Die erste Schlauchpflegeanlage im Oberen Wiesental wurde unlängst mit Unterstützung von Mitarbeitern des Bauhofs und der Feuerwehr in nur fünf Tagen installiert. Die Anlage kontrolliert Feuerwehrschläuche nach jedem Einsatz und bringt sie falls nötig auf Vordermann. Schönaus Feuerwehrkommandant Jürgen Bianchi stellte die Maschine offiziell in Dienst.

Es ist die erste Kreiswerkstadt dieser Art im Dunstkreis der Freiwilligen Feuerwehr Schönau. Und viele werden davon profitieren. Denn in der Anlage, einem 25 Meter langen Aufbau im Keller des Feuerwehrhauses in der Bifangstraße, werden künftig insgesamt rund 1300 Schläuche der Wehren des Gemeindeverwaltungsverbandes (GVV) Schönau, der Stadt Todtnau und von Häg-Ehrsberg auf Herz und Nieren geprüft, das heißt „eingebunden, gepresst, geflickt und bei Bedarf repariert“, so Bianchi. Das Material weiterer Feuerwehren aus der ganzen Region soll hinzukommen.

Nach der Prüfung geht es zum Trocknen in den Schlauchturm.
Nach der Prüfung geht es zum Trocknen in den Schlauchturm. | Bild: Hans-Jürgen Hege

„Nach jedem Einsatz, jedem Gebrauch der Schläuche ist es Pflicht, die Schläuche zu prüfen“, betonte er. Mit einem Druck von bis zu 16 bar wird jeder Schlauch geprüft. Danach werden sie automatisch im Schlauchturm aufgehängt. Würden die Utensilien bei einem Einsatz nicht den Vorschriften entsprechen, kämen er und die Feuerwehrleute schnell in die Bredouille, denn wenn ein Schlauch einmal platzen sollte, kann es im Extremfall Menschenleben kosten. Auch deshalb ist der Kommandant außerordentlich froh, dieser Pflicht im eigenen Domizil, in dem 40 Aktive und über 20 Jugendliche ihren Dienst tun, nachkommen zu können. Die Anlage entlastet die Ehrenamtlichen, weil sie nur noch von einer Person bedient werden muss; bislang waren drei bis vier Leute mit Prüfen beschäftigt.

68.000 Euro hat die Anlage gekostet, 71.500 Euro waren im Haushalt der Stadt Schönau im Schwarzwald dafür vorgesehen. Bezahlen musste die Stadt aber lediglich 63.000 Euro, weil sich die Elektrizitätswerke Schönau (EWS) an den Kosten mit 5000 Euro beteiligen. „Es war für uns eine Selbstverständlichkeit, die Wehr zu unterstützen“, sagte Geschäftsführer Sebastian Sladek bei der Vorstellung der Anlage, die etwas bescheidener als geplant über die Bühne ging, weil sich Bürgermeister Peter Schelshorn und Kreisbrandmeister Christoph Glaisner wegen anderer Aufgaben entschuldigen mussten. Die EWS seien froh, eine solch schlagkräftige und einsatzfreudige Hilfstruppe in ihrer Nähe zu wissen, so Sladek. Schließlich könne sie wie jeder andere auch sehr schnell einmal auf das gut eingespielte und gut ausgerüstete Team von Jürgen Bianchi angewiesen sein. Als die Feuerwehr wegen des Zustupfs nachfragte, habe es im Haus auch keine Diskussionen gegeben. Die EWS fühlten sich nicht nur der Stadt und der Feuerwehr, sondern auch ihrem genossenschaftlichen Gedanken verpflichtet.