Nun ist sie endlich offen, die größte Schopfheimer Tiefgarage: Am Freitagvormittag durchschnitten Bürgermeister Dirk Harscher und Vertreter des Bauträgers BPD und der Baufirma das weiß-rote Band und gaben das Uehlin-Parkhaus für den öffentlichen Verkehr frei. 47 Parkplätze können unter dem Sparkassen-Platz nun von jedermann angesteuert werden. Eigentlich war die Eröffnung bereits für Spätherbst 2019 geplant, sie musste aber wegen Baumängeln mehrfach verschoben werden.

Das Band ist durch: Patrick Weiß (BPD, Zweiter von links) und Bürgermeister Dirk Harscher (Mitte) beim Scherenschnitt. Bernd Benz (ganz links) schaut zufrieden zu.
Das Band ist durch: Patrick Weiß (BPD, Zweiter von links) und Bürgermeister Dirk Harscher (Mitte) beim Scherenschnitt. Bernd Benz (ganz links) schaut zufrieden zu. | Bild: Nicolai Kapitz

Patrick Weiß hatte rechtzeitig sein Lächeln wiedergefunden: Der Architekt vom Bauträger BPD, der nicht nur das Uehlin-Parkhaus, sondern das gesamte Areal bebaut hat, konnte so an der Seite von Bürgermeister Dirk Harscher recht locker die Schere schwingen. „Wenn wir gewusst hätten, was hier für Überraschungen auf uns warten, hätten wir beim Spatenstich wahrscheinlich ein paar Gläser Sekt mehr getrunken“, witzelte Weiß dann, als das Band gefallen war.

In der Tat waren es für das städtische Bauamt, die beteiligten Firmen und eben den Bauträger keine einfachen zweieinhalb Baujahre und schon gar keine einfachen Monate im ersten Halbjahr 2020. Beim Aushub der Baugrube 2018 war belastete Erde aufgetaucht, dann stimmten auf einmal die Pläne der Nachbar-Tiefgarage nicht mit denen überein, anhand derer die neue Garage geplant worden war. Oft mussten die Planer während des Baus improvisieren.

Im Februar 2020 hatte die Stadt – auch da schon nach einigen Monaten Verzögerung – der Tiefgarage dann die Abnahme verweigert. 49 Seiten eines Berichts füllten da noch die Mängel an dem Bauwerk. Vor allem die Elektronik machte Probleme. Diese wurden nun beseitigt und man merkte vor allem Bernd Benz, Fachgruppenleiter im Bauamt, deutlich an, wie erleichtert er darüber ist.

Hell und übersichtlich ist die neue Uehlin-Parkgarage.
Hell und übersichtlich ist die neue Uehlin-Parkgarage. | Bild: Nicolai Kapitz

Mit verschmitztem Lächeln wohnte der baldige Pensionär der Zeremonie bei – ein „Abschiedsgeschenk“ sei die neue Tiefgarage für Bernd Benz, meinte ein ebenfalls zu Scherzen aufgelegter Bürgermeister nebenbei. Dirk Harscher war es dann auch, der im Dienst-Mercedes als erster offizieller Kunde an der Schrankenanlage an der Einfahrt ein Ticket zog und hupend in die Tiefgarage rollte. Und unter Tage offenbart sich eine erstaunlich helle, große aber doch übersichtliche Parkgarage. Blau weiß sind die Wände, die breiten Parklücken sind mit roten und grünen LED-Lämpchen ausgestattet, die einem parkplatzsuchenden Autofahrer sofort anzeigen, wo noch was frei ist.

Sicherheit hohen Stellenwert

Vier Parkplätze sind für Elektro-Autos reserviert und mit einer Ladesäule ausgestattet. Ein Aufzug bringt die Autofahrer direkt in die Passage zwischen Scheffelstraße und Sparkassenplatz. Es gibt mehrere Behinderten- und auch Frauenparkplätze. „Es ist uns ganz wichtig, dass man hier ein Sicherheitsgefühl hat“, sagte der Bürgermeister. Deshalb hat die Stadt die Garage mit Überwachungskameras ausgestattet, „und wir werden wohl auch noch welche nachrüsten“. Es wurde bei der Ausstattung des Parkhauses aber nicht nur an die Sicherheit, sondern auch an die Unterhaltung der Parkenden gedacht.

Von Jeannot Weißenberger gestaltete Texttafeln mit Sprüchen des Heimatlyrikers Gerhard Jung zieren die Wände. Ein Spruch – direkt an der Einfahrt – stammt allerdings von Bernd Benz: „Bi uns in Schopfe chasch s‘Geld verchlopfe.“ „Eine Bereicherung für die Stadt“, nannte Patrick Weiß die Parkgarage. „Sie ist ein großer Mehrwert.“ Und wenn es beim Spatenstich ein paar Gläser Sekt zu wenig waren, so bekamen die Gäste der kleinen Einweihungsfeier nach den lobenden Worten der Verantwortlichen genug Gelegenheit, das nachzuholen.

Es gibt vier E-Tankstellen.
Es gibt vier E-Tankstellen. | Bild: Nicolai Kapitz