Die beiden Männer, die in der Nacht auf Mittwoch in Riedichen einen Mann getötet und einen weiteren schwer verletzt haben sollen, konnten am späten Mittwochabend der vergangenen Woche gefasst werden. Die beiden Brüder hatten es auf ihrer Flucht bis nach Frankfurt am Main geschafft. Am Donnerstag wurden sie dem Haftrichter vorgeführt. Das Tatmotiv soll Habgier gewesen sein.

Das 200-Einwohner-Dorf Riedichen steht noch immer unter Schock. In der Nacht auf Mittwoch wurde in einer Mietwohnung mitten im Dorf ein Mann getötet und ein weiterer schwer verletzt. Nachdem die Polizei am Mittwoch noch von einem 27-jährigen Täter gesprochen hatte, der mit seinem 22-jährigen Bruder auf der Flucht war, wird nun davon ausgegangen, dass die beiden Brüder die Tat gemeinsam begangen haben. Die Verdächtigen konnten am späten Mittwochabend in Frankfurt am Main durch Polizeikräfte der Polizeipräsidien Frankfurt am Main vorläufig festgenommen werden. Sie wurden noch in der Nacht nach Baden-Württemberg gebracht und am Donnerstagnachmittag dem Haftrichter vorgeführt. Wie die beiden nach Frankfurt gekommen waren, werde derzeit noch ermittelt. Zum Tatmotiv liegen den Ermittlern hingegen deutliche Hinweise vor: „Wir gehen derzeit von Habgier als Motiv aus“, sagte Iris Janke, Leiterin der Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen, auf Nachfrage dieser Zeitung.

Wie berichtet waren die Brüder mit vier weiteren Gastarbeitern aus verschiedenen Ländern in einer Mietwohnung in Riedichen untergebracht. Wie lange und in welcher Zusammensetzung die Gruppe dort zusammen gewohnt hat, sei noch unklar, sagte Polizeipressesprecher Jörg Kiefer auf Nachfrage. Die beiden Tatverdächtigen sollen in der Nacht auf Mittwoch zunächst das Zimmer des ersten Opfers, ein 38-jähriger Mann, aufgesucht und diesen brutal erschlagen haben. Der Grund: Die Täter wollten offenbar an sein Bargeld kommen. Um welche Höhe es sich dabei handelt, wollte die Staatsanwaltschaft auf Nachfrage nicht preisgeben. Auch hier werde noch ermittelt.

Aus dem gleichen Grund sollen die mutmaßlichen Täter dann auch die zweite Person angegriffen haben, der 64-jährige Mann wurde schwer verletzt. Dann sollen sie mit der Beute geflüchtet sein. Als Tatwaffe diente laut Staatsanwaltschaft ein Gegenstand oder Gegenstände, die als Schlagwerkzeug benutzt wurden und schwerste Kopfverletzungen bei den Opfern hervorgerufen haben. Weitere Details zur Tatwaffe wurden nicht genannt. Die Ermittlungen der Sonderkommission „Baustelle“ dauern an.

Erleichtert zeigte sich Bürgermeister Peter Palme darüber, dass die mutmaßlichen Täter zwischenzeitlich gefasst werden konnten. Die Tat habe die Bevölkerung in Zell und vor allem die Riedicher schwer getroffen. „Wenn mitten in der Nacht das Dorf voller Blaulicht ist, nimmt das einen emotional sehr mit. So etwas kennt man bei uns nicht“, sagte der Zeller Bürgermeister. „Das wird sicherlich noch eine Weile gehen, bis wieder Ruhe einkehrt – der Schock ist noch sehr groß.“ Dies bestätigte auch Ortsvorsteher Kai Berger.