Er ist im Werden, der Schopfheimer Schulcampus. Der Rohbau des neuen Schulgebäudes ist fertig, am Montag wird Richtfest gefeiert. Vorab haben die Verantwortlichen vom Bauamt der Stadt gemeinsam mit Architekt Ingo Herzog der Presse schon einmal Einblicke in die Bauarbeiten gewährt. Es zeigt sich: Das teure Jahrhundertprojekt wird für die Stadt ein Meilenstein werden. Und es liegt im Zeitplan.

So rasant der Berg der Baukosten in die Höhe schnellt, so imposant wachsen auch die Bauten auf dem Campus an der Roggenbachstraße. Vom Streit im Gemeinderat über den längst gesprengten Kostendeckel und Befürchtungen vor Gesamtkosten von 40 Millionen Euro oder mehr recht unbeeindruckt wächst auf dem Areal rund um die alt-ehrwürdige Friedrich-Ebert-Schule etwas wirklich Sehenswertes heran.

„Wir sind im Zeitplan“, sagt Architekt Ingo Herzog über die Baustelle der neuen Ebert-Halle.
„Wir sind im Zeitplan“, sagt Architekt Ingo Herzog über die Baustelle der neuen Ebert-Halle. | Bild: Nicolai Kapitz

Der Rohbau des Schulneubaus ist fertig, und wer durch die Hallen aus Beton geführt wird, bekommt einen Eindruck davon, wie in diesem Gebäude einmal die Schüler von Friedrich-Ebert-Schule und Johann-Peter-Hebel-Förderschule unterrichtet werden: Es gibt helle, lichtdurchflutete Klassenzimmer und Flure mit weitläufigen Aufenthaltsräumen, samt Glasfassade mit Aussicht über die Dächer der Stadt. „Da will man grad nochmal Schüler sein“, schmunzelt Bürgermeister Dirk Harscher beim Rundgang über die Baustelle, gemeinsam mit Architekt Ingo Herzog und Mitarbeiterinnen des Bauamts. Der Bürgermeister würde sich allerdings wohl kaum an seine eigene Schulzeit erinnert fühlen, sollte er hier noch einmal die Schulbank drücken: „Es ist alles so geplant, dass die neuen pädagogischen Konzepte umgesetzt werden können“, erklärt Anna Steffens vom Gebäudemanagement der Stadt.

Bürgermeister Dirk Harscher (links), Gebäudemanagerin Martina Milarch und Architekt Ingo Herzog inspizieren die Baustelle.
Bürgermeister Dirk Harscher (links), Gebäudemanagerin Martina Milarch und Architekt Ingo Herzog inspizieren die Baustelle. | Bild: Nicolai Kapitz

Der Fokus liegt weniger auf dem althergebrachten Klassen-Frontalunterricht, sondern auf gemeinsamem Lernen in kleineren Gruppen – für diese Bedürfnisse ist der Neubau mit seinen fast 3000 Quadratmetern Nutzfläche zugeschnitten. Und das sowohl im Erd- und Untergeschoss, wo die Förderschüler einziehen, als auch in den beiden Geschossen darüber, wo die Schüler der Ebert-Gemeinschaftsschule unterrichtet werden.

Bauarbeiten sind im Zeitplan

In den eigentlichen Bau der Ebert-Schule führt künftig eine Brücke in Höhe des ersten Stockwerks, im Gemäuer des Altbaus klafft bereits eine riesige Lücke, in die das Bauwerk eingesetzt werden soll. Im Gemeinderat hatte es Ärger darüber gegeben, dass die Fassade dieser Brücke dreimal so teuer wurde wie geplant – schlussendlich, so erklärt Ingo Herzog, hing daran aber der Fortgang der gesamten Bauarbeiten. Denn die Brücke muss stehen, bevor die Firmen mit der Gestaltung der Außenanlagen und der Sanierung des Altbaus weitermachen können. Trotz des Termindrucks, der bei Großprojekten dieser Dimension immer herrscht, sind die Bauarbeiten im Zeitplan. Das zeigt ein Blick auf die benachbarte Baustelle der neuen Friedrich-Ebert-Sporthalle. Ein Drittel der Bodenplatte ist bereits betoniert, die Dimensionen des Bauwerks werden langsam sichtbar. Am Montag wird offiziell der Grundstein gelegt. „Allein der Aushub für die Halle dauerte ein Vierteljahr“, sagt Herzog. Der Erdaushub muss beprobt und zwischengelagert werden, das hatte zu Problemen geführt.

Aus dem zweiten Stock des Neubaus blickt man über die Dächer der Stadt.
Aus dem zweiten Stock des Neubaus blickt man über die Dächer der Stadt. | Bild: Nicolai Kapitz

„Wir sind trotzdem im Plan“, sagt Ingo Herzog. Und womöglich sogar schneller: Das Bauunternehmen wird demnächst einen zweiten Kran installieren, um den Hallen-Rohbau statt im Frühjahr 2021 noch im Winter 2020 fertig zu bekommen – für die Stadt hätte das den Vorteil, dass sie die Arbeiten zu den durch Corona etwas günstigeren Steuerkonditionen abrechnen kann. An dieser Stelle wird auch recht gut sichtbar, wie sich die Planer den Campus vorstellen: Die marode alte Ebert-Halle wird nach Fertigstellung der direkt angrenzenden neuen Halle abgerissen und an ihre Stelle tritt ein Außengelände mit viel Grün, Spiel- und Sportplätzen und Zugängen zu allen Gebäuden. Es wird sozusagen das Portal des Campus‘ entstehen. Schüler werden in der neuen Halle frühestens 2022 trainieren können. Wenn die Halle fertig ist, wird die alte abgerissen und dann kann das Jugendzentrum angebaut werden. Der Schulneubau soll – wenn denn alles klappt – zum Schuljahr 2021/2021 fertig werden, also in gut 14 Monaten. Dann geht es an die Sanierung des Altbaus. „Es greift eins ins andere“, sagt Ingo Herzog.

Am Montag, 20. Juli, findet um 15 Uhr die Grundsteinlegung für die Sporthalle auf dem Schulcampus zwischen Roggenbach- und Feldbergstraße statt. Im Anschluss beginnt um 16.30 Uhr das Richtfest für den Schulneubau der Friedrich-Ebert-Schule und der Johann-Peter-Hebel-Schule in der Roggenbachstraße 11. Anmeldung per E-Mail an: a.steffens@schopfheim