Er soll nun doch nicht trocken bleiben: der Ronneby-Brunnen im Bifig.
Er soll nun doch nicht trocken bleiben: der Ronneby-Brunnen im Bifig. | Bild: Marlies Jung-Knoblich

Im März war der ersten Anlauf ins Wasser gefallen – jetzt nimmt die Stadt einen neuen Versuch, vom Gemeinderat die Zustimmung zur Kosteneinsparung bei den Brunnen zu bekommen. Der neue Vorschlag sieht vor, 18 Brunnen zumindest in diesem Jahr das Wasser abzustellen beziehungsweise 26 laufen zu lassen – darunter den Ronneby-Brunnen und zeitweise den Pflughof-Brunnen. Sollten sich Paten finden, könnten weitere hinzukommen. Keine Rede ist indes von der Bepflanzungsidee der Grünen.

Als es um den Brunnen-Sparplan ging, drohte die Debatte im Gemeinderat im März auszuufern. Nicht zuletzt mit Blick auf die Sitzungsdauer in Coronazeiten wurde das Thema vertagt. Die Stadtverwaltung hatte vorgeschlagen, dass 20 von 44 Brunnen in diesem Jahr trocken bleiben sollten – als Folge der Entscheidung des Gemeinderats bei der Haushaltsberatung im Herbst 2020, das Brunnenbudget fürs Jahr 2021 um die Hälfte zu kürzen. Begründung: Sparideen – etwa die Brunnen nachts mit Magnetventilen abzuschalten oder aber die Durchlaufmenge zu reduzieren – seien entweder schon umgesetzt oder würden zusätzliche Investitionskosten verursachen. Ohnehin können derzeit einige Brunnen nicht betrieben werden, da sie erst saniert werden müssten. Da biete es sich an, dass einige Brunnen mit sehr hohen Betriebskosten ebenfalls trocken bleiben.

In der Gemeinderatssitzung allerdings wurde die Beschlussvorlage zerpflückt. Einigen ging es darum, dass gerade der Pflughof-Brunnen und der Brunnen bei der Stadthalle entgegen der Absicht der Stadtverwaltung gleichwohl in Betrieb bleiben sollen – wobei das beim Pflughofbrunnen ein Problem ist, weil dieser mit Wasser aus dem Gewerbekanal gespeist wird. In trockenen Phasen führte zuletzt der Kanal kaum bis gar kein Wasser.

Die Grünen wiederum brachten die Idee von Brunnenpaten ins Gespräch, Ortschaftsvertreter monierten, dass die Liste nicht zuvor mit ihnen abgesprochen war und sie deshalb keine eigenen Lösungsvorschläge hätten einbringen können. Abgesehen davon brachten die Grünen aber auch noch eine Idee für den Umgang mit stillgelegten Brunnen vor: Diese könnten doch wie etwa in Bad Säckingen mit Blumen bepflanzt werden. Von diesem Bepflanzungsvorschlag ist in der jetzt für die Gemeinderatssitzung am 19. April aktualisierte Beschlussvorlage keine Rede. Dafür sieht diese neu vor, dass der Pflughofbrunnen doch laufen soll, jedenfalls „so lange der Gewerbekanal genügend Wasser führt“. Falls nicht, soll er stillgelegt „und mit einem entsprechenden Hinweisschild versehen werden“.

Verkürzte Betriebsdauer

Auch ein anderer Brunnen soll nun doch laufen – der Ronneby-Brunnen im Bifig. Er gehörte eigentlich zu den Brunnen, die wegen „sehr hoher Betriebskosten“ – in diesem Fall 8700 Euro pro Jahr – trocken bleiben sollten. Der Stadthallen-Springbrunnen aber soll weiter abgeschaltet bleiben. Hier müsste erst die Pumpe erneuert werden.

Zwar soll der Unterhalt von für die Wasserversorgung relevanten Brunnen – der Krattenbrunnen in Fahrnau, der Blattenbrunnen in Wiechs und einer in Gersbach (oberhalb Rauschbachstraße) – vom Eigenbetrieb Versorgungsbetriebe übernommen werden. Dennoch verteuere sich der Betrieb bei diesem Vorgehen um rund 10.000 Euro auf rund 39.000 Euro. Da allerdings hat die Stadt eine weitere Sparidee: Wenn die Betriebszeiten der Brunnen verkürzt würde auf den Zeitraum 12. Mai bis Ende Sommerferien „könnte diese Summe voraussichtlich eingespart werden“. ?

Offen ist die Stadtverwaltung für die Initiative der BI „attraktive verkehrsfreie Innenstadt“ und der Grünen, Brunnen-Paten zu finden. „Insofern hierbei konkrete Patenschaften entstehen, können weitere Brunnen angestellt werden.“ Außerdem soll dieses Jahr an einem Brunnen ausgetestet werden, wie gut es funktioniert, mit einem batterie- statt einem strombetriebenen Magnetventil einen Brunnen nachts abzuschalten.

„Sollte der Versuch erfolgreich sein, können künftig mehrere Brunnen nachts abgeschaltet werden“, schreibt die Stadtverwaltung – wären dann doch nicht extra notwendig, Stromanschlüsse herzustellen.

Weitere Infos zum Thema Brunnenpaten im Internet:
http://www.verkehrsfreie.de
http://www.gruene-schopfheim.de