Radfahrern wurde auf dem Weg entlang der Wiese zwischen Schopfheim und Maulburg im wahrsten Sinne des Wortes Steine in den Weg gelegt: Auf einem etwa zehn Meter langen Abschnitt bei der kleinen Kanalbrücke nahe Schopfheim wurde der Weg mit so grobem Schotter versehen, dass er mit dem Rad nicht mehr zu befahren ist. Die Behörden sehen den Abschnitt allerdings nicht als Fahrradweg, sondern als Wirtschafts- und Spazierweg.

Gisela Wilms aus Steinen ist Radfahrerin aus Leidenschaft. „Ich bin mit dem Fahrrad auf die Welt gekommen“, sagt sie. Seit 28 Jahren lebt sie der Umwelt zuliebe autofrei und ist seitdem ausschließlich mit dem Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Gern erinnert sie sich an ausgedehnte Radtouren an der Ostsee und in Holland. Mit ihrem Sohn befuhr sie den Donauradweg. Rüstig ist sie, sportlich und agil. An der VHS unterrichtet sie aktives Rückentraining. Im Februar ist Gisela Wilms 80 geworden.

Oft fährt sie mit dem Rad von Steinen nach Schopfheim und wieder zurück. Sie nutzt dafür den Weg entlang der Wiese. Hier hat ihre Fahrlaune einen unliebsamen Dämpfer bekommen, der ihr Sorge und Ärger bereitet: Auf einem etwa zehn Meter langen Abschnitt bei der kleinen Kanalbrücke nahe Schopfheim wurden Radlern und Fußgängern im wahrsten Sinne des Wortes Steine in den Weg gelegt. Hier wurde der Weg mit so grobem Schotter versehen, dass er mit dem Rad nicht mehr zu befahren ist.

Nun ist es durchaus üblich, Radwege entweder zu asphaltieren oder eben mit einem aus Split und Schotter bestehendenden Auftrag – einer sogenannten „wassergebundenen Decke“ – zu versehen. Über das Für und Wider beider Oberflächenarten wurde und wird immer wieder eifrig gestritten. Sowohl Asphalt als auch wassergebundene Decken haben ihre Vor- und Nachteile. Geschotterte Wege allerdings bergen aufgrund ihrer Beschaffenheit ein Gefahrenpotential: Je nach Auftragsdichte können auf ihnen vor allem ungeübte Radfahrer die sichere Spurführung verlieren und leicht ins „Schwimmen“ geraten. Bei starkem Bremsen besteht auf Schotter zudem eine hohe Rutsch- und Sturzgefahr. Wenn dann auch noch, wie auf dem von Gisela Wilms bemängelten Streckenabschnitt, sehr grober Schotter mit teils faustgroßen Steinen aufgebracht ist, steht es mit der Sicherheit der Radfahrer nicht zum Besten. Selbst bei normalem Fahrverhalten ist dieser Bereich nicht radverkehrstauglich. So bleibt denn auch den Radlern nichts anderes übrig, als die Steine links- und rechtsseitig auf schmalen Streifen an den Wegrändern zu umfahren.

Auf diesen Missstand möchte Gisela Wilms aufmerksam machen. Ihre Suche nach einem zuständigen Ansprechpartner verlief allerdings ergebnislos, und so wandte sie sich an diese Zeitung. Einer unserer Mitarbeiter nahm sich der Sache an.

Zunächst einmal fühlte sich von Behörden- und Verwaltungsseite niemand so recht für die Instandhaltung des Weges zuständig. Erst ein Gespräch mit Remko Brouwer vom Tiefbauamt Schopfheim brachte Klärung: Im Rahmen des Hochwasserschutzes wurde im Auftrag des Regierungspräsidiums der Damm an der Wiese erhöht. Damit einhergehend wurde auch der Weg neu geschottert.

Nach Aussage Brouwers werde dieser allerdings behördlicherseits nicht als Fahrradweg, sondern als Wirtschafts- und Spazierweg betrachtet. Der reguläre Fahrradweg zwischen Maulburg und Schopfheim verlaufe entlang der L 139. Darüber hinaus gebe es noch zwei weitere Radwege. Dumm nur, dass der Weg an der Wiese im Fahrradwegweisungsnetz eindeutig als Radweg ausgewiesen ist.

Erschwerend bei der Frage der Zuständigkeit käme hinzu, dass der Weg an der Wiese Privatgrundstücke durchlaufe. Allerdings, räumte Brouwer ein, dass es vermessen und unfair wäre, die jeweiligen Grundeigentümer mit der Instandhaltung des Weges in die Pflicht zu nehmen. Brouwer zeigte sich kooperativ und versprach, die von der Bürgerin aus Steinen bemängelte Stelle vor Ort in Augenschein zu nehmen. Und sollte sich diese noch auf Schopfheimer Gemarkung befinden, werde er sich für eine Neubeschotterung einsetzen.