Beste Schneeverhältnisse bei Minusgraden, gewalzte Pisten und ein Skilift ganz für sich alleine – wer hat das schon? Liftbetreiber in Todtnauberg und Wieden machen es möglich. Dort können Familien und Wohngemeinschaften stundenweise Skivergnügen buchen, ohne mit den den Regeln der Corona-Verordnung in Konflikt zu geraten.

In Todtnauberg bietet die Familie Schneider drei präparierte Abfahrten: Hauptabfahrt, Damenabfahrt und die blaue Parsen-Abfahrt mit 3,5 Kilometern. Für die Kunden gibt es abgesperrte Bereiche für die Sicherheit in Corona-Zeiten und reservierte Parkplätze an der Talstation. Der Lift kann von einem Haushalt mit maximal fünf Personen gemietet werden. Für die Kosten fällt eine pauschale Stundengebühr von 225 Euro an. Der Zeitraum kann per E-Mail reserviert werden; nach der Bestätigung wird ein Anmeldeformular mit weiteren Informationen verschickt. Die Tickets gibt es dann direkt am Lift. „Die Gäste müssen ihre Ausweise mitbringen, und es muss bargeldlos bezahlt werden“, sagt Liftbetreiber Matthias Schneider. Zwischen den gebuchten Zeiten gebe es einen Puffer von 15 Minuten, so dass sich die Skifahrer nicht begegnen. „Wir probieren das jetzt einmal, obwohl wir lieber alles still stehen lassen würden und auf Unterstützung hoffen“, sagt er, doch es gebe „75 Prozent von Nix“. Denn im milden Januar 2020, der für die staatliche Unterstützung als Vergleichsmonat herangezogen wird, sei das Geschäft zu schlecht gewesen. In seinen Augen wäre ein langjähriger Schnitt besser gewesen. Am heutigen Dienstag geht es los.

Der Stübenwasenlift in Todtnau
Der Stübenwasenlift in Todtnau. | Bild: Ulrike Jäger

Auch Irene Breuer, Liftbetreiberin des Todtnauberger Buckliftes, setzt auf individuelle Vermietung des Skiliftes (ein Haushalt mit fünf Personen pro Stunde 125 Euro) und des 100 Meter langen Förderbandes (35 Euro). Obwohl die beiden Liftbetreiber zunächst ein aufwändiges Hygienekonzept erarbeitet, Hinweisschilder aufgehängt und Online-Tickets vorbereitet hatten, war der übliche Skibetrieb bekanntlich untersagt worden. Das war für die Liftbetreiber enttäuschend und teilweise unverständlich. „Wir probieren das jetzt mit der stundenweisen Vermietung, es ist ein kurzfristiges Angebot“, sagt Matthias Schneider, der mithilfe der ganzen Familie die Arbeit stemmen will. Irene Breuer hofft auf baldige Öffnung des regulären Betriebs in den Fasnachtsferien, erklärt sie.

In Wieden hat Ernst Boll aus Müllheim einen Lift geöffnet. „Die Nachfrage am Wiedener Eck ist enorm, wir haben bereits Wartelisten und nur noch einzelne Stunden frei für diese Woche“, berichtet Boll. Die Pistenverhältnisse seien traumhaft, und natürlich gebe es keinerlei Wartezeiten, wenn der Lift von maximal fünf Skifahrern benutzt wird. Andere Liftbetreiber haben sich bei Ernst Boll erkundigt, um Erfahrungswerte einzuholen. Wenn die Nachfrage und die Schneeverhältnisse so bleiben, wäre es anzudenken, noch einen weiteren Lift für solche exklusiven Vermietungen zu öffnen. Am liebsten wäre Boll der Skilift Heidstein, der ebenfalls zu seiner Firma Skilift Münstertal Wieden gehört. „Wir machen zwar kein großes Geschäft, denn abgesehen vom abendlichen Pistenwalzen müssen noch zusätzlich drei Personen beschäftigt werden. Aber das ist immer noch besser als ein Stillstand.“

Der Skilift Wiedenereck ist 450 Meter lang und öffnet für einzelne Haushalte mit bis zu fünf Personen.
Der Skilift Wiedenereck ist 450 Meter lang und öffnet für einzelne Haushalte mit bis zu fünf Personen. | Bild: Ulrike Jäger

Neben den Alpinskifahrern kommen auch Langläufer, Wanderer und Schneeschuhläufer auf ihre Kosten. Frisch gespurte Loipen können zum Beispiel am Langlaufzentrum Hohtann-Belchen in Aitern genutzt werden, auch der Hang an der Talstation der Belchenbahn lädt zur Schlittengaudi ein. Dementsprechend waren bereits am Mittag die Parkplätze rund um den Belchen gefüllt. Ein Parkchaos wie in anderen Gebieten, etwa am Kandel, blieb aus.

Online-Buchungen unter: Wiedener Eck per Mail wiesler@skilifte-muenstertal-wieden.de
http://www.skilifte-todtnauberg.de
http://www.bucklift-todtnauberg.de