Schopfheim – Umbauten entlang der beiden Bundesstraßen stellte Straßenbau-Referatsleiter Dieter Bollinger vom Regierungspräsidium Freiburg im Gemeinderat vor. Dabei wurde klar: Die gewünschten „Ohren“ an der Auffahrt Schopfheim-Mitte lassen weiter auf sich warten, teilweise sind die Planungen im Gange, teilweise sind aber sehr dicke Bretter zu bohren. Der Radweg soll eine Unterführung bekommen.

Schopfheim-Mitte

Dieter Bollinger, ein urgemütlicher Mann mit deutlichem schwäbischen Akzent, trug in tiefer Seelenruhe vor, was alle anderen im Saal sehr ungemütlich fanden: Wieder nichts wird‘s in absehbarer Zeit mit den berühmten „Ohren“, wofür es ordentlich Kritik setzte. Die kreuzungsfreien Anschlüsse der Wiechser Straße beziehungsweise Hohe-Flum-Straße an die Bundesstraße 317 – sie sind seit Jahren der Schopfheimer Herzenswunsch, wenn es um Umbauten an der Bundesstraße geht.

Unter den drei Auffahrten, die man in Freiburg für umbauwürdig hält, liegt die Abfahrt Mitte auf dem letzten Platz – hinter der mittlerweile kreuzungsfrei umgebauten Anschlussstelle Schopfheim-West (gleichbedeutend mit Maulburg-Ost) und dem Eichener Knoten, wo die B 518 abzweigt. Dieter Bollinger musste zwar auch einräumen, dass die „vorgezogene Übergangslösung“ – nämlich der umstrittene Linkseinfädelstreifen in Richtung Zell – ein fauler Kompromiss war. Schließlich hat das umständliche Konstrukt nicht dazu beigetragen, den Unfallschwerpunkt zu entschärfen. Doch zieht das Regierungspräsidium es vor, „andere Zwischenlösungen“ zu suchen. Wie genau die aussehen könnten, ließ der Referatsleiter bei seinen Ausführungen offen.

Ebenso offen blieb die Frage, weshalb Bollinger davon sprach, dass die genannte Prioritätenliste „im Einvernehmen mit der Stadt“ erstellt worden sei – wo doch Bürgermeister Dirk Harscher nicht müde wurde zu betonen, dass „Schopfheim-Mitte für uns die Nummer eins ist“. Immerhin gibt es konkrete Pläne für den Radweg: Die gefährliche Überquerung des Zubringers direkt bei der Tankstelle soll ab etwa 2029 für bis zu zwei Millionen Euro in eine Unterführung verlegt werden – „das wird direkt am Floßkanal keine einfache Aufgabe“, so Bollinger. Schon ab 2026 könnten die angedachten Kreisel am Zubringer – Hohe-Flum-Straße und Wiechser Straße – gebaut werden, die Kosten dafür schätzt Bollinger derzeit auf rund drei Millionen Euro. Auch an diesen beiden Abzweigungen sind Unfälle häufig, die Kreisel sollen die Lage entschärfen.

Eichener Knoten

Die Schnittstelle zwischen den beiden Bundesstraßen 317 von Lörrach zum Feldberg und 518 von Schopfheim in Richtung Bad Säckingen hat in der jüngsten Unfallstatistik der Polizei alle Rekorde geknackt: 20 Unfälle wurden 2021 hier registriert. Grund genug, tätig zu werden. Der kreuzungsfreie Umbau dieser wichtigen Abzweigung wird schon länger herbeigesehnt. Dieter Bollinger sprach nun von einem Baubeginn „voraussichtlich ab 2030“. Dabei werden der B 317 nicht nur Ohren verpasst – die B 518 wird bergwärts an Eichen vorbei mit einem Überholstreifen versehen, damit langsame Lastwagen kein Hindernis mehr sind.

Eichens Ortsvorsteher Rudolf Wasmer hatte einen Wunsch: „Das muss gründlich und sorgfältig geplant werden“, er wünsche sich „Qualität vor Schnelligkeit“ und warnte vor einem „Schnellschuss“. Wasmer befürchtet, dass im Zuge des Umbaus die obere Eichener Zufahrt zur B 518 dichtgemacht und das Dorf damit zur Sackgasse wird.