Der Ortschaftsrat Enkenstein hatte in seiner jüngsten Sitzung gleich zwei brisante Themen auf der Tagesordnung: Zum wiederholten Mal wurde über die Verkehrssituation auf der L139 und somit auch im Ortsinneren gesprochen. Dabei wurde Kritik am Zeitpunkt einer Verkehrszählung laut – denn die sei wegen der Corona-Pandemie nicht repräsentativ.

Als „prekär“ bezeichnete Brutschin die schon lange in der Diskussion stehende Verkehrssituation in Enkenstein. Immer mehr Fahrzeuge durchfahren die engen Straßen, sorgen für eine Sicherheitsgefährdung und Verkehrslärm, und spätestens wenn Lastzüge und Lastkraftwagen den Ort passieren, ist Vorsicht geboten. Zudem verwies Renate Briegert darauf, dass nach der im vergangenen Jahr erfolgten Erneuerung der Fahrbahndecke noch immer Fahrbahnmarkierungen fehlen.

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„Am 17. Januar ist deswegen wieder ein Unfall passiert“, beklagte sie. Brutschin erinnerte daran, dass der Gemeinderat auf seiner Sitzung am 25. Januar 2021 eine Resolution zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und für Maßnahmen zur Reduzierung des Verkehrslärms in Schopfheim und den Ortsteilen verabschiedet hat. Ein Vertreter vom Polizeipräsidium Freiburg sei mittlerweile in Enkenstein gewesen und habe sich „die Sache angeguckt“.

544 Lastzüge und 1733 Lastwagen in einer Woche

Laut einer vom 8. bis 15. Oktober 2021 erfolgten Verkehrszählung passierten im Messzeitraum 544 Lastzüge, 1773 Lastwagen, 3431 Transporter, 20.150 Autos und 782 Zweiräder das Dorf. Ein Sitzungsbesucher bemängelte den Zeitpunkt der Zählung: „In dieser Corona-Zeit gab es keine Veranstaltungen von den Vereinen, die Wirtschaften hatten zu und so weiter.“ Dadurch sei der Verkehr deutlich geringer ausgefallen und die Zahlen seien im Vergleich zu einem „normalen Jahr“ nicht realistisch.

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Mittlerweile haben sich Stadt, Ordnungsamt, Polizei und Ortschaftsrat für Tempo 30 in ganz Enkenstein ausgesprochen. „Wir hoffen, dass jetzt auch noch das Landratsamt als letzte Instanz zustimmt“, sagte die Ortsvorsteherin. „Wenn nicht, versuchen wir es über den Lärmaktionsplan. Es darf nicht erst was passieren, ehe reagiert wird.“ Als zwingend notwendig nannte Brutschin die Einrichtung eines Fußgängerüberwegs, auf dem vor allem Kinder die Straße sicher überqueren können.

Anwohner fordern Beruhigung der L 139

Das Thema Verkehr, Lärm und Gefahren durch Verkehr beschäftigt Enkenstein seit längerer Zeit. Anwohner fordern eine Beruhigung auf der Landesstraße 139, die nicht nur mitten durchs Dorf führt, sondern an der Abzweigung der Kreisstraße über den Maiberg nach Hausen auch noch im 90-Grad-Winkel abknickt und oft unübersichtliche Situationen produziert.

Eine Interessensgemeinschaft „Verkehr Enkenstein“ forciert seit 2020 die Einrichtung von Tempo 30 durch das Dorf, was vom Schopfheimer Gemeinderat mit einer Resolution unterstützt wird. Getan hat sich allerdings bislang nichts, obwohl die Tempobegrenzung im Lärmaktionsplan bereits 2016 festgelegt worden war. Bislang scheiterte die Umsetzung an den Behörden.