Lediglich einem von zwei zu vergebenden Gewerken für den Schulneubau auf dem Campus der Friedrich-Ebert-Schule gab der Gemeinderat am Montagabend die Zustimmung. Der Grund: Die Arbeiten für die Glas- und Metallfassade inklusive Unterseite für die Verbindungsbrücke kommt rund 100.000 Euro teurer als im Budget geplant. Hier soll eine andere Lösung gefunden werden; das Gremium lehnte die Teuerung und damit die Vergabe ab.

„Diesem Angebot kann ich nicht zustimmen“, erklärte Thomas Gsell (SPD). Er habe noch nie einer Vorlage zugestimmt, in der etwas dreimal so viel gekostet habe wie vorgegeben. Fraktionskollegin Teresa Bühler stimmte ihm zu. Die Gesamtkosten bewegten sich so ganz allmählich Richtung 40 Millionen.

Fachgruppenleiterin Martina Milarch vom Bauamt erläuterte die Hintergründe. Es gebe Gewerke im Baubereich, die komplett ausgebucht seien. Dazu gehöre der Metallbau. Auch sie habe größte Bedenken wegen der Kosten gehabt und tendierte zur Neuausschreibung, wovon aber die Bauleitung und das Architekturbüro dringend abgeraten hätten. Das Gewerk, so die Begründung, habe eine große Vorlaufzeit in Planung und Produktion von etwa zwölf bis 14 Wochen. Eine Verschiebung der Brückenfassade würde die Dachabdichtungsarbeiten der Brücke verzögern, und die Anschlussarbeiten der Hauptfassade an die Brücke könnten nicht koordiniert und fertiggestellt werden, heißt es in einer Stellungnahme des Architekturbüros. Es käme zu Verzögerungen von Folgearbeiten, das Gerüst müsste länger stehen bleiben, und die provisorisch abgedeckte Brandschutzbekleidung der Stahlkonstruktion wäre wesentlich länger der Witterung ausgesetzt, was das Risiko von Schäden erhöhen würde. „Die vorgenannten Verschiebungen und Risiken könnten Kosten verursachen, die über die Mehrkosten in diesem Gewerk hinausgehen“, warnt das Architekturbüro in der Stellungnahme. Es sei für sie eine schwere Entscheidung gewesen, doch habe sie aus den genannten Gründen die Mehrkosten hingenommen, erklärte Martina Milarch.

Thomas Kuri (CDU) dachte laut über die Möglichkeit nach, zwei Firmen gezielt anzusprechen. Ihm schwebe konkret auch schon etwas vor, er wolle es aber nicht in öffentlicher Sitzung sagen. Es müsste dennoch wieder eine Ausschreibung geben, sagte Milarch. Und sie wies darauf hin, dass insgesamt 22 Firmen angefragt worden seien, es aber lediglich eine mit dem vorliegenden Angebot gegeben habe. Milarch geht wegen der starken Inanspruchnahme von Firmen im Metallbau auch nicht davon aus, dass das Gewerk wesentlich billiger komme. Auf Nachfrage aus dem Gremium, wie sich das zeitlich auswirken würde, meinte Milarch, dass es seine Zeit dauere, denn es müsse erneut ausgeschrieben werden. Es gelte auch dann, Bauschäden an der Verbindungsbrücke einzudämmen. Und das koste ebenfalls entsprechend Geld.

Dennoch sollten die Kosten gedrückt werden, meinte Hildegard Pfeifer-Zäh (FW). Ob damit wirklich so viele Kosten eingespart würden, wisse sie nicht, sagte Milarch und wies nochmals darauf hin, dass lediglich ein Bieter geblieben sei. Peter Ulrich (SPD) wollte von Thomas Kuri wissen, wie sicher es sei, dass nach Gesprächen andere Firmen auf der Matte stehen. Kuri zeigte sich durchaus optimistisch, bei einem beschränkten Teilnahmewettbewerb ans Ziel zu kommen.

Mit zehn Nein-Stimmen (sieben Ja, fünf Enthaltungen) lehnte das Gremium die Vergabe von Glas- und Metallfassade inklusive Unterseite für die Verbindungsbrücke zum Angebotspreis von 154.000 Euro ab; vergeben wurden die Arbeiten für Trockenbauwände und Akustikabhängedecken für rund 388.500 Euro.