Der Solarpark Fröhnd ist auf den Weg gebracht. Bei einer Enthaltung stimmte der Gemeinderat in seiner Sitzung am Mittwoch für die Aufstellung eines entsprechenden Bebauungsplanes. Darüber hinaus beschloss das Gremium, dem Gemeindeverwaltungsverband Schönau eine Änderung des Flächennutzungsplanes zu empfehlen. Der Verwaltungsverband, in dessen Zuständigkeit gemäß Satzung die Fortschreibung von Flächennutzungsplänen liegt, wird sich in seiner Sitzung am 9. Dezember des Themas annehmen.

Betreiberin wird die als bürgereigene Genossenschaft strukturierte Elektrizitätswerke Schönau (EWS) sein. Ausgewählt wurde eine Wiesenfläche an einem Höhenrücken an der südlichen Gemarkung der Gemeinde Fröhnd. Auf einer Gesamtfläche von fünf Hektar sollen 11.300 Photovoltaik-Module mit einer Stromleistung von 4,2 Megawatt installiert werden. Wie EWS-Projektleiter Felix Kübler den Gemeinderäten vorrechnete, wird die Anlage 4,2 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr produzieren, was der Versorgung von 1400 Haushalten entspricht.

Die Vermarktung des Stromnetzes erfolgt über die EWS Vertriebs GmbH, einer Schwestergesellschaft der Schönauer Elektrizitätswerke. Es ist vorgesehen, den Solarpark Fröhnd nicht über das Erneuerbare-Energien-Gesetz, sondern über das Konzept des Power Purchase Agreement (PPA) zu vergüten. Laut Kübler werde der produzierte Strom zu 100 Prozent in das Netz eingespeist und über die Schwestergesellschaft direkt an die Stromkunden geliefert.

Angesetzt wurde für das Solarflächenprojekt eine Laufzeit von mindestens 20 Jahren. „Eher 25 Jahre, vielleicht sogar 30 Jahre“, so Kübler. Einwände von der Naturschutzbehörde oder Naturschutzorganisationen habe man bisher nicht registriert. Die Pflege der Wiesenfläche werde durch Schafbeweidung gewährleistet. Bei Bedarf werde auch mittels Mäharbeiten nachgebessert. Kübler sprach von einer Wiesenfläche mit „Biotopcharakter“.

Dass 2020 bereits ein ähnliches Solarflächenprojekt der Firma Energiedienst in Künaberg aufgrund veränderter Rahmenbedingungen und unsicherer Erlöse eingestellt wurde, scheint die EWS nicht zu schrecken. Kübler erinnerte an die Herausforderungen der Energiewende und den steigenden Bedarf an Öko-Strom. „Es braucht auch bei uns im Süden größere Projekte“, betonte er. Gewisse Schwierigkeiten räumte der EWS-Projektleiter auf Nachfrage von Horst Marterer (Freie Wähler) freimütig ein. Es sei eine „herausfordernde Fläche“, so Kübler in Hinblick auf die Topografie und Bodenbeschaffenheit. Darüber hinaus könnten gestiegene Baumaterialkosten den Start des bis zu 3,5 Millionen teuren Projektes erschweren. „Die Preise für die Photovoltaik-Module und Stahl sind derzeit sehr hoch“, erklärte Kübler. Ein exaktes Finanzierungsszenario zu erstellen, sei schwierig. Die Erlösaussichten bezeichnete Kübler aber als gut. Der Projektleiter ließ durchblicken, dass die Hoffnung auf sinkende Kosten für Baumaterial ebenso eine Rolle spielt wie die Aussicht auf weiterhin ansteigende Strompreise. „Es gibt einfachere Projekte“, sagte Kübler. „Wir würden es aber gerne angehen.“