag die Halle besichtigen.

Stolz präsentierte Peter Schelshorn, Bürgermeister in Schönau und GVV-Vorsitzender, am Montagvormittag das neue Schmuckstück. „Wir sind in den letzten Zügen“, sagte er. Lediglich der Außenbereich werde nicht ganz auf Samstag fertig werden, wichtig sei der Hauptzugang beim Todtnauerliweg, an dem Bauarbeiter am Montag noch fleißig zu Gange waren. Es wird wohl eine Punktlandung werden. „Der Termin war ehrgeizig gesetzt“, sagte denn auch Jürgen Moser von Moser Architekten, „doch das ist auch gut so“. Coronabedingte Probleme, wie sie in jüngster Zeit von anderen Großbaustellen zu vernehmen waren, habe es bei der Halle in Schönau glücklicherweise nicht gegeben. Somit habe der Fertigstellungstermin für kommenden Samstag eingehalten werden können. Ursprünglich sei der Beginn des neuen Schuljahres anvisiert worden, da der GVV im Juni aber 50-jähriges Bestehen feiert, sei der Termin vorgezogen worden. Coronabedingt kann das Jubiläum nun jedoch nicht gefeiert werden. Die frühere Fertigstellung der Halle hatte dennoch ihren Sinn: Nun können die Abiturienten Mitte Juli hier ihre Zeugnisübergabe feiern.

Probesitzen auf der Teleskop-Tribüne: (von links) Jürgen Moser, Marc Ehrenberg und Eugenia Sittner (Moser Architekten) mit Peter Schelshorn, Bürgermeister in Schönau und Vorsitzender des GVV Schönau.
Probesitzen auf der Teleskop-Tribüne: (von links) Jürgen Moser, Marc Ehrenberg und Eugenia Sittner (Moser Architekten) mit Peter Schelshorn, Bürgermeister in Schönau und Vorsitzender des GVV Schönau. | Bild: Martin Klabund

In den vergangenen zwei Jahren seit dem Spatenstich im Mai 2019 ist eine Halle entstanden, die sich durchaus sehen lassen kann. Der moderne, helle Bau mit Holzverschalung hat alles, was für den Sportbetrieb und Veranstaltungen benötigt wird. Wie Moser erklärte, habe man den Geländeabfall zur Wiese genutzt, um keinen wuchtigen Bau zu haben. Das von der Straße aus niedrig wirkende Gebäude steigt Richtung tiefer liegendem Kanal in die Höhe und zeigt dort seine volle Größe. Indes werde die dennoch große Baumasse unter dem Walmdach gut versteckt. Mit dem Dach, das man von alten Schwarzwaldhöfen kennt, würde „Tradition in die moderne Sprache übersetzt“, so Moser.

Im Gegensatz zur alten Halle hat die neue eine große Küche.
Im Gegensatz zur alten Halle hat die neue eine große Küche. | Bild: Martin Klabund

Beim Rundgang mit Bauleiter Marc Ehrenberg von Moser Architekten durch die fast fertige Halle konnte sie vor dem geistigen Auge schon mit Leben gefüllt werden. Vom Sportunterricht – die Halle wird künftig vom Schönauer Gymnasium und der Buchenbrandschule genutzt –, über sportliche Wettkämpfe bis hin zu Vereinsfeiern und kulturellen Veranstaltungen kommt hier jeder auf seine Kosten. Peter Schelshorn betonte, dass im 25-köpfigen Bauausschuss Vertreter aus allen GVV-Gemeinden sowie Schulen und Schönaus größten Vereinen gesessen haben, „alle konnten ihre Wünsche vorbringen“. „Selten reden so viele mit wie in einem Gemeindeverwaltungsverband“, sagte Moser augenzwinkernd. Der viele Input und der intensive Austausch mit der Bauherrschaft habe dazu geführt, dass die neue Halle nun tatsächlich „ein öffentlicher Ort“ sein kann.

Die sich durch das Gebäude ziehende dezente Farbigkeit aus Birkenholz und Sichtbeton werden durch kräftig bunte Farben etwa in den Sanitärräumen ergänzt. Neben mehreren Umkleidekabinen mit WC und Dusche auf Eingangs- und Hallenebene, einem Empfangsbereich mit Theke, einer Klappgarderobe und einem Mehrzweckraum gibt es einige Besonderheiten in der Schönauer Halle: Hervorzuheben sind die beiden ausziehbaren Teleskop-Tribünen, „das sind glaube ich die ersten im Landkreis“, sagte Schelshorn stolz. Man habe sich im Vorfeld eine solche Tribüne in Müllheim angeschaut und konnte von den Erfahrungen dort profitieren. Auf den Tribünen können bis zu 280 Zuschauer Platz nehmen, für Sportveranstaltungen etwa seien sie besonders gut geeignet. In der 1400 Quadratmeter großen Halle könnten zudem mehr als 950 Sitzplätze bestuhlt werden. Ebenfalls hervor sticht die Bühne, die mit Schallsegel für eine bessere Akustik ausgestattet ist. Im angrenzenden Regieraum mit Sound- und Lichtanlage kann für einen perfekten Auftritt gesorgt werden. Bei Bedarf verschwindet die Bühne hinter einer mobilen Trennwand. Das dritte „Schmankerl“ ist der große Küchenbereich mit Ausgabetheke. „Hier kann jetzt auch richtig gekocht werden“, sagte der Verbandsvorsitzende zufrieden, in der alten Halle habe man eine solche Möglichkeit immer vermisst.

Komplett fertig soll die Halle dann zu Beginn des neuen Schuljahres sein. In der ersten Augustwoche sollen die Sportgeräte in der Halle angebracht werden, etwa Basketballkörbe und Sprossenwände zum Einfahren. In dieser Zeit soll dann auch die Neugestaltung des Buchenbrand-Schulhofs fertig werden, der über eine Außenbühne direkt mit der Halle verbunden ist. Wie sich jetzt schon abzeichnet entstehen im Außenbereich noch ein Soccerfeld und ein Skaterplatz. Zu guter Letzt muss den Sommer über dann noch der Parkplatz angegangen werden.

Bereits fertig ist die Photovoltaikanlage auf dem Dach. Mehr als 300 PV-Module seien dort verbaut worden, so Schelshorn. Die Wärmeversorgung – unter dem Sportboden in der Halle wurde eine Fußbodenheizung installiert – erfolge komplett über die Buchenbrandschule, künftig werde die Halle an das Nahwärmenetz Schönau angeschlossen. Das hierfür notwendige Trafostation an der B 317 hat sogar eine der Halle angepasste neue Gestaltung bekommen. „Wir sind bei der EWS gleich auf offene Ohren gestoßen“, sagte Moser. Und Schelshorn freute sich, dass nun alles aus einem Guss sei.

Einziger Wermutstropfen sei, dass die neue Mehrzweckhalle in Brand nun nur im kleinen Rahmen eingeweiht werden könne, sagte Schelshorn. Rund 80 geladene Gäste werden am Samstag erwartet, die Moderation übernimmt Hansy Vogt, für die Verköstigung sorgen die Landfrauen Oberes Wiesental. Im Rahmen der Einweihung wird ein Film von Martin Klabund gezeigt, der die Entstehung der Halle unter anderem mit Drohnenaufnahmen festgehalten hat.